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18.06.2015

20:22 Uhr

Neue Ungereimtheiten

Oppermann wird Edathy-Affäre nicht los

Es soll die letzte Zeugenanhörung im Untersuchungsausschuss zur Edathy-Affäre sein. Ein Vizekanzler, ein Minister und ein Ex-Minister sagen aus. Zurück bleiben etliche Ungereimtheiten und ein schlechtes Gefühl.

Thomas Oppermann, Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, kommt wegen der Edathy-Affäre in Bedrängnis. dpa

Wann wusste wer was?

Thomas Oppermann, Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, kommt wegen der Edathy-Affäre in Bedrängnis.

BerlinEine Zeugenaussage von Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) im Edathy-Untersuchungsausschuss hat neue Zweifel an der Rolle von SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann in der Kinderporno-Affäre um den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten geschürt. Gabriel sagte am Donnerstag, er habe Oppermann am 17. Oktober 2013 erst am Nachmittag nach Ende der Sondierungsgespräche mit der Union vom Verdacht der Polizei gegen Sebastian Edathy berichtet. „Das kann eigentlich nur im Auto auf dem Weg nach Hause gewesen sein“, sagte Gabriel.

Später wollte er auf Rückfrage von SPD-Abgeordneten dann aber doch nicht ausschließen, dass er Oppermann möglicherweise schon früher angerufen habe. Aus der Union hieß es daraufhin: „Was sollen wir denn jetzt glauben?“

Das wirft die Frage auf: Wusste Oppermann womöglich schon vor Gabriels Anruf aus einer anderen Quelle, dass Edathy im Ausland bedenkliche Nacktbilder von Knaben bestellt hatte? Denn Oppermann rief an diesem Tag nach Angaben aus dem Bundeskriminalamt (BKA) schon um 15.29 Uhr bei BKA-Präsident Jörg Ziercke an. Der SPD-Politiker wollte sich von Ziercke bestätigen zu lassen, dass gegen Edathy Ermittlungen liefen.

Edathy hatte im Februar 2014 sein Bundestagsmandat niedergelegt, kurz bevor die Kinderporno-Vorwürfe gegen ihn bekanntwurden. Das Strafverfahren gegen ihn wurde später gegen Zahlung von 5000 Euro eingestellt. Die Frage, ob ihn vielleicht ein Parteikollege vor den Ermittlungen gewarnt hat, ist auch deshalb relevant, weil er dadurch die Gelegenheit erhalten hätte, Beweismittel zu vernichten – was die Ermittler vermuteten.

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

19.06.2015, 09:29 Uhr

Das Thema Edathy muss hochkochen, zugroß sind die Probleme im Thema Griechenland, Abhöraffaire, Cypberangriff, ...

Andererseits stellt sich auch die Frage, was Oppermann noch alles anstellen muss, bis er fällt.

An Friedrich kann man sich reiben, aber konsequent war er!

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