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15.08.2013

21:34 Uhr

Neue Zahlen

Ärzte kassieren deutlich mehr

Um 17 Prozent ist der Durchschnittsertrag bei deutschen Ärzten in nur vier Jahren gestiegen. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Alle Ärztegruppen profitieren, aber besonders Augenärzte und Neurologen.

Deutliches Ertragsplus: Ärzte in Deutschland konnten zwischen 2007 und 2011 über einen Zuwachs von durchschnittlich 17 Prozent freuen. dpa

Deutliches Ertragsplus: Ärzte in Deutschland konnten zwischen 2007 und 2011 über einen Zuwachs von durchschnittlich 17 Prozent freuen.

BerlinDas Einkommen der niedergelassenen Ärzte in Deutschland ist nach jüngsten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Zwischen 2007 und 2011 habe der Zuwachs im Schnitt 17 Prozent betragen, berichteten das Nachrichtenportal „Spiegel Online“ und die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitag) unter Berufung auf eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes unter mehr als 4000 Arztpraxen.

Demnach kamen niedergelassene Mediziner im Jahr 2011 auf einen Reinertrag von durchschnittlich 13.833 Euro pro Monat, vier Jahre zuvor waren es erst 11.833 Euro gewesen.

Vom Anstieg der Honorare hätten so gut wie alle Ärztegruppen profitiert, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Demnach konnten die Allgemeinmediziner ihren jährlichen Reinertrag um 30.000 Euro auf 181.000 Euro steigern. Orthopäden verdienten 2011 im Durchschnitt einen Reinertrag von 293.000 Euro, vier Jahre zuvor waren es noch 17.000 Euro weniger.

Was die Ärzte bisher verdienten

Allgemeinmediziner

Das Allgemeinmediziner verdienen im Vergleich am wenigsten. Ihr Jahreseinkommen liegt nach Abzug der Praxiskosten, aber noch mit persönlichen Abgaben und Steuern bei 116.000 Euro. Das hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet.

Kinderarzt

Um die kleinsten und schon etwas größeren Erdenbewohner kümmert sich der Kinderarzt. Er verdient 124.000 Euro im Jahr.

Neurologen und Psychiater

Eine Schädigung des Gehirns nach einen Schlaganfall zeigt dieses Bild eines Professors aus Jena. Neurologen und Psychiater liegen mit ihrem Einkommen von 128.000 Euro auf dem drittletzten Platz.

HNO

Über 100 Jahre alt ist der Ohrstöpsel schon alt. Um die Gesundheit drei unserer Sinnesorgane kümmert sich der Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dafür wird er mit jährlich 144.000 Euro entlohnt.

Frauenarzt

Jedes Jahr sterben etwa 18.000 Frauen an Brustkrebs, 48.000 Fälle werden diagnostiziert. Vorsorgeuntersuchungen sollten beim Frauenarzt gemacht werden. Er verdient mit 145.000 Euro etwas mehr als der HNO-Arzt.

Chirurg

Hier bereitet sich der Chirurg auf die Operation einer gebrochenen Hand vor. Er hat ein Jahreseinkommen von 148.000 Euro im Jahr.

Hautarzt

Mit diesem Vergrößerungsglas wird hier die Hautkrebs-Früherkennung durchgeführt. Für mehr als 218 000 Menschen ist die Diagnose tödlich. Der Hautarzt hat 155.000 Euro zur Verfügung.

Internist

Der Internist, der sich vor allem um Organe im inneren des Menschen wie Herz und Nieren kümmert, liegt mit seinem Verdienst bei 158.000 Euro im Jahr.

Urologen

Nach dem Organskandal - hier die Entnahme einer Niere im Universitätsklinikum Jena - haben vor allem Urologen an Prestige verloren. Ihrem Verdienst hat das bislang nicht geschadet: Mit 167.000 Euro Jahreseinkommen liegen sie auf Platz 4

Augenarzt

Erkrankungen wie der graue Star lassen sich mit diesem Gerät besonders gut erkennen. Mit einem Jahreseinkommen von 170.000 Euro im Jahr liegt der Augenarzt auf Platz 3 der bestverdienenden Mediziner in Deutschland.

Orthopäde

Künstliche Hüftgelenkkugeln aus Biokeramik mit einem vergrößerten Durchmesser von 36 Millimetern sind eine Entwicklung einer Orthopädie-Firma aus Ostthüringen. Neue Hüften, aber auch Prothesen verschreibt der Orthopäde. Mit 186.000 Euro Jahreseinkommen hätte es beinahe für den Spitzenplatz gereicht.

Radiologe

Radiologen verdienen mit Abstand am besten: Ihr Jahreseinkommen liegt bei 264.000 Euro; damit verdienen sie knapp 80.000 Euro mehr als der zweitplatzierte Orthopäde.

Die größten Einkommenszuwächse konnten laut „Spiegel Online“ Augenärzte und Neurologen erzielen. Ihre Reinerträge stiegen zwischen 2007 und 2011 um rund 35 Prozent. Neurologen kommen demnach nun auf 14.416 Euro pro Monat, Augenärzte auf 19.083 Euro.

Spitzenreiter unter den Ärzten bleiben nach wie vor die Radiologen und Nuklearmediziner. Sie erzielten der Erhebung zufolge 2011 einen Reinertrag von 25.250 Euro im Monat.

Von

dpa

Kommentare (10)

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UBlaun

15.08.2013, 21:58 Uhr

Das ist der brutto Betrag, ohne Praxiskosten, Personalkosten, etc.

Malocher

15.08.2013, 22:26 Uhr

Dass gerade Neurologen die höchsten Mehreinnahmen verzeichnen, finde ich bedenklich.

Wenn man sich die heutigen Arbeitsbedingungen in Deutschland ansieht, wundert es mich nicht , dass immer mehr Menschen an Stress, (Zukunfts)ängsten und Depressionen leiden.
Oft werden dann irgendwelche Beruhigungsmittel verordnet, so dass die Menschen wieder ein paar Jahre "funktionieren".
Leider sind die Nebenwirkungen vieler Medikamente (neuronale Adaption) langfristig fatal.

Was ist nur aus unserer ehemals sozialen Marktwirtschaft geworden.
Wann wird wieder Politik für die Menschen gemacht und nicht nur für das Kapital?

ja234no

15.08.2013, 22:35 Uhr

komisch , angeblich habe ich somit als Hausarzt 17 % mehr ,
wird so überdie MEdien verbreitet - tatsächlich aber im o.a.
Zeitraum Minus !!! zwanzig !! prozent , ohne dass meine Patienten oder ich selber das Verhalten geändert hätten !!

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