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15.01.2013

15:14 Uhr

Niedersachsen

SPD-Abgeordnete läuft zur Linken über

Die niedersächsische SPD-Abgeordnete Sigrid Leuschner ist der Linken beigetreten. Leicht gefallen sei ihr die Trennung von der SPD nicht. Grund sei auch die Nominierung von Doris Schröder-Köpf im Landtag im letzten Jahr.

Die frühere Abgeordnete der SPD im Niedersächsischen Landtag, Sigrid Leuschner. dapd

Die frühere Abgeordnete der SPD im Niedersächsischen Landtag, Sigrid Leuschner.

HannoverWenige Tage vor der Wahl in Niedersachsen ist die bisherige SPD-Landtagsabgeordnete Sigrid Leuschner zu den Linken übergewechselt. Die 61-Jährige trat der Linkspartei bei und wird bis zum Ende der Legislaturperiode der Fraktion angehören, wie eine Sprecherin am Dienstag in Berlin sagte. Linken-Chef Bernd Riexinger begrüßte die Entscheidung Leuschners.

"Ein Grund ist die Inhaltsleere in meiner bisherigen Partei, gegen die ich mich nicht mehr durchsetzen konnte", sagte Leuschner der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" vom Dienstag. Die Landtagsabgeordnete war im vergangenen Jahr bei der Wiederaufstellung als Landtagskandidatin für Döhren/Wülfel gescheitert. Gewonnen hatte ihre parteiinterne Mitbewerberin Doris Schröder-Köpf, die Ehefrau von Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Die Trennung von der SPD sei ihr nicht leicht gefallen, sagte Leuschner der "HAZ". Sie habe sich mehr Engagement der Partei für den Verbraucherschutz und für die Rechte der Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst gewünscht. Ein Grund für ihren Austritt seien auch die Umstände der Nominierung Schröder-Köpfs gewesen.

Leuschner wird aber auch einer künftigen Linken-Fraktion im Landtag nicht angehören, weil sie zur Wahl am kommenden Sonntag nicht aufgestellt worden ist. Ein Wiedereinzug der Linken ist aber ohnehin ungewiss, die Landespartei lag in den meisten Umfragen zuletzt unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Linken-Chef Bernd Riexinger begrüßte den Übertritt Leuschners. "Wir sind der richtige Platz für aufrechte Sozialdemokraten", schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter.

Die Ko-Vorsitzende Katja Kipping warnte die SPD davor, nach der Bundestagswahl ein Regierungsbündnis mit der Union einzugehen. Die SPD solle nicht wieder "links blinken, um danach wie ein Verkehrsrowdy wieder rechts abzubiegen und sich womöglich in den Kurs einer großen Koalition einzulassen", sagte Kipping dem Deutschlandradio Kultur.

Die SPD habe viele Themen aufgegriffen, die die Linke zuerst in die Debatte eingebracht habe, sagte Kipping. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die von beiden Parteien geforderte Verfolgung von Steuerflüchtlingen und die Bekämpfung der explodierenden Mieten in Ballungszentren.

Von

afp

Kommentare (2)

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spacewalker

15.01.2013, 17:16 Uhr

Ich würde mich nicht wundern, wenn demnächst eine Enthüllungsgeschichte publiziert wird, durch die wir erfahren, daß die CDU die SPD mit einer 5. Kolonne unterwandert hat. Als erfolgreichste Mitglieder dieser 5.Kolonne wird man wahrscheinlich Steinbrück, Wowereit und Schröder-Köpf enttarnen.

Lutz

15.01.2013, 17:46 Uhr

Die SPD ist die 5. Kolonne.

Wenn die Partei nicht bald in der Versenkung verschwindet, dann prost Mahlzeit.

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