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14.04.2012

15:56 Uhr

NRW-Landtagswahl

FDP liebäugelt mit einer Ampelkoalition

Laut neuesten Umfragen schafft es die FDP nicht in den NRW-Landtag. Nun versucht sich die Partei aus der Bindung an die CDU zu lösen. Lindner betont Gemeinsamkeiten mit der SPD und Bahr liebäugelt mit der Ampelkoalition.

Der Spitzenkandidat der NRW-FDP, Christian Lindner und der FDP-Landesvorsitzende in NRW, Daniel Bahr. dpa

Der Spitzenkandidat der NRW-FDP, Christian Lindner und der FDP-Landesvorsitzende in NRW, Daniel Bahr.

BerlinDie um ihre Existenz ringende FDP versucht sich aus der Bindung an die CDU zu lösen und liebäugelt mit Ampelkoalitionen. „Jede Regierung, in der die FDP liberale Inhalte durchsetzt, ist eine gute Regierung“, sagte der NRW-Landeschef und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, der „Welt am Sonntag“ auf die Frage nach einem Dreierbündnis mit SPD und Grünen. Der NRW-Spitzenkandidat Christian Lindner betonte Gemeinsamkeiten mit der SPD. Die Parteiführung versuchte unterdessen, den Eindruck zu zerstreuen, ein unter anderem vom früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher unterzeichneter Wahlaufruf sei als Kritik an Parteichef Philipp Rösler zu bewerten.

„In Nordrhein-Westfalen gibt es die interessante Konstellation, dass sich in manchen Aspekten der Industriepolitik einerseits SPD und FDP nahestehen, andererseits CDU und Grüne“, erklärte Lindner. In der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ verwies er auf die sozialliberale Tradition in NRW. Bahr forderte, man müsse bei Bündnisfragen von Wahl zu Wahl entscheiden, ob Inhalte und Personen zusammenpassen würden.

Parteichef Rösler vermied in der „Leipziger Volkszeitung“ eine Antwort auf die Frage nach einer Ampelkoalition. Stattdessen erklärte er lediglich, die FDP müsse zu ihren liberalen Grundwerten stehen. Auch die CDU unterließ eine Bekenntnis zu ihrem bisherigen Wunschpartner FDP. „Das Lagerdenken alten Stils ist vorbei“, sagte der CDU-Spitzenkandidat und Bundesumweltminister Norbert Röttgen, dem Magazin „Focus“. Es seien kreative Lösungen gefordert.

FDP-intern ging der Führungsstreit weiter, ausgelöst durch einen Wahlaufruf von Altliberalen für Lindner. In dem im „Kölner Stadtanzeiger“ veröffentlichten Appell wird Rösler nicht einmal erwähnt. Stattdessen wird Rösler-Rivale Lindner als neue politische Kraft gefeiert. „Christian Lindner hat kraft seiner Persönlichkeit die politische Landschaft verändert“, heißt es in dem auch von Ex-Außenminister Klaus Kinkel und dem früheren Innenminister Gerhart Baum unterzeichneten Aufruf. Dank Lindner seien viele, von der FDP enttäuschte Bürger bereit, ihr eine neue Chance zu geben. Lindner werde zugetraut, die „große Tradition der Liberalen“ wieder aufzunehmen. Die NRW-Wahl habe eine Bedeutung für die FDP über die Landesgrenzen hinaus.

Kommentare (13)

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DERichter

14.04.2012, 16:19 Uhr

Die FDP ist eine Partei ekelerregender Opportunisten und Umfaller. Wenn man schon eine volksschädigende neoliberale Partei wie die FDP ist, dann kann man nicht noch glaubhaft für sich die Möglichkeit einer Ampelkoalition ins Spiel bringen. Nicht nur neoliberal durchseucht, sondern auch ohne Rückgrat. Das ist die FDP! Aber wen wundert es bei diesem Umfaller Lindner, bei dem es außer zum Unternehmen-
versenken und KFW-Kredite verschleudern und zur Flucht aus dem Posten des FDP-Generalsekretärs zu nicht gereicht hat.
Die FDP muß weg. Schlachtet sie an der NRW-Wahlurne!

Werner_K

14.04.2012, 16:26 Uhr

Die FDP würde auch mit der NPD oder den Kommunisten koalieren nur um an der Regierung zu bleiben und ihre sogenannten liberalen Inhalte durchzusetzen.
Die FDP ist mittlerweile zum kotzen.

Account gelöscht!

14.04.2012, 16:34 Uhr

Letzte Todeszuckungen einer Partei, die orientierungslos von einem Thema zum nächsten irrlichtert, leider. Ich bin schon lange auf verzweifelter Suche nach einer Partei, die gegen den Euro-Rettungswahnsinn und gegen das Verklappen unserer Staatsgelder ins Mittelmeer kämpft; FDP? Fehlanzeige. Und das, obwohl das Wutpotential in der deutschen Bevölkerung mittlerweile immens ist. Unerklärlich, daß dies in der FDP nicht aufgegriffen wird, der Erfolg wäre durchschlagend. Nicht zuletzt stünde es den "Liberalen" auch gut zu Gesicht, würden sie gegen diesen grenzenlosen Euro-Rettungs-Staats-Interventionismus ankämpfen. Doch nichts als Schweigen im Walde.

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