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19.03.2012

06:58 Uhr

Norbert Röttgen

„Ich trete nicht an, um Oppositionsführer zu werden“

Kommt Norbert Röttgen um zu bleiben? Im Falle einer Niederlage eher nicht. Laut Medienbericht will der Bundesumweltminister nur nach Düsseldorf, wenn er die Wahl in Nordrhein-Westfalen gewinnt. Aber der Druck wächst.

Bundesumweltminister Norbert Roettgen eilt für die Landtagswahl nach Düsseldorf - fragt sich nur, wie lange er dort auch bleibt. dapd

Bundesumweltminister Norbert Roettgen eilt für die Landtagswahl nach Düsseldorf - fragt sich nur, wie lange er dort auch bleibt.

DüsseldorfDer CDU-Spitzenkandidat für die NRW-Wahl, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, wird einer Zeitung zufolge nicht in die Landespolitik wechseln. Wie „Bild“ vorab unter Berufung auf Kreise um den Minister berichtete, bekräftigte Röttgen diese Entscheidung am Wochenende gegenüber Vertrauten.„Ich trete nicht an, um Oppositionsführer zu werden“, sagte er der „Bild am Sonntag“, und heizte mit diesem Statement die Diskussion um seine derzeitige Doppelrolle noch mehr an. Denn ob die CDU in Düsseldorf nach der Wahl am 13. Mai tatsächlich mitregieren darf, ist mehr als fraglich. „Ich kämpfe um den Posten des Ministerpräsidenten. Alles Weitere werden wir nach der Wahl gemeinsam entscheiden“, schob Röttgen hinterher. Dem „Spiegel“ sagte Röttgen, die Debatte um seine Zukunft werde „nur dem politischen Gegner nutzen“. „Bild“ berichtete zudem ohne Angabe von Quellen, Röttgen wolle den ehemaligen CDU-Vize Friedrich Merz für sein Schattenkabinett gewinnen.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bekräftigte dagegen, dass sie in NRW bleiben wolle und keine Kanzlerkandidatur in Berlin anstrebe.

Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ erteilte Röttgen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Absage, als sie ihn am Freitagabend in einem Telefonat zu einem endgültigen Wechsel in die NRW-Landespolitik bewegen wollte. Am Samstag traten beide gemeinsam bei einer Parteiveranstaltung in Siegen auf - sie gingen jedoch nicht näher auf den NRW-Wahlkampf ein. Zuvor hatte Merkel zu der Diskussion über Röttgen lediglich gesagt: „Wie er diese Rolle am allerbesten ausfüllen kann, werde ich mit ihm selber besprechen.“

Und der Druck auf Röttgen wächst immer weiter. Der designierte FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte der „Rheinischen Post", wer Ministerpräsident des größten Bundeslandes werden wolle, müsse sich auch klar und umfassend zur Landespolitik bekennen. „Norbert Röttgen muss achtgeben, dass er durch die Debatte nicht irreparabel beschädigt wird.“

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SPD-Chef Sigmar Gabriel warf Röttgen vor, er wolle sich „eine Rückfahrkarte nach Berlin“ sichern. Röttgen habe „Angst vor einer eindeutigen Entscheidung für NRW“, sagte er beim Landesparteitag der Thüringer SPD. Das sei unredlich.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer empfahl Röttgen erneut, „keine Rückfahrkarte zu lösen“. „Er sollte sich dem Land zur Verfügung stellen, egal wie die Wahl ausgeht“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Auch der NRW-CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz erhöhte den Druck auf Röttgen: „Er wird keinen Zweifel lassen, dass er auch persönlich bereit ist, für den Wahlsieg ein Risiko einzugehen“, sagte er dem „Spiegel“.

Der designierte FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte der „Rheinischen Post“, wer Ministerpräsident des größten Bundeslandes werden wolle, müsse sich auch klar und umfassend zur Landespolitik bekennen. „Norbert Röttgen muss achtgeben, dass er durch die Debatte nicht irreparabel beschädigt wird.“

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Kraft hingegen betonte in der „Bild“-Zeitung, keinen Wechsel in die Bundespolitik anzustreben: „Ich gehe nicht nach Berlin. Wir wollen als SPD jetzt hier stärkste Partei werden und mit Rot-Grün weiter regieren.“ In der „Welt am Sonntag“ bekräftigte sie: „Es ist ausgeschlossen, dass ich 2013 Kanzlerkandidatin der SPD werde.“ Das gelte auch für die Bundestagswahl 2017.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

18.03.2012, 17:19 Uhr

Röttgen will alles und bekommt was er verdient , einen Tritt.

Account gelöscht!

18.03.2012, 18:03 Uhr

Besser kann Röttgen doch gar nicht zeigen, was Politik für ihn ist: reiner Gelderwerb in Ermangelung von Fähigkeiten für den normalen Arbeitsmarkt
Denn verliert die CDU in NRW und Röttgen wäre dann Opposiontsführr, wären seine finanz. Einnahmen geringer als im Bund als Minister.
Röttgen zeigt deutlich, dass es den Politikern nur noch um ihr eigenes Geld geht.
Einfach nur noch ekelhaft
Ich hoffe, er fällt ganz tief

MikeM

18.03.2012, 18:06 Uhr

Mutti hat schon ganz andere weggebissen, da schafft sie diesen Schnösel doch mit links! Zur Abwechslung wird sie sich mal wieder für eine Sache einsetzen - ihre eigene.

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