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21.11.2013

15:43 Uhr

Niedrigzins

Schäuble will Versicherern helfen

Der Leitzins der EZB befindet sich auf niedrigem Niveau. Nun will Finanzminister Schäuble die Rahmenbedingungen an den Zins anpassen und kündigt einen neuen Anlauf für eine Änderung bei Bewertungsreserven an.

Wolfgang Schäuble (CDU): „Wir müssen darauf achten, dass nicht wenige zulasten vieler profitieren." ap

Wolfgang Schäuble (CDU): „Wir müssen darauf achten, dass nicht wenige zulasten vieler profitieren."

BerlinFinanzminister Wolfgang Schäuble sagt den Versicherern wegen der Dauer-Niedrigzinsen die Unterstützung der nächsten Bundesregierung zu. Diese werde einen neuen Anlauf starten, die Bewertungsreserven fairer auf die Lebensversicherungskunden zu verteilen.

„Wir müssen darauf achten, dass nicht wenige zulasten vieler profitieren", sagte er am Donnerstag auf dem Deutschen Versicherungstag in Berlin. Die geltende Regelung bevorzugt Kunden, die sich ihre Verträge jetzt auszahlen lassen, gegenüber jenen, die erst später an der Reihe sind. Zu Jahresbeginn waren die Versicherer mit ihrer Forderung, das Gesetz zu ändern, bei der Politik abgeblitzt.

Schäuble erklärte, für die Versicherer werde es immer schwieriger, die Erträge zu erwirtschaften, die sie ihren Kunden versprochen hätten. Denn die Marktzinsen lägen unter zwei Prozent, während die langfristigen Garantien für Kunden derzeit im Schnitt rund 3,25 Prozent betragen würden. „Das kann auf die Dauer kein tragfähiges Geschäftsmodell sein."

Die Folgen der EZB-Niedrigzinspolitik

Schulden steigen

Künstlich niedrig gehaltene Zinsen befördern die Schuldenwirtschaft, insbesondere die der Staaten und der Bankenindustrie.

Spekulationswellen

Künstlich tiefe Zinsen lösen (inflationäre) Spekulationswellen aus, führen zu „Boom-and-Bust“-Zyklen: überhitzte Situationen, in denen, wenn niemand mehr bereit ist, Kredite zu finanzieren, alles in sich zusammenbricht.

Fehlinvestitionen werden künstlich am Leben gehalten

Ein künstlich tief gehaltener Zins befördert, dass unprofitable Investitionsprojekte also Fehlinvestitionen aufrecht gehalten werden.

Verminderter Reformdruck auf Krisenländer

Werden die Zinsen künstlich abgesenkt, so verringert sich der Reformdruck auf Regierungen und Banken, ihre Haushalte beziehungsweise Bilanzen zu verbessern.

Es verunsichere die Kunden. „Die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen müssen an die Besonderheiten eines Niedrigzinsumfelds angepasst werden." Dafür werde sich die neue Bundesregierung auch in Brüssel einsetzen. Versicherer spielen bei der immer wichtiger werdenden privaten Altersvorsorge eine entscheidende Rolle.

Im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag war der Versuch gescheitert, die Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven per Gesetz zu revidieren. Schäuble räumte ein, dabei habe man sich „nicht mit Ruhm bekleckert" und werde es beim nächsten Mal besser machen. Zuletzt hatte auch die Bundesbank für eine rasche Neuregelung plädiert.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

21.11.2013, 18:44 Uhr

Zitat : Schäuble will Versicherern helfen

- spätestens in 2-3 Jahren fangen die Versicherungen an, wegen der Niedrigzinspolitik PLEITE zu gehen !

Ihnen kann kein Schäuble mehr helfen !

Er wird zuschauen, was die Bande um die EZB in Europa angerichtet hat :

Menschen werden ihre Renten verlieren, Leistungen der Lebensversicherer verlieren und weiterhin ihre Ersparnisse verlieren !

Das " Sparschweinchen im Wägelchen" hat aber seine garantierte Staatsrente sicher ! In zweistelliger Höhe .

Nachwuchs

21.11.2013, 19:15 Uhr

Erst Banker/Banken helfen. Jetzt Versicherungen. Wann hilft er endlich den Bürger? Warum verachtet er diese und kann nur diese ausplündern?

cashca

22.11.2013, 09:09 Uhr

Wir retten alle und alles , niemand wird zurückgelassen...
n iemand bleibt im Regen stehn, jeder bekommt sein Schirmchen aufgespannt,
Jeder darf unter den Schutz und Schirm der Regierung..
Mutti Merkel , wir rufen zu dir.......
Wie wäre es aber mal mit einer Politik, die solche Hilfeleistungen nicht nötig machen würden.?
Ich erinnere mich gerade auch, an die großkotzigen Aussagen 2007/2008 .....betrifft uns alle nicht, ist nur ein Problem anderer, in ein paar Monaten ist alles vorbei, kräht kein hanh mehr danach.
Was waren das doch für große Geister, was es Dummheit, oder bewusste Täuschung?
Jeder , der die Fakten kannte, wusste, das wird eine kritische Sache über viele Jahre..
Jeder , der aufklärte, der die Fakten erkärte und die Folgen, der war ein ganz übler Panikmacher, ein Verschwörer u.s.w.
Und , wo stehen wir heut? Wer hatte denn nun recht?
Über Wegen zu lösung kann man geteilter mEinung sien, ncht aber über den verheerenden Zustand unseres Finanzwesens das man seit Ausbruch der Krise stes geleugnet hat.
Wer sich am Ende als Lügner heraustellt, der hat nun mal das Vertrauen verloren.
Interessannt ist, mit welcher Vermessenheit sie alle weiterlügen,
ebnso wieviele Dumme es gibt, die Denen immer wieder glauben.
Die meinen. das Ganze wäre eben ein unabwendbareres naturgegebenes Schicksal.
Nein, das ist es nicht, mit den richtigen Gegenmaßnahmen wären wir schon lange durch und würden wirder auf stabilen Fundamenten stehen.
De Tatsache, dass an Genau das nicht tut, lässt vermuten, dass alles so gewollt ist, dass es demnächst garantiert noch schlimmer kommt. Das wäre dann die große k
Krise, die man braucht (O..Ton Schäuble) um die Veränderungen umzusetzen, die sie wollen,
Aber dann wird es erst lustig für das volk, dann sind sie verraten und verkauft.
Viele Jahrzehnte alte Träume der Eliten flammen wieder auf, diesmal wird es durchgezogen.

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