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15.07.2015

21:34 Uhr

Neue Studie

34.000 Ärzte zu viel

Nicht nur sind in Deutschland die Ärzte schlecht auf Stadt und Land verteilt, es gibt einfach zu viele. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie. In absoluten Zahlen gebe es „34.000 Ärzte mehr als vorgesehen“.

In Deutschland gibt es zu viele Ärzte. dpa

Studie

In Deutschland gibt es zu viele Ärzte.

DüsseldorfIn Deutschland gibt es zu viele Ärzte und die sind schlecht auf Stadt und Land verteilt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Bestandsaufnahme des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO), über die das Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) berichtet. Seit 1990 hat sich nach dem Ärzteatlas des Instituts allen Unkenrufen über drohenden Ärztemangel zum Trotz die Zahl der berufstätigen Mediziner um mehr als die Hälfte erhöht auf 365.000. Die Zahl der ambulant arbeitenden Ärzte wuchs mit 60 Prozent sogar stärker auf 148.000.

„Mit 177 Vertragsärzten und Psychotherapeuten pro 100.000 Einwohnern liegt die Zahl der niedergelassenen Ärzte damit fast ein Drittel über den Vorgaben der Bedarfsplanung“, so WIdO-Experte Helmut Schröder. Von einer Überversorgung wird nach den 2013 aktualisierten Regeln gesprochen, wenn die Zahl der Ärzte 110 oder mehr Prozent des für eine Region ermittelten Bedarfs erreicht.

In absoluten Zahlen gebe es „34.000 Ärzte mehr als vorgesehen“. Selbst bei den Hausärzten liegt der Gesamtversorgungsgrad laut Studie bei 110,4 Prozent. 49 Prozent aller Planungsregionen seien überversorgt. Von einem Ärztenotstand könne daher keine Rede sein. Zwar gebe es Unterversorgung in manchen Regionen. Um sie zu beheben müssten aber nur 1057 Ärzte, davon 720 Hausärzte, ihre Praxis von einer über- in eine unterversorgte Gegend verlegen.

Der Überversorgung wollte die Bundesregierung damit zu Leibe rücken, dass Praxen in überversorgten Gebieten aufgekauft werden müssen, sobald der Arzt in den Ruhestand geht. Auf Druck der Ärzte wurde die Regel im Versorgungsstärkungsgesetz verwässert. Sie greift nun erst bei einem Versorgungsgrad von 140 Prozent mit vielen Ausnahmen. Doch auch die Zahl der Ärzte, die über dieser neuen Aufkaufgrenze liegen, beträgt laut WIdO 11.987, davon 3500, also fast ein Drittel in Bayern und Baden-Württemberg.

Von

pt

Kommentare (5)

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Herr Josef Hirsepp

16.07.2015, 08:12 Uhr

Na na na.. ob da nicht auch viele Quacksalber dabei sind, die nix drauf haben?
Also fuer Blutdruck-Messen, EKG, Blutzucker-Kontrolle oder Erkaeltungs-Arznei zu verschreiben brauchen wir keine "Niedergelassenen Aerzte"!
Mit intelligenter Technik, Telemetrie, Datenbanken und Auswerte-Routinen koennen viele der Routine-Taetigkeiten ausgelagert warden, so wie bereits geschehen durch Bankautomaten und Internet-Banking bei taeglichen Bank-Geschaeften!

--> das wuerde die Krankenkassenbeitragskosten massiv entlasten!

Herr Bernd Mehrens

16.07.2015, 08:56 Uhr

Nicht nur zu viele Ärzte - Auch viel zu viele PSYCHOTHERAPEUTEN, die ständig Burn-outs feststellen, damit sie was zu tun haben.

Account gelöscht!

16.07.2015, 09:00 Uhr

@ Josef Hirsepp,
"--> das wuerde die Krankenkassenbeitragskosten massiv entlasten!"
Eine BeitragsENTLASTUNG wäre das letzte welches vorgesehen ist.
Eher werden die aus Steuermittel zu leistenden, aber nur über Sozialbeiträge von Pflichtversicherten erbrachten und nur Minimal aus dem Steuerhaushalt erstattete Leistungen noch weiter ausgeweitet werden.

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