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30.03.2014

20:55 Uhr

Neuer Münchner Oberbürgermeister

Das nächste „O'zapft is!“ ruft Dieter Reiter

Der SPD-Kandidat Dieter Reiter ist im zweiten Wahlgang zum neuen Münchner Oberbürgermeister gewählt worden. Die CSU musste bei den bayerischen Kommunalwahlen auch in anderen Großstädten Niederlagen hinnehmen.

Der zukünftige Münchner Oberbürgermeister, Dieter Reiter (l) und der scheidende Oberbürgermeister Christian Ude (beide SPD). dpa

Der zukünftige Münchner Oberbürgermeister, Dieter Reiter (l) und der scheidende Oberbürgermeister Christian Ude (beide SPD).

München/WürzburgAb sofort kann Dieter Reiter Anzapfen üben: Der Sozialdemokrat ist neuer Oberbürgermeister Münchens und damit künftig für den "O'zapft is!"-Ausruf zum Oktoberfest-Auftakt verantwortlich. Doch während er mit dem weltweit beachteten Fassanstich einen dankbaren Job gewonnen hat, hat der 55-Jährige auch einige undankbare Aufgaben vor sich: Er muss vor allem eine Lösung für das Problem Wohnungsnot und extreme Mietpreise finden.

Reiter benötigte als erster Sozialdemokrat seit 30 Jahren zwei Wahlgänge, um den in München nach Ende des Zweiten Weltkriegs fast immer von der SPD besetzten Oberbürgermeister-Posten zu gewinnen. Im ersten Wahlgang lag er mit 40,5 zu 36,6 Prozent noch relativ knapp vor CSU-Kandidat Josef Schmid. Doch im zweiten Wahlgang holte Reiter mit 56,7 Prozent einen deutlichen Vorsprung. Enttäuschend war mit 38,5 Prozent allerdings die Wahlbeteiligung.

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Zu Zeiten von Franz Josef Strauß hätte es das nicht gegeben: In Schongau stellt ein Bürgerschreck mit Dreadlocks die Politik auf den Kopf. In einer Woche könnte er Bürgermeister werden, der CSU-Mann ist schon geschlagen.

Dass Reiter zwei Wahlgänge brauchte, liegt an der tiefen Zäsur durch den Rückzug des nach über 20-jähriger Amtszeit aufs Altenteil gewechselten Christian Ude. Ude war in München so omnipräsent, dass an seiner Seite in den vergangenen Jahren niemand Profil gewinnen konnte - sich nun einen Namen zu machen, ist eine der ersten Aufgaben Reiters.

Reiter war Udes Favorit für die SPD-intern von mehreren Bewerbern begehrte OB-Kandidatur. Als Münchner Wirtschaftsreferent gehörte er schon in den vergangenen fünf Jahren zum obersten Führungszirkel der Stadtverwaltung. Davor war er unter anderem stellvertretender Stadtkämmerer, Amtsleiter im Steueramt und Pressesprecher der Stadtkämmerei. Auf eine mittlerweile 33-jährige Laufbahn im städtischen Dienst kommt der Diplomverwaltungswirt.

Der am 19. Mai 1958 geborene Reiter ist zwar kein gebürtiger Münchner, er kam in Rain am Lech zur Welt. Aber schon als er zwei Jahre alt war, zog seine Familie nach München, wo er aufwuchs und seine Jugend verbrachte. Reiter besitzt in Straßlach im südlichen Landkreis Münchens mit seiner zweiten Frau Petra ein Haus - das Ehepaar lebt aber seit einigen Jahren in München, in einer 110 Quadratmeter großen Mietwohnung im Arbeiterviertel Sendling.

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