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31.01.2014

11:31 Uhr

NSA-Affäre

US-Außenminister Kerry stellt sich Fragen in Berlin

Die Spionage-Affäre lastet auf den deutsch-amerikanischen Beziehungen. Nun besucht US-Außenminister Kerry Berlin. Koalitionspolitiker fordern deutliche Kritik am US-Vorgehen - übertrieben werden solle dabei aber nicht.

US-Außenminister John Kerry bei seinem Besuch im vergangenen in Berlin. Kerry kommt am 31.01.2014 erneut nach Berlin. dpa

US-Außenminister John Kerry bei seinem Besuch im vergangenen in Berlin. Kerry kommt am 31.01.2014 erneut nach Berlin.

BerlinErstmals seit Beginn der NSA-Affäre ist US-Außenminister John Kerry zu einem Besuch in Deutschland eingetroffen. Auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel wurde Kerry am Freitagvormittag von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) empfangen. Anschließend steht im Kanzleramt ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem Programm, deren Handy über Jahre hinweg im Visier des US-Geheimdiensts NSA war.

Die Affäre belastet seit Monaten die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Alle Bemühungen der Bundesregierung, sich mit den USA auf neue Vereinbarungen über die wechselseitigen Spionage-Aktivitäten zu einigen, waren bislang erfolglos.

Wie die NSA das Internet überwacht

Immer neue Enthüllungen

Seit Sommer 2013 kommen immer neue Details über Spionageaktivitäten von Geheimdiensten im Internet ans Licht. Sie basieren auf Dokumenten, die der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden an Journalisten übergab. Ein Überblick über die zentralen Erkenntnisse.

Prism

Prism: Der Name stand zunächst für die gesamte Affäre, umfasst aber nur einen Teil des Repertoires der NSA. Über Prism hat der Überwachungsdienst Zugriff auf Nutzerdaten großer US-Internetfirmen, darunter Google, Yahoo, Microsoft und Facebook. Ein Geheimgericht ordnet die Herausgabe der Informationen an. Das seien etwa Inhalte von Mails, Suchanfragen oder Chats, berichtete die britische Zeitung „Guardian“. Die Firmen sind zum Stillschweigen verpflichtet. Die Internetriesen streiten vor Gericht dafür, mehr Details veröffentlichen zu dürfen.

Tempora

Tempora hießt ein Programm des britischen Dienstes GCHQ. Der GCHQ arbeitet eng mit der NSA zusammen. Gemeinsam mit Australien, Neuseeland und Kanada bilden die Länder die Allianz der «Five Eyes», («Fünf Augen»), in der Informationen ausgetauscht werden. Unter dem Codenamen Tempora soll der GCHQ mehr als 200 Glasfaserkabel anzapfen, über die Daten um die Welt rasen. So habe der GCHQ Zugriff auf den Internetverkehr, der über die angezapften Kabel läuft.

Xkeyscore

Die gewaltigen Datenmengen, die die NSA sammelt, müssen irgendwie ausgewertet werden. Dazu dient die Software XKeyscore. Damit können NSA-Analysten wie Snowden die Datenberge nach Verdächtigen durchsuchen. Der deutsche Bundesnachrichtendienst setze ebenfalls eine Version von XKeyscore ein, berichtete „Der Spiegel“.

Verschlüsselung aushebeln

Wenn Daten verschlüsselt durchs Netz geschickt werden, können Geheimdienste nicht einfach so mitlesen. Doch NSA und GCHQ können Medienberichten zufolge mehrere gängige Verschlüsselungstechniken knacken oder aushebeln, darunter die oft eingesetzt SSL-Technologie. Es ist allerdings unklar, welche Techniken genau in welchem Maße für die Dienste zugänglich sind.

Anonymität aufheben

Auch das Anonymisierungsnetzwerk Tor, mit dem Nutzer ihre Spuren im Netz verwischen können, war Spionageziel der NSA. Der Geheimdienst schaffte es allerdings wohl nicht, das Netzwerk direkt zu knacken.

Überwachung ausländischer Staatschefs

Nicht nur Angela Merkels Handy geriet offenbar ins Visier der NSA. Der „Guardian“ berichtete, der Nachrichtendienst habe Telefone von 35 Spitzenpolitikern überwacht. Auch die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff und ihr mexikanischer Kollege Enrique Peña Nieto seien ausgespäht worden.

Angriff auf Google und Yahoo

Die NSA konnte laut der „Washington Post“ den Datenverkehr zwischen den Rechenzentren der beiden Internet-Riesen abgreifen. In den Rechenzentren werden Informationen aus E-Mail-Diensten, Suchanfragen oder Dokumente der Nutzer gespeichert. Inzwischen sollen die Daten auch zwischen den Rechenzentren verschlüsselt unterwegs sein.

Vor Beginn der Gespräche mahnten mehrere Politiker der schwarz-roten Koalition gegenüber Kerry klare Worte an. Zugleich warnten sie vor übertriebenen Druck auf die USA, weil dies die Beziehungen beschädigen könnte. Eigentlicher Anlass des Besuchs ist die Sicherheitskonferenz in München, zu der Kerry am Wochenende erwartet wird.

Trotz der Belastungen durch die NSA-Affäre ist in den USA die Sympathie für Deutschland nach einer Umfrage auf dem höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren: 59 Prozent der US-Bürger haben einen guten oder ausgezeichneten oder guten Eindruck von „Germany“. Dies ergab eine Umfrage, die die deutsche Botschaft in Washington am Donnerstagabend vorstellte.

Kommentare (1)

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31.01.2014, 17:32 Uhr

Wer glaubt das nach den furchtbaren Anschlägen 2001 aus Deutschland jemals wieder ein Amerikanischer Politiker Deutschland das Leben von Amerikanern anvertraut ist ein Narr.Während Menschen in den Twintowern um ihr Leben kämpften, tanzten Muslime auf Deutschlands Strassen und
feierten den Anschlag aus Deutschland. Nun sind wir dank unserer Diätenempfänger auch noch ein Muslimisch-Chritlichen Land geworden , mit eigener Islamkonferenz die kein anderes Europäisches Land eingeführt hat. Muslime kämpfen aus Deutschland in Syrien und lassen sich ausbilden mit Rückkehrrecht nach Deutschland. Was wollte Deutschland noch erreichen?

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