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14.10.2013

12:59 Uhr

Neue Studie

Nur wenige Akademiker sind arbeitslos

2012 waren lediglich 2,5 Prozent aller Akademiker ohne Job. Die Arbeitslosenquote bei Deutschen ohne Berufsabschluss lag wesentlich höher. Deutliche Unterschiede gibt es zwischen Ost und West.

Studenten verfolgen eine Einführungsveranstaltung: Die Akademiker-Arbeitslosigkeit im Osten lag bei 4,1 Prozent. dpa

Studenten verfolgen eine Einführungsveranstaltung: Die Akademiker-Arbeitslosigkeit im Osten lag bei 4,1 Prozent.

NürnbergDeutsche mit einem Uni- oder Fachhochschulstudium sind nach Erkenntnissen von Forschern am wenigsten von Arbeitslosigkeit betroffen. 2012 waren lediglich 2,5 Prozent aller Akademiker erwerbslos, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg hervorgeht. Dagegen lag die Arbeitslosenquote bei Männern und Frauen ohne Berufsabschluss bei 19 Prozent.

Die Unterschiede zwischen Ost und West waren deutlich: Während 2012 im Westen 17,3 Prozent der Ungelernten keine Arbeit hatten, waren es im Osten Deutschlands sogar 30 Prozent. Dagegen hatte die Akademiker-Arbeitslosigkeit im Osten nur bei 4,1 Prozent gelegen.

Für Beschäftigte mit einer Lehre oder einem Fachschulabschluss ist das Risiko, arbeitslos zu werden, ähnlich gering: Bundesweit waren im Vorjahr nur fünf Prozent von ihnen ohne Job. Im Westen lag die Quote bei 3,9 Prozent, im Osten bei 8,7 Prozent. Diese Zahlen machen nach Einschätzung der Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) deutlich, wie wichtig eine gute Berufsausbildung sei. Arbeitsmarktforscher Enzo Weber geht davon aus, dass die Jobchancen von gering qualifizierten Männern und Frauen in Zukunft eher noch sinken werden.

Wer welchen Abschluss anstrebt

Höhere soziale Schicht

Schüler aus höheren sozialen Schichten streben zu 96 Prozent das Abitur an, zu vier Prozent die mittlere Reife und zu null Prozent einen Hauptschulabschluss.

Quelle: Vodafone Stiftung

Mittlere soziale Schicht

Von Schülern aus mittleren sozialen Schichten streben 62 Prozent das Abitur an, 29 Prozent die mittlere reife und vier Prozent den Hauptschulabschluss.

Schwache soziale Schicht

Von Kindern aus schwächeren sozialen Schichten werden 41 Prozent das Abitur machen, 32 Prozent die mittlere Reise und 23 Prozent den Hauptschulabschluss.

Von

dpa

Kommentare (3)

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KWB

14.10.2013, 13:57 Uhr

Ja, das ist ein vorhersehbarer Befund aus der Rubrik "Lug und Trug":
1) Viele der arbeitslosen Akademiker tauchen in der Statistik nicht auf, weil sie bei den AA nicht gemeldet sind, weil sie von dort keine Leistungen beziehen (müssen erst Ersparnisse aufbrauchen, werden von Familienmitgliedern versorgt). Wären sie dort weiter gemeldet würden sie mit dem Desinteresse und Unvermögen der Vermittler Bekanntschaft machen. Darauf wollen die meisten verzichten.
2)Die Notlage zwingt zur Aufnahme unterqualifizierter Jobs: Taxifahrer, Regale einräumen, Museen bewachen etc.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, das es keine Statistik aus der politisch instrumentalisierten Fälschwerkstatt gibt, die Auskunft darüber gibt, wieviele Akademiker einer ausbildungsadäquaten Beschäftigung nachgehen können. Die Ergebnisse wären vermutlich ernüchternd - könnten aber den Andrang an die Universitäten erheblich dämpfen. Allerdings gäbe es Flurschäden in der politischen Bildungs- und Leistungsideologie.

RDA

14.10.2013, 14:52 Uhr

Bingo! Die Statistik schönt sich sozusagen selbst.

Eine sehr spannende Frage wäre mal: Wieviele der in ARbeit stehenden Akademiker haben unbefristete und angemessen entlohnte Vollzeitarbeitsplätze?

Giwi

15.10.2013, 09:41 Uhr

Auch ich bin Akademiker, weiblich, 34 Jahre jung. Ich war viele Jahre beruflich im Ausland tätig und bin erst dieses Jahr zurückgekehrt. Nun arbeite ich bei einem der größten deutschen Unternehmen, werde allerdings nur an diese Firma entliehen. Ich habe einen einjährigen Arbeitvertrag und verdiene lächerliche 2000 Euro brutto. Das macht Deutschland mit seinen vielbeschriehenen Fachkräften, die wir ja so dringend brauchen.

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