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20.01.2013

19:50 Uhr

Niedersachsen-Wahl

FDP-Erfolg schockt Bundes-Genossen

VonDietmar Neuerer

Der Erfolg der FDP in Niedersachsen könnte den Regierungstraum der SPD zerstören. Entsprechend mies ist die Stimmung bei den Berliner Genossen. Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gibt sich reumütig – und bläst zum Angriff.

Peer Steinbrück (r.) und Sigmar Gabriel (M.) waren für Stephan Weil im Wahlkampf keine große Hilfe. dpa

Peer Steinbrück (r.) und Sigmar Gabriel (M.) waren für Stephan Weil im Wahlkampf keine große Hilfe.

BerlinFassungslosigkeit in der Berliner SPD-Zentrale. Die entspannte Stimmung kippt, kurz nachdem die ersten Prognosen über die TV-Bildschirme verkündet werden und klar ist, dass die Genossen in Niedersachsen möglicherweise nichts reißen werden und ein rot-grüner Machtwechsel vielleicht nicht zu schaffen ist.

Als ARD-Moderator Jörg Schönenborn erklärt, dass die FDP sicher im Landtag von Hannover vertreten sein wird, geht ein Raunen durchs Willy-Brandt-Haus. Zehn Prozent lautet die ARD-Prognose für die Liberalen. In den Hochrechnungen verfestigt sich später der Trend. Damit hätte niemand gerechnet. In den vergangenen Wochen wurde die Partei konstant bei unter fünf Prozent gesehen. Und jetzt das. Der grandiose FDP-Erfolg ist ein Schlag ins Kontor der SPD.

Kommentar: SPD ist Steinbrück ausgeliefert

Kommentar

SPD ist Steinbrück ausgeliefert

Peer Steinbrück hat der SPD bei der Wahl in Niedersachsen entscheidende Stimmen gekostet.

Wie schwer die Lage wiegt, lassen sich Parteichef Sigmar Gabriel und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nicht anmerken, als sie das Podium im Foyer der Parteizentrale betreten, um den Wahlausgang zu kommentieren. Behäbiger Applaus. Dann die Analyse der Ober-Genossen. Überraschend deutlich räumen beide ein, dass es keinen Rückenwind aus Berlin für den Kandidaten in Niedersachsen, Stephan Weil, gegeben hat. Steinbrück übernimmt gar „maßgeblich Mitverantwortung“, wie er sagt.

Doch an Rückzug denkt er deshalb nicht. „Ich bin verlässlich“, sagt er. Er hält sogar noch einen Machtwechsel für möglich. Wie er das schaffen will? Wie sein Parteifreund Weil in Niedersachsen, wobei zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen ist, ob ihm das auch gelingt. Steinbrück verweist auf den erfolgreichen Wahlkampf der Nord-SPD, der es sogar gelungen ist, zuzulegen.

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Die FDP hat den Einzug in den Landtag klar geschafft, auf Kosten der CDU.

Und selbst der grüne Wunschpartner hat satte Stimmenzugewinne eingefahren. Mit Programmen, die sich an den Bürgern orientiert hätten. Die Genossen hätten sich auf Themen konzentriert, die den Menschen „unter den Fingernägeln brennen“, unterstreicht Steinbrück. Und daraus will auch er sein Erfolgsrezept für die kommenden Monate zimmern. Und er hofft darauf, dass die Bundes-CDU zu schwächeln beginnt. So, wie die Landes-CDU von Ministerpräsident David McAllister, die kräftig abrutsche.

Kommentare (7)

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G.N.

20.01.2013, 20:12 Uhr

Die FDP hatte vor einer Woche nach einer durchgeführten Meinungsumfrage gerade einmal 3 % Wähler hinter sich vereinigen können.
Jetzt liegt sie bei 10%? Wer soll das glauben?
Natürlich haben die "Andern" gerade 3 % erreicht. Ich denke, dass die Wahlergebnissse schon seit längerer Zeit angepasst werden.

Mazi

20.01.2013, 21:24 Uhr

Die Mundwinkel von Peer Steinbrück zeigen offensichtlich den Trend. Ganz blöd ist er ja nicht und versteht die Zeichen der Wahl.

R.Rath

20.01.2013, 21:28 Uhr

Den Schock der Genossen muß man nicht weiter kommentieren.
Eine Partei, die sich den P€€r Steinbrück zum Kandidaten wählt, schockt sich selber.

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