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05.09.2012

13:35 Uhr

Neue Verkehrsagenda

Bundesregierung setzt auf das Fahrrad

29 Millionen Deutsche fahren regelmäßig mit dem Rad. Die Bundesregierung will mit dem jüngst beschlossenen Radverkehrsplan noch mehr Bürger zum Umsteigen bewegen. Manch einer kritisiert jedoch das Wie.

Bundesverkehrsminister Ramsauer: Mehr Räder braucht das Land. dapd

Bundesverkehrsminister Ramsauer: Mehr Räder braucht das Land.

BerlinDie Bundesregierung will mehr Deutsche zum Umsteigen auf das Fahrrad bewegen. Außerdem prüft sie härtere Strafen gegen sogenannte Kampfradler. Das Kabinett beschloss dazu am Mittwoch einen neuen nationalen Radverkehrsplan. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) strebt bis 2020 gemessen an den zurückgelegten Wegen eine Steigerung des Radanteils von 10 auf bundesweit 15 Prozent an. Im Zusammenspiel mit den Kommunen sollen die Infrastruktur für Fahrradfahrer verbessert und die Verkehrssicherheit erhöht werden.

Der Plan nennt keine konkreten Bauvorhaben für Radwege, sondern ist ein Strategiepapier, um den Radverkehrsanteil zu erhöhen. Zu den genannten Maßnahmen gehört aber auch, dass Ramsauer härtere Strafen gegen Radler prüft, die Regeln oft missachten. Die Bußgelder für Verstöße sind weit niedriger als für Autofahrer. Zugleich sollen auch neue Strafen für Autofahrer geprüft werden, die zum Beispiel Radwege blockieren.

Bei der strafbaren Alkoholgrenze von 1,6 Promille soll es laut Verkehrsplan bleiben. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert hingegen als neuen Gefahrengrenzwert 1,1 Promille. Ab diesem Wert sollten Bußgelder verhängt werden. Das neue Konzept des Bundes knüpft an den Ende 2012 auslaufenden bisherigen Radverkehrsplan an.

Ramsauer betonte nach der Verabschiedung im Kabinett: „Mit dem Nationalen Radverkehrsplan setzen wir wichtige Impulse für nachhaltige Mobilität, für attraktive Städte und Gemeinden sowie die Stärkung von Mittelstand und Tourismus insbesondere im ländlichen Raum“. Seit 2002 habe der Bund rund 877 Millionen Euro in den Bau und die Erhaltung von Radwegen an Bundesstraßen investiert. Für alle anderen Radwege sind Länder, Kommunen und Städte zuständig. Allerdings hat der Bund zuletzt Mittel für den Radverkehr gekürzt.

Angesichts hoher Spritkosten und einer Zunahme von Elektrorädern, sogenannter Pedelecs, steigt die Zahl der Radfahrer seit Jahren bundesweit rasant an. Dank der elektrischen Hilfsantriebe werden Räder auch für längere Strecken zunehmend attraktiver. Der ADFC lobte, dass sich die Regierung des Themas Radfahren stärker annehmen wolle. „Bei Strecken unter acht Kilometern ist das Rad unschlagbar, man kommt am schnellsten von A nach B“, sagte Sprecherin Bettina Cibulski der dpa.

Kommentare (12)

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TramfahrerCH

05.09.2012, 13:52 Uhr

Nicht mehr Räder braucht das Land. Es braucht einen besseren Oeffentlichen Verkehr. Bus und Bahn. Aber hier ist wohl die Autolobby zu stark. So braucht eben fast jeder ein Auto um zur Arbeit zu kommen.
Definitiv war in den 50iger bis in die 70iger Jahren die Verkehrsinfrastruktur mehr auf den Bus- und Bahnverkehr fokussiert.

Morgens 8 km radeln und abends wieder zurück? Als Anzugträger? Unrealistisch.

Tabu

05.09.2012, 13:53 Uhr

Mich kotzt es ehrlich gesagt an, wie der Staat uns ständig vorschreiben will, wie wir zu leben haben.
Der Staat spielt sich auf wie die Super Nanny.
Übrigens ich fahre seit meiner Kindheit mit dem Fahrrad und besitze kein Auto.
Das ist meine Freiheit und ich lasse mir das nicht vorschreiben.

Tabu

05.09.2012, 13:58 Uhr

Der öffentliche Nahverkehr ist zu teuer, unpünktlich, verdreckt +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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