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22.03.2011

06:41 Uhr

Neuer Sat.1-Polittalk

Dschungelcamp für Wortakrobaten

VonChristina Otten

Neuer Talk, neues Glück: Sat.1 kehrt mit Claus Strunz zurück in die Arena der Politik-Talks. Feuriger, schneller, besser soll es sein als die Konkurrenz. Zumindest platzt Guido Westerwelle schon mal der Kragen.

Außenminister Guido Westerwelle war Premierengast bei "Eins gegen Eins". Quelle: dapd

Außenminister Guido Westerwelle war Premierengast bei "Eins gegen Eins".

BerlinWenn Deutschland eines nicht braucht, dann eine neue Talkshow. Noch ein abendliches Schaulaufen der immer gleichen Gesichter, die ungebremst ihre immer gleichen Mahnungen und Warnungen in die deutschen Wohnzimmer tragen? Noch ein Moderator, der genau dann zur nächsten Frage auf seiner Karteikarte übergeht, wenn die Debatte endlich an Fahrt gewinnt?

Die Fernsehkritiker der Nation rieben sich verwundert die Augen, als ausgerechnet der Privatsender Sat.1 ankündigte, das Format Polittalk und seine Zuschauer vor dem Einschlafen bewahren zu wollen. Seit "Talk im Turm", der 1999 eingestellt worden war, hatte man diese Bastion doch ausdrücklich den öffentlich-rechtlichen Profiplauderern überlassen.

Wie auch immer. Nun ist man wieder dabei. „Eins gegen Eins“, heißt die Show. Sendeplatz montags 23.30 Uhr. Es ist der einzige Zeitpunkt, an dem die Konkurrenz von der ARD keine Talkshow aufbietet. Spät ist das – zu spät für viele Frühaufsteher. Deshalb will man feuriger werden, schneller, zugespitzter und nicht so kuschelig wie Will, Maischberger & Co. Es soll Leben kommen in die Bude. Sozusagen ein Dschungelcamp für Wortakrobaten.

Keine Sorge, für Seriosität ist auch im Privaten gesorgt, es übernimmt Claus Strunz. Richtig, der "Was erlauben Strunz?" vom früheren N24-Talk. Der Chefredakteur des "Hamburger Abendblattes" spielt den Schiedsrichter im Ring, wie er es selbst beschreibt. Strunz will den Talk aufziehen wie einen Boxkampf, wie eine „Arena der Argumente“. Zwei Gegner vertreten ihre Extrempositionen – und das Studiopublikum macht mit. Am Anfang und am Ende der Redeschlacht darf es den Sieger bestimmen. Das heißt: Knöpfchen drücken wie bei Jauchs Publikumsfrage in „Wer wird Millionär?“

Soweit die Theorie. Allerdings, Videoeinspieler gibt es auch – und ein Zeitlimit bei den Statements. Also doch nur eine Mischung aus „Hart aber fair“, „Friedman“ und Duell der Kanzlerkandidaten? Mal sehen.

Die Late-Night-Premiere startet in der neuen Talkarena. Gäste: Außenminister Guido Westerwelle und Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart. Thema: „Atom, Lybien – einmal hü, einmal hott: Macht Wählen noch Sinn?“ Außerdem dabei: Tanja Gönner, CDU-Umweltministerin in Baden-Württemberg und ein Parteienforscher, der nicht weiter auffällt.

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