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17.11.2014

20:42 Uhr

Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsidentin Kraft kämpft für Braunkohle

ExklusivHannelore Kraft (SPD) stellt sich gegen Forderungen aus der eigenen Partei, Kohlekraftwerke zeitnah vom Netz zu nehmen. Die Ministerpräsidentin will die Interessen NRWs schützen – und des Industriestandorts Deutschland.

Mit Kraft heißt mit Kohle: Die NRW-Ministerpräsidentin möchte Kohlekraftwerke erhalten. dpa

Mit Kraft heißt mit Kohle: Die NRW-Ministerpräsidentin möchte Kohlekraftwerke erhalten.

DüsseldorfDie nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) setzt sich für den Erhalt von Kohlekraftwerken ein. „Die nordrhein-westfälische Landesregierung steht dazu, dass es in NRW für die nächsten Jahrzehnte noch Kohlekraftwerke geben wird“, sagte Kraft dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). „Wir können nicht gleichzeitig aus der Atomkraft und der Kohlekraft aussteigen“, betonte die SPD-Politikerin.

Kraft stellt sich damit in Widerspruch zu Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die in den vergangenen Wochen mehrfach gefordert hatte, Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen, um die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Die Umweltministerin sagt, anderenfalls könne Deutschland seine Klimaschutzziele nicht erreichen.

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Freude am Regieren vermittelt die SPD gerade nur bedingt. Die Flügel beharken sich. Die Umfragen sind schlecht. Und dann steht auch noch die Frage im Raum, ob das deutsche Klimaziel kassiert werden muss.

Kraft kündigte an, ihre Landesregierung werde die Debatte über Kapazitätszahlungen für Kraftwerke aufmerksam beobachten: „Wir werden sehr genau darauf achten, die Interessen unseres Landes und unserer Unternehmen zu wahren“, sagte die SPD-Politikerin. „Die Frage ist, wie viele Back-up-Kapazitäten wir brauchen und wie wir ihren Einsatz organisieren, ob und wie stark der Staat dabei eingreift oder ob der Markt das selbst regelt“, sagte Kraft.

Mit Blick auf Stromversorgungsengpässe im Nachbarland Belgien sagte Kraft: „Das darf es bei uns nicht geben. Das verträgt kein Industriestandort wie Deutschland.“

Kommentare (4)

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Herr Peter Silberg

18.11.2014, 08:21 Uhr

Was hat der Titel mit dem Inhalt des Artikels zu tun? Im Titel werden explizit Braunkohlekraftwerke genannt, während im Artikel allgemein von Kohlekraftwerken die Rede ist. BTW: Niemand will gleichzeitig aus Kernkraft und Kohle aussteigen. Aber eines ist sicher: Wenn die Klimaerwärmung gestoppt werden soll, müssen Kraftwerke mit niedrigen spezifischen Emissionen die Residuallast decken.

Account gelöscht!

18.11.2014, 09:18 Uhr

@ Peter Silberg,
eine Alternative wäre eine Forschung, damit z.B. schädliche Agase in nutzbare Materialien verändert würden. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass in Deutschland Kohle für Jahrhunderte vorhanden ist.

Herr Peter Silberg

18.11.2014, 09:34 Uhr

@Manfred Woinitzky
Der Ansatz, Abgase aufzubereiten (End of Pipe Technologie) ist m. E. gegenüber der Vermeidung von Abgasen klar im Nachteil. Und wenn man CO2 stofflich nutzen will (CCU= Carbon Capture and Usage) sollte man sich immer vergegenwärtigen, dass CO2 ein sehr stabiles Molekül ist und die Bindungen zwischen C und O nur durch hohen Energieeinsatz aufgebrochen werden können. Diese Energie muss irgendwo herkommen und sei es bei der Herstellung reaktiver Reaktionspartner.

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