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16.11.2016

04:53 Uhr

Norbert Röttgen legt sich fest

Merkel „wird als Kanzlerkandidatin antreten“

In einem Interview mit dem Sender CNN behauptet der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen, Bundeskanzlerin Angela Merkel werde für eine vierte Amtszeit antreten. Seine Partei und die Regierung reagieren mit Kopfschütteln.

Merkel wird nach Aussage des CDU-Außenpolitikers Röttgen für eine vierte Amtszeit kandidieren. dpa

Angela Merkel tritt laut Röttgen wieder an

Merkel wird nach Aussage des CDU-Außenpolitikers Röttgen für eine vierte Amtszeit kandidieren.

Washington/BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird nach Ansicht des CDU-Außenpolitikers Norbert Röttgen für eine vierte Amtszeit kandidieren. „Sie wird als Kanzlerkandidatin antreten“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag am Dienstag dem Sender CNN. Merkel sei „ein Eckpfeiler des politischen Konzepts des Westens“. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte dazu am Abend der Deutschen Presse-Agentur: „Die Bundeskanzlerin wird sich zu der Frage, wie schon mehrfach gesagt, zum geeigneten Zeitpunkt äußern.“

Die CDU-Zentrale äußerte sich ähnlich: „Es gilt das, was die Parteivorsitzende gesagt hat: Sie wird ihre Entscheidung zur gegebenen Zeit mitteilen.“ Aus Kreisen der CDU-Spitze hieß es, es sei „nahezu ausgeschlossen“, dass Röttgen wisse, was Merkel vorhabe.

Bislang hat Merkel offengelassen, wann sie sich erklären wird. Denkbar wäre, dass sie ihre Entscheidung bereits bei der CDU-Vorstandsklausur am kommenden Sonntag bekanntgibt - oder aber beim CDU-Parteitag im Dezember in Essen, wo mehr als 1000 Delegierte erwartet werden.

Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer sieht keinen Zeitdruck. „Auch wegen der unsicheren außenpolitischen Lage wünsche ich mir, dass Angela Merkel mit ihrer Erfahrung und ihrer Weitsicht wieder als Kanzlerkandidatin für CDU und CSU antritt“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Merkel habe mehrfach betont, dass sie die Entscheidung zum geeigneten Zeitpunkt bekanntgeben werde. „Auf ein paar Tage mehr oder weniger kommt es dabei nicht an.“

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Aus der CDU-Führung haben sich bereits zahlreiche Landespolitiker für eine vierte Amtszeit Merkels ausgesprochen, unter ihnen die Ministerpräsidenten Hessens und des Saarlands, Volker Bouffier und Annegret Kramp-Karrenbauer, sowie der nordrhein-westfälische CDU-Landeschef Armin Laschet. Die als Merkel-Vertraute geltende CDU-Vize Julia Klöckner hatte bereits Ende August erklärt: „Angela Merkel wird wieder antreten als Parteivorsitzende am Bundesparteitag, und sie wird dann selbst entscheiden, wann sie verkünden wird, dass sie als Kanzlerkandidatin zur Verfügung steht.“

Röttgen sagte CNN, Merkel agiere als Global Player. „Also wird sie antreten und wie ein verantwortlicher Führer handeln.“ Er reagierte damit auf eine Anmerkung des Moderators, der sagte, es sei unklar, ob Merkel noch einmal antrete. Merkel ist seit elf Jahren Kanzlerin. Im Jahr 2012 hatte sie Röttgen als Bundesumweltminister entlassen.

Trotz des Streits über die Flüchtlingspolitik hatte die CDU-Chefin zuletzt auch aus der CSU immer mehr Unterstützung erhalten. So hatte vor gut drei Wochen der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber dem „Spiegel“ gesagt, es könne keinen Zweifel geben: „Angela Merkel ist unsere Kandidatin.“ Auch CSU-Chef Horst Seehofer sei inzwischen zu der Überzeugung gelangt, dass seine Partei am Ende Merkel unterstützen müsse, schrieb das Nachrichtenmagazin.

Ähnlich hatte sich die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, geäußert. Wenn Merkel für eine Kandidatur bereit sei, habe sie ihre volle Unterstützung, sagte sie vor gut drei Wochen der „Mitteldeutschen Zeitung“.

Laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Forsa-Umfrage würden es 59 Prozent der Bundesbürger begrüßen, wenn Merkel bei der Bundestagswahl 2017 wieder als gemeinsame Kanzlerkandidatin von CDU und CSU antreten würde.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

16.11.2016, 10:48 Uhr

Herr Röttgen will also den Untergang Deutschlands. Hoffentlich hält sich die Kanzlerin nicht an den Wunsch, sondern wandert endlich aus unter Verzicht der deutschen Staatsbürgerschaft.

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