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03.01.2013

12:39 Uhr

Niedersachsen

Trittin macht Wahlkampf gegen Wiesenhof

VonDietmar Neuerer

Im Niedersachsen-Wahlkampf wird auch die Massentierhaltung eine zentrale Rolle spielen. Für Grünen-Fraktionschef Trittin die Gelegenheit, gegen den Hauptsponsor seines Lieblings-Fußballvereins zu wettern.

Ein tiefgefrorenes Hähnchen der Marke "Wiesenhof". dapd

Ein tiefgefrorenes Hähnchen der Marke "Wiesenhof".

BerlinDer Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl, Jürgen Trittin, hat angekündigt, sich im niedersächsischen Wahlkampf vehement gegen Massentierhaltung stark zu machen. Im Visier hat der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion dabei vor allem den Geflügelproduzenten Wiesenhof, den Trittins Lieblings-Fußballverein Werder Bremen zum Haupt- und Trikotsponsoren gemacht hat.

Er werde so stark wie möglich seinen Landesverband Niedersachsen im Wahlkampf unterstützen, sagte Trittin in einem Interview des Deutschen Bundestages. „In Niedersachsen stehen die Massentierhaltung und die katastrophalen Bedingungen in den Ställen im Zentrum der politischen Auseinandersetzung.“ Dann kommt er auf das Wiesenhof-Thema.

Er sei Fan des SV Werder Bremen. „Leider macht der Verein neuerdings Werbung für einen dieser Massentierhalter“, kritisierte er und fügte hinzu: „Es wäre mir eine persönliche Freude, wenn sich das ändern würde. Dann könnte ich auch mein Amt als Nachhaltigkeitsbeauftragter des SV Werder wieder ausüben.“

Trittin war im vergangenen Jahr wegen des neuen Sponsors von Werder Bremen als Umwelt-Botschafter des Fußball-Bundesligisten zurückgetreten. Er begründete diesen Schritt in einem offen Brief damit, dass das auf dem Trikot werbende Unternehmen Wiesenhof aus seiner Sicht „der Marktführer der industriellen Billig-Fleischproduktion“ sei. „Wiesenhof kann kein Partner für einen umweltbewussten Verein sein“, schrieb der Grünen-Politiker.

Werder-Präsident Fischer bedauerte den Rückzug des Politikers. Doch auch bei Teilen der Fans ist der neue Sponsor umstritten und zog deshalb rund 340 Vereinsaustritte nach sich. Dies ist Vereinsangaben zufolge etwa ein Prozent der Mitglieder. Dem Geflügelfabrikanten Wiesenhof wird von Tierschützern unter anderem Tierquälerei vorgeworfen.


Kommentare (23)

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Tabu

03.01.2013, 13:03 Uhr

Trittin macht Wahlkampf gegen Wiesenhof
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Auch so eine Ballastexistenz des vom Steuerzahler
am Leben erhaltenden Hühnerhaufens,welche 40% der
gesamten Steuereinnahmen verschlingen.
Gegen diese Massenhaltung gilt es anzugehen.
Den Tierschutz nur als Fan eines Fussivereins
anzuprangern,kommt um Jahrzehnte zu spät.Solange
leiden schon Tiere unter der unsäglichen Haltung.

lensoes

03.01.2013, 13:24 Uhr



Trittin, Du liegst im Trend. Packt die Agrarmafia am Arsch.

warum habt ihr das Problem nicht zu Zeiten Regentschaft "Joschka der Erste" gelöst ?. Ging wohl nicht wegen Empfindlichkeiten der Bezahl-Agrar-SPD Fürsten in Hannover/Münsterland bzw ....... oder etwa doch ?

Oliver43

03.01.2013, 13:41 Uhr

Die Industrie-Massentierhaltung, wie sie insbesondere im westlichen Niedersachsen erfolgt, ist ethisch und auch für religiöse Menschen theologisch nicht vertretbar.

Tiere werden dort derart unzumutbar produziert, dass sich unsere Gesellschaft fragen muss, wieviel Moral überhaupt noch in unserer Gesellschaft vorhanden ist.

Ich empfehle jedem, der Puten- oder Hühnerfleisch isst, einmal einen Käfighaltungsbetrieb zu betreten und sich vor Ort in den Landkreisen Emsland, Cloppenburg und Vechta anzuschauen, auf welche Weise dort Tiere gehalten werden.

Pferde und Hunde lieben wir, aber bei Hühnern und Puten schaut ein grosser Teil unserer Käufer von Billigfleisch weg.

Die Grünen haben vollkommen Recht, wenn Sie dies Thema aufgreifen: übrigens als EINZIGE Partei, denn die anderen Parteien halten dies Thema nicht für wichtig genug oder sie setzen sich als Lobbyisten für die industrielle Massentierhaltung ein und das gilt insbesondere für die CDU/CSU. Landwirtschaftsministerin Aigner bekam aktuell den Negativpreis "Dinosaurier des Jahres" und den hat sie sich verdient.

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