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22.05.2012

23:03 Uhr

Neuer Linken-Vorsitz

Oskar Lafontaine verzichtet auf Kandidatur

Im Kampf um den Vorsitz der Linken überlässt Lafontaine seiner Konkurrenz das Feld. Es könnte zu einer weiblichen Doppelspitze kommen. Parteivize Kipping und NRW-Spitzenkandidatin Schwabedissen erklärten ihre Kandidatur.

Lafontaine verzichtet auf Comeback in der Bundespolitik

Video: Lafontaine verzichtet auf Comeback in der Bundespolitik

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BerlinOskar Lafontaine zieht seine Kandidatur für den Linken-Vorsitz zurück und überlässt Dietmar Bartsch das Feld. Er habe für sein Angebot aus Ost und West sehr viel Unterstützung erhalten, ließ Lafontaine am Dienstag mitteilen. „Ich habe allerdings zur Kenntnis nehmen müssen, dass meine Bereitschaft nicht zu einer Befriedung der innerparteilichen Auseinandersetzung geführt hat, sondern dass die Konflikte weiter eskaliert sind.“ Er ziehe daher sein Angebot zurück, wieder bundespolitische Aufgaben zu übernehmen. Er wolle damit einen Neuanfang für die Partei ermöglichen.

Nach dem Rückzug forderte Lafontaines Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht auch Dietmar Bartsch zum Verzicht auf die Kandidatur auf. „Ich denke, das wäre doch sicherlich eine Lösung, die eher die Partei eint“, sagte die Vize-Parteivorsitzende am Dienstagabend nach einer Parteiveranstaltung in Berlin. Bartsch solle nicht auf Gedeih und Verbleib bei seiner Kandidatur bleiben, denn diese sei insbesondere bei Genossen im Westen sehr umstritten. Die Basis wolle eine dritte Lösung, sagte Wagenknecht.

Als bisheriger Lafontaine-Unterstützer wandte sich auch Parteichef Klaus Ernst erneut gegen Bartsch. „Ich finde, dass Dietmar Bartsch angesichts der Situation nicht der geeignete Kandidat ist“, sagte er. Die Linke brauche ein Gesicht, dass im Westen insbesondere den neuen Teil der Linken verkörpere.

Klaus Ernst hat nun ein weibliches Führungstandem ins Gespräch gebracht. Möglicherweise brauche die Linke nun eine Frauenspitze, sagte Ernst am Dienstag auf einer Regionalkonferenz in Berlin. „Zwei Männer haben wir ja schon gehabt.“ Es müssten Frauen mit Ausstrahlung auch in die alten Bundesländern sein.

Kurz darauf erklärten Parteivize Katja Kipping und die gescheiterte Spitzenkandidatin der Linken bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl, Katharina Schwabedissen, ihre Kandidatur für den Vorsitz der Bundespartei. Ob sie nur gemeinsam für die Doppelspitze kandidieren werden, wollten Kipping und Schwabedissen am Mittwoch (23. Mai, 12.00 Uhr) auf einer Pressekonferenz in Hannover bekannt geben.

Der Linke-Landesvorsitzende in Thüringen Knut Korschewsky begrüßte die Kandidaturen. Mit den beiden Kandidatinnen bestünde die Möglichkeit, „wieder gemeinsam über alle Grenzen von Strömungen und Bundesländern hinweg am Projekt einer starken Linken zu arbeiten.“

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

22.05.2012, 19:27 Uhr

Deutschland braucht viele kleine Wagenknechtchen im Kinderwagen, das ist Sarah's Traum - Napoleon ran an die Geschütze und lass endlich von der unverbesserlichen PDS !

mono

22.05.2012, 21:54 Uhr

Die Linke wirbt mit Würde.... die eine Sache die Lafontaine nicht hat.

RobertSchumansErben

22.05.2012, 23:26 Uhr

Gut so, daß Oskar einer "Kampfabstimmung" entsagte und dadurch mit einiger Sicherheit Bartsch in einem Spitzenamt der "die Linke" verhindert hat. In den westlich gelegenen Bundesländern kann dieser wohl eh keinen Blumentopf gewinnen, das sollte Gysi und auch Bisky wissen.

Die Linke könnte mit einer Sahra Wagenknecht nur wachsen und gedeihen. Eine Quotenfrau wäre sie ohnehin nicht, bei dem was sie drauf hat und darstellt. Die Linke muß sich nur trauen, ansonsten wird es für sie im Westen der Republik keinen mehr vom Hocker hauen.

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