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10.06.2011

11:52 Uhr

Neustart der Bauarbeiten

Bahn geht bei Stuttgart 21 auf Konfrontationskurs

Aus Kostengründen verzichtet die baden-württembergische Regierung darauf, einen Baustopp für Stuttgart 21 zu beantragen. Doch mit der Hoffnung auf eine freiwillige Pause beißen die Politiker bei der Bahn auf Granit.

Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 demonstrieren vor dem Hauptbahnhof in Berlin. Quelle: dpa

Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 demonstrieren vor dem Hauptbahnhof in Berlin.

StuttgartDie Deutsche Bahn will das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 nach einer zweimonatigen Unterbrechung weiterbauen. „Damit ist klar, dass wir in der kommenden Woche anfangen“, sagte Bahn-Vorstand Volker Kefer am Freitag in Stuttgart nach einer Sitzung des Lenkungsausschusses von Bahn und baden-württembergischer Landesregierung. Das Land habe keinen Baustopp beantragt und sei nicht auf einen Kompromissvorschlag eingegangen, bis zur Vorlage des Belastungstestes zu warten. Die Bahn lege Wert darauf, keine unumkehrbaren Fakten schaffen zu wollen. Das Projekt werde langsam wieder hochgefahren.

Die Regierung habe nur ihre „Erwartung“ geäußert, dass der Baustopp bis zur Veröffentlichung des Stresstests verlängert wird, sagte ein Sprecher der Landesregierung in Stuttgart. „Ein Antrag hätte bedeutet, dass das Land sich an den Kosten hätte beteiligen müssen“, erläuterte er. „Bei einer Forderung hätten wir zahlen müssen.“

Landesverkehrsminister Winfried Hermann äußerte Unverständnis am Vorgehen des Unternehmens. „Es ist einfach nicht nachvollziehbar, dass die Bahn den Druck so erhöht hat“, sagte der Grünen-Politiker. Die Bahn habe pro Monat Verzögerung 56 Millionen Euro verlangt. Dazu kämen 30 Millionen Verzugszinsen an die Stadt Stuttgart. Eine Aussetzung der Bauarbeiten bis zur geplanten Volksabstimmung im Oktober würde über 400 Millionen Euro kosten. Frühere Berechnungen seien von 150 Millionen Euro ausgegangen. Der Stuttgarter Hauptbahnhof soll für derzeit 4,1 Milliarden Euro bis Ende 2019 von einem 16-gleisigen Kopfbahnhof in einen achtgleisigen Durchgangsbahnhof mit kilometerlangen Tunnelstrecken umgebaut werden. Seit mehr als einem Jahr gibt es in Stuttgart heftige Proteste gegen dieses Projekt.

Kommentare (8)

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herbert1949

10.06.2011, 12:45 Uhr

Ich bin sicher das Ding wird gebaut.
Ich bin sicher es wird Milliarden mehr kosten.
Ich bin sicher die höhere Leistungsfähigkeit ist nicht gegeben.
Ich bin sicher das die Stuttgarter Probleme mit Ihren Quellen bekommen.
Ich bin sicher das die neue Strecke die normale Zugkapazität Güterzüge, in tonnen nicht schafft.
Ich bin sicher das die Leute die das alles mit lug und trug und falschen Planungsangaben realisieren niemals zur Rechenschaft gezogen werden.
Ich bin sicher das wir noch teuer dafür bezahlen werden.

proS21

10.06.2011, 12:50 Uhr

Super, endlich macht die Bahn mal etwas richtig. Sie sollten den alten Bahnhof sprengen um den ganzen Terz endlich zu beenden. Wenn es in Deutschland immer solche Proteste gegen Fortschritt gibt, werden wir bald für die Chinesen T Shirts herstellen. Wir können uns nicht auf der veralteten Infrastruktur dieses Landes ausruhen, insbesondere nicht bei öffentlichen Verkehrsmitteln. Und die Gegner... mit fortschrittlicher Ortungstechnik hätten sie evtl. die richtigen Bäume belagert.

Realist

10.06.2011, 12:53 Uhr

Richtig so. Die Bahn ist durch alle Instanzen der Genehmigung gegangen. Es gab zu dieser Zeit genug Möglichkeiten einzugreifen. Irgendwann müssen die Unternehmen auch eine Planungssicherheit haben, damit Großprojekte überhaupt noch angepackt werden.
Die Bahn hat zugesichert keine neuen Fakten zu schaffen, dennoch können die Bauarbeiten weitergehen. Ich sehe da kein Problem. Natürlich werden wieder lautschreiend Demonstranten unterwegs sein, aber man kann ja gegen alles protestieren.

Was passiert eigentlich wenn der Bahnhof nicht gebaut wird und dann Leute für den Bahnhof protestieren? Die Grünen würden da sicher voran gehen. Alle Menschen werden nie zufrieden sein.

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