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17.04.2012

18:22 Uhr

NRW-Wahl

Röttgen macht sein Team komplett

VonAaron Röschke

Norbert Röttgen komplettiert sein Schattenkabinett: Sein Kulturminister soll sich um geistiges Eigentum kümmern, für Familie holt er eine etablierte Sozialpolitikerin aus Berlin, und Integration wird Chefsache.

Im Falle eines Wahlsiegs soll Ingrid Fischbach Frauen- und Familienministerin werden. dpa

Im Falle eines Wahlsiegs soll Ingrid Fischbach Frauen- und Familienministerin werden.

DüsseldorfDer Spitzenkandidat der CDU in Nordrhein-Westfalen, Norbert Röttgen, hat am Dienstag in Düsseldorf die letzten Posten seines Schattenkabinetts besetzt. So soll die CDU-Sozialpolitikerin Ingrid Fischbach nach einem Wahlsieg Familien- und Frauenministerin werden. Die ausgebildete Lehrerin ist derzeit noch stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und gehört zu den bekanntesten Sozialpolitikern in Berlin.

Fischbach will insbesondere den Ausbau der Kindertagesstätten vorantreiben. Der rot-grünen Landesregierung warf sie Versagen vor, ihre Arbeit in der Familienpolitik sei „desaströs und skandalös“. Um die angestrebte Betreuungsquote von 32 Prozent für die Unter-Dreijährigen zu erreichen, „muss noch Einiges geschehen“.

Röttgens Schattenkabinett im Überblick

Finanzen

Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Steffen Kampeter (CDU), soll im Falle eines Wahlsiegs Finanzminister in Nordrhein-Westfalen werden. Der 48-Jährige sitzt seit 1990 im Bundestag. Als Staatssekretär verhandelt der aus Minden stammende Westfale seit 2009 über die Euro-Rettung und das Schicksal der Landesbanken. Er erklärte die Lösung des Schuldenproblems in NRW zur wichtigsten Aufgabe. Sparen will er unter anderem durch einen weiteren Bürokratieabbau.

Wissenschaft und Wirtschaft

Der Wissenschaftler Günther Schuh ist als Wirtschaftsminister vorgesehen. Der 53-Jährige parteilose Prorektor für Industrie und Wirtschaft an der RWTH Aachen soll das neu zu schaffende Ressort Wissenschaft und Wirtschaft führen. Er will mehr Studierende für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gewinnen.

Familien und Frauen

Die CDU-Sozialpolitikerin Ingrid Fischbach soll das Familien- und Frauenministerium anführen. Die 54-Jährige ist derzeit stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion und will insbesondere den Ausbau der Kindertagesstätten vorantreiben. Die ausgebildete Lehrerin strebt eine Betreuungsquote von 32 Prozent für die Unter-Dreijährigen an.

Innenpolitik

Der frühere Integrationsminister in Düsseldorf, Armin Laschet, soll das Innenressort übernehmen. Nach der Wahlniederlage der CDU in NRW im Jahre 2010 hatte er im Kampf um den Posten des CDU-Landesschefs gegen Röttgen den Kürzeren gezogen. Der 51-Jährige plant nach einem Wahlsieg die stärkere Bekämpfung der Kriminalität.

Arbeit, Gesundheit, Soziales

Der Westfale Karl-Josef Laumann hatte das Amt für Arbeit, Soziales und Gesundheit bereits unter Ex-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) inne. Der 54-Jährige ist seit 1974 Mitglied der CDU und will die berufliche Weiterbildung verbessern. Als Fraktionsvorsitzender im NRW-Landtag hatte Laumann den Abbau von 12 000 Stellen im öffentlichen Haushalt gefordert.

Justiz

Als Justizminister stellte Röttgen den Rechtsanwalt Peter Biesenbach vor. Es wird der zweite Anlauf des 64-Jährigen auf ein Ministeramt. Seit 2010 ist Biesenbach stellvertretender Fraktionschef im Landtag. Sollte die CDU die Wahl gewinnen, kündigte der künftige Justizminister die Einrichtung von mehr und ausgesuchten Arbeits- und Therapiemöglichkeiten in den Haftanstalten an.

Kultur

Thomas Sternberg soll sich als Staatssekretär in der Staatskanzlei um die Kulturpolitik kümmern. Der Professor für Kunst und Liturgie ist seit 2010 bildungspolitischer Sprecher der CDU im Landtag Nordrhein-Westfalen. Der 61-Jährige nannte als Herausforderung das Urheberrecht: Es soll zeitgemäß werden und Kulturleistungen besser schützen.

Integration

Um Integration soll sich Gonca Türkeli-Dehnert als Staatssekretärin direkt in der Staatskanzlei kümmern. Sie ist seit 2006 Beraterin von Maria Böhmer, der Integrationsbeauftragten von Kanzlerin Angela Merkel. Das Kind türkischstämmiger Eltern will die Integrationspolitik in NRW zum Vorbild für das ganze Bundesgebiet machen.

Energie

Die parteilose Wissenschaftlerin Claudia Kemfert soll Energieministerin werden. Die 43-Jährige leitet beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt und gehört zu den am häufigsten zitierten Fachleuten in ihrem Bereich. Kemfert spricht sich für die Verwendung von Kohle zur Stromerzeugung aus.

Thomas Sternberg soll sich als Staatssekretär in der Staatskanzlei um die Kulturpolitik kümmern. Der Professor für Kunst und Liturgie ist seit 2010 bildungspolitischer Sprecher der CDU im Landtag Nordrhein-Westfalen. Der 59-Jährige nannte als Herausforderung das Urheberrecht. „Ohne Schutz des geistigen Eigentums wird es keinen Schutz der Kulturleistung geben“, erklärte er. Es gehe darum, ein zeitgemäßes Urheberrecht zu entwickeln. Künstler hätten ein „Recht auf Honorierung“.

Röttgen betonte: „Der Schutz des geistigen Eigentums ist für uns ein eigenes Aufgabengebiet.“ Es gehe darum, das Urheberrecht „unter den Bedingungen des digitalen Wandels“ weiterzuentwickeln. Auf die Piraten angesprochen erklärte Röttgen: „Die Piraten sind der sichtbarste Ausdruck der Alterung der Grünen.“

Um Integration soll sich Gonca Türkeli-Dehnert als Staatssekretärin direkt in der Staatskanzlei kümmern. „Integration wird zur Chefsache“, erklärte sie. Röttgen nannte die 1975 als Kind türkischstämmiger Eltern geborene Juristin eine „versierte Integrationspolitikerin“. Türkeli-Dehnert ist seit 2006 Beraterin von Maria Böhmer, der Integrationsbeauftragten von Kanzlerin Angela Merkel. Sie sei „seit zwei Jahrzehnten Mitglied der CDU“, erklärte Türkeli-Dehnert.

Kommentare (1)

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MartinG

17.04.2012, 20:17 Uhr

Herr Prof. Sternberg ist glaube ich erst 59 (https://www.facebook.com/ThomasSternberg/info)

Mit freundlichen Grüßen

Martin G.

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