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04.07.2012

09:10 Uhr

Neues Baugesetzbuch

Regierung will Kitas in Wohngebieten erlauben

Die Bundesregierung plant, Kindertagesstätten künftig auch in Wohngebieten bauen zu lassen. Im neuen Baugesetzbuch, über das das Kabinett am Mittwoch berät, sollen die entsprechenden Vorschriften geändert werden.

„Kinderlärm ist keine schädliche Umwelteinwirkung", sagt Bauminister Peter Ramsauer. dpa

„Kinderlärm ist keine schädliche Umwelteinwirkung", sagt Bauminister Peter Ramsauer.

PassauDie Bundesregierung will den Bau von Kindertagesstätten weiter erleichtern. „Es kann nicht länger angehen, dass Kindertagesstätten in reinen Wohngebieten nur im Ausnahmefall genehmigt werden können oder Nachbarn gar gerichtlich gegen Kitas vorgehen“, sagte Bauminister Peter Ramsauer (CSU) der „Passauer Neuen Presse“. Mit dem neuen Baugesetzbuch, das am Mittwoch vom Kabinett auf den Weg gebracht werden soll, würden die Vorschriften für Betreuungseinrichtungen geändert.

„Kindertagesstätten für die Familien im Quartier werden künftig in allen, auch den reinen Wohngebieten grundsätzlich zulässig sein“, sagte Ramsauer. „Kinderlärm ist keine schädliche Umwelteinwirkung, vor der die Bürger mit einem Gesetz geschützt werden müssen.“ Um den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab August 2013 erfüllen zu können, fehlen nach Schätzungen des Familienministeriums derzeit noch rund 160.000 Plätze. Betroffen sind vorwiegend westdeutsche Länder.

Von

afp

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

04.07.2012, 09:25 Uhr

Das ganze ist ein zweiseitiges Problem. Zum einen müssen die Bürger schon erkennen, daß jeder selbst einmal ein Kind war,und auch da gelärmt hat. Auch Älteren ist dieser "Lärm" zuzumuten.
Bei Lärm der von wirtschaftsrelevanten Dingenwie Flughäfen, Áutobahnen etc. ausgehen ist der Gesetzgeber da ja weniger vorsichtig.

Andererseits ist Kinderlärm nicht gleich Kinderlärm. Auch von unseren Kleinen sollten wir erwarten können, daß ein gewisser Respekt vor anderen, so etwas was früher Rücksichtnahme war, in einer Gemeinschaft unabdingbar sind .

Aber genau solche Wertevermittlungen sind in unserer Gesellschaft nicht mehr erwünscht - und führen überall zu Problemen. Sehr zum Wohle von Anwälten &Co.

zarakthuul

04.07.2012, 09:30 Uhr

O ha! Ist Vernunft endlich in der Bundesregierung angekommen?

susemichel

04.07.2012, 11:10 Uhr

Eines der Probleme bei Kitas in reinen Wohngebieten sind die an- und abfahrenden Eltern, die wohl am liebsten eine Drive-In- Kita hätten und die sich weder um Geschwindigkeitsbegrenzungen, Halteverbote und Grundstückseinfahrten scheren.
Wenn man wie wir mittlerweile eingekesselt zwischen Schule, Spiel- und Bolzplatz und demnächst vielleicht auch Kita wohnt, hat man zum Kinderlärm eine etwas gespaltene Meinung. Ein Altenheim im Wohngebiet wäre mir lieber.

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