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06.03.2012

16:34 Uhr

Neuer Gesetzentwurf

SPD will Frauenquote gesetzlich durchsetzen

Die SPD will mehr Frauen in die Führungsetage deutscher Unternehmen bringen. Ein neuer Gesetzentwurf sieht vor, dass eine Geschlechterquote notfalls per Gericht erzwungen wird.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Eva  Högl (links) stellt mit ihrer Kollegin Caren Marks den neuen Gesetzentwurf zur Geschlechterquote vor. dapd

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Eva Högl (links) stellt mit ihrer Kollegin Caren Marks den neuen Gesetzentwurf zur Geschlechterquote vor.

BerlinDie SPD will eine Mindestquote von 40 Prozent für Frauen und Männer in der Führungsetage deutscher Unternehmen notfalls per Gericht durchsetzen. Ein Gesetzentwurf, den die SPD an diesem Freitag in den Bundestag einbringen will, sieht einen neuartigen Mechanismus vor, bei dem Vorstands- und Aufsichtsratsposten unbesetzt zu bleiben drohen.

Bei Aufsichtsräten in mitbestimmten Unternehmen muss nach dem SPD-Plan sowohl die Aktionär- als auch die Arbeitnehmerseite die Quote einhalten. Wenn das misslingt, können die für das unterrepräsentierte Geschlecht vorgesehenen Plätze nicht besetzt werden. Das wollen beide Seiten laut SPD vermeiden - die Quote würde folglich automatisch erfüllt.

Auch Vorstandsposten sollen leerbleiben, wenn keine Vertreter des unterrepräsentierten Geschlechts bestellt werden. Ob der Vorstand dann handlungsfähig ist, regelt die Satzung der Gesellschaft. Im Regelfall reicht auch ein einzelnes Vorstandsmitglied zur Geschäftsführung - maximal ein Jahr können weitere Posten unbesetzt bleiben. Bei manchen Unternehmen müssen die Vorstandsmitglieder aber gemeinsam handeln. Im äußersten Fall müssen laut SPD-Antrag Gerichte fehlende Vorstandsmitglieder bestellen und somit die Quote durchsetzen. Zuständig sind dafür die Registergerichte.

Der federführend von der SPD-Expertin für Gleichstellungspolitik, Eva Högl, erarbeitete Entwurf sieht die Quote ab 2015 vor. In einer ersten Stufe gelte bereits ab 1. Januar 2013 für Neubesetzungen in Aufsichtsräten eine Mindestquote von 30 Prozent und in Vorständen von 20 Prozent.

„Nach wie vor sind Aufsichtsräte und Vorstände von großen Unternehmen fest in der Hand von Männern“, so die SPD. In den 30 im Deutschen Aktienindex notierten Unternehmen liege der Frauenanteil bei Vorstandsmitgliedern derzeit bei inakzeptablen 3,7 Prozent. „Freiwilligkeit führt also nicht zu gerechter Teilhabe“, hält die SPD der Familienministerin Kristina Schröder (CDU) entgegen, die auf Freiwilligkeit pocht.

Von

dpa

Kommentare (10)

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Anonym

06.03.2012, 16:44 Uhr

Die gesetzliche Frauenquote ist der größte Blödsinn. Wer ist überhaupt auf solch eine idiotische Idee gekommen?
Genommen werden sollte diejenige Person die qualifizierter ist! Nachzuprüfen ist das schwer, dennoch fände ich es nur fair! Frauen dürfen sich demnächst dann über die Asusagen "Ihr seid doch nur in der oberen Etage auf Grund der Frauenquote" anhören. Das wollen sie genausowenig wie wir Männer.

Waaahnsinn

06.03.2012, 16:44 Uhr

selten in der Geschichte haben sich Politiker so dreist eigene Vorteile verschaffen wollen!!!

Ich

06.03.2012, 16:51 Uhr

So ein Schwachsinn. Ich hatte zweimal das "Vergnügen" unter einer Frau als Chefin zu arbeiten. Entscheidungen nach Hormonlage, Zickengefechte und eine allerhöchste Fluktuationsquote unter den Mitarbeitern die das nicht mitmachen wollten. Dazu das gute Ergebnis - von Männern erwirtschaftet - in den Keller gefahren. Nie wieder in einer Firma in der eine frau Chefin ist.

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