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06.02.2015

14:09 Uhr

Nordkorea

Schweiz stoppt Zahlung für Kim Jong Uns Militär

Seit 2011 reisten nordkoreanische Offiziere zur Fortbildung nach Genf. Damit wollte die Schweiz zur Öffnung des kommunistisch geführten Landes beitragen. Nun hat die Regierung die Finanzierung der Ausbildung gestoppt.

Die Schweiz zahlt nicht mehr für die Ausbildung von nordkoreanischen Offizieren. Reuters

Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong Un

Die Schweiz zahlt nicht mehr für die Ausbildung von nordkoreanischen Offizieren.

GenfDie Schweiz hat die Finanzierung der Ausbildung von nordkoreanischen Offizieren im Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik (GCSP) gestoppt. Das Verteidigungsministerium verwies am Freitag zur Begründung auf die Kritik einiger Parlamentarier, nachdem bekannt worden war, dass zwei nordkoreanische Offiziere an einer unerlaubten Schießübung teilgenommen hatten.

Nordkoreaner dürften weiter an den Ausbildungsprogrammen teilnehmen, sie müssten die Ausbildung aber nun selbst finanzieren.

Das Verteidigungsministerium bestätigte damit einen Bericht des französischsprachigen Senders Radio Télévision Suisse (RTS), demzufolge seit 2011 Vertreter der nordkoreanischen Führung zu Fortbildungsprogrammen nach Genf gekommen waren. Damit sollte ein Beitrag zur Öffnung des kommunistisch geführten Landes geleistet werden. In den vergangenen drei Jahren waren dafür umgerechnet 152.000 Euro bereitgestellt worden.

Nordkoreas Verbündete

China

Die Volksrepublik ist mit Abstand Nordkoreas größter Exportpartner. Nicht in den Statistiken tauchen umfangreiche Nahrungsmittel- und Energiehilfen auf. Peking hat mehr Einfluss auf Pjöngjang als jeder andere Staat. Allerdings hat auch China Nordkoreas dritten Atomtest verurteilt und den jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats zugestimmt - das zeigt die Verärgerung über den jungen Machthaber Kim Jong Un.

Als Gastgeber organisierte Peking mehrere Runden der Sechs-Parteien-Gespräche zwischen Nordkorea, China, den USA, Südkorea, Japan und Russland. Für ein Ende des Atomwaffenprogramms standen diplomatische Zugeständnisse und Wirtschaftshilfen in Aussicht. Doch Nordkorea ließ die Verhandlungen 2009 platzen und setzt bis heute allein auf Konfrontation.

Iran

Nordkorea ist seit Jahren ein wichtiger Waffenlieferant für Teheran. Nach Angaben der Vereinten Nationen exportierte Pjöngjang auch für Atom-Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran. 2012 vereinbarten das Mullah-Regime und die kommunistische Diktatur eine noch engere Zusammenarbeit. Zu diesem Zweck unterzeichneten Vertreter beider Länder mehrere Kooperationsabkommen im Technologiebereich. Konkret geht es um Energie, Umwelt, Landwirtschaft und Lebensmittel, eine engere Zusammenarbeit bei der Forschung sowie um Austauschprogramme für Studenten.

Russland

Pjöngjang steht in Moskau noch aus sowjetischer Zeit mit rund elf Milliarden US-Dollar in der Kreide. Das Verhältnis der einst engen Verbündeten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich abgekühlt. Noch im Sommer 2011 wollten der damalige Kremlchef Dmitri Medwedew und der bereits von Krankheit geschwächte nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il neuen Schwung in die Beziehungen bringen. Sie kündeten zahlreiche gemeinsame Projekte an, doch blieb es meist bei Absichtserklärungen. So scheiterte auch der Bau einer Pipeline, die russisches Erdgas über nordkoreanisches Gebiet nach Südkorea transportieren sollte.

Kuba

Nordkorea und Kuba kooperieren unter anderem in den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Biotechnologie. Seit 1960 gibt es diplomatische Beziehungen zwischen Havanna und Pjöngjang. Auf den Tod des „Genossen Kim Jong Il“ im Dezember 2011 reagierte Kubas Regierung mit einer dreitägigen Staatstrauer.

Berichten zufolge analysierten die Programmteilnehmer internationale Sicherheitsfragen, darunter Probleme mit Massenvernichtungswaffen, Terrorismus und Menschenrechtsverletzungen. Nach Angaben des Senders RTS gehörten auch die Ereignisse des Arabischen Frühlings sowie die Krise in der Ukraine zu den Kursinhalten.

Von

afp

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