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20.05.2011

13:46 Uhr

Neues System

Bremen muss länger auf Wahlergebnis warten

Für den Wähler ist das Kreuzchen schnell gemacht, aber das Ergebnis wird in Bremen länger auf sich warten lassen. Die ein oder andere Partei muss also nach der Bürgerschaftswahl noch länger zittern.

Sigmar Gabriel und Spitzenkandidat Jens Böhrnsen: Bei der SPD gibt man sich vor der Wahl in Bremen siegessicher. Quelle: dpa

Sigmar Gabriel und Spitzenkandidat Jens Böhrnsen: Bei der SPD gibt man sich vor der Wahl in Bremen siegessicher.

BremenPrognose, Hochrechnungen, Schluss. Wenn am Sonntag in Bremen die Wahllokale für die Bürgerschaftswahl schließen, beginnt an der Weser das lange Zählen. Absolute Sicherheit gibt es für die Parteien und die Kandidaten am Abend noch nicht. Wer muss eventuell um den Einzug in das Landesparlament bangen? Wie viele Prozente und Sitze bekommen die antretenden Parteien genau? Die Bürger werden ihre fünf Kreuzchen binnen Minuten machen, mancher Kandidat muss vielleicht tagelang auf Gewissheit warten. Erst zur Wochenmitte will Landeswahlleiter Jürgen Wayand die endgültigen Zahlen auf den Tisch legen.

Was Beobachter im Rest der Republik mit Kopfschütteln quittieren, begründet Wayand mit dem erheblichen Mehraufwand durch das neue Wahlsystem. Wie beim Urnengang in Hamburg im Februar können die Menschen auch bei der Landtagswahl in Bremen am Sonntag nicht nur zwei Kreuzchen machen. Insgesamt können sie fünf Stimmen auf Parteien und Bewerber verteilen. Dieses Kumulieren und Panaschieren ist nach Wayands Angaben auch der Grund für das lange Auszählen.

Auch ohne vorläufiges amtliches Endergebnis sagt Wayand für den Wahlabend belastbare Daten voraus. "Es gibt kein späteres Ergebnis. Die Wahlforschungsinstitute werden nach unseren Informationen wie gewohnt eine Erstprognose sowie Hochrechnungen herausgeben." Dazu komme die eigene Hochrechnung des Landesamtes, für die 70 repräsentative Wahlbezirke ausgewählt wurden.

Bremer Beobachter schauten sich das Prozedere in Hamburg an, wo sogar zehn Stimmen vergeben werden konnten. Auch an der Elbe sei am Wahlabend kein vorläufiges amtliches Endergebnis präsentiert worden, betont Wayand. Stimmt - aber: Gegen 23 Uhr waren in Hamburg alle Zweitstimmen ausgezählt, die für die Zusammensetzung eines Parlaments entscheidend sind. Das endgültige Ergebnis stand dann auch an der Elbe erst zur Wochenmitte fest.

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