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06.07.2014

17:43 Uhr

NSA-Spionage

Neun von zehn Ausgespähten sind normale Bürger

Der weitaus größte Teil der der Internetnutzer, die vom US-Geheimdienst NSA ausspioniert werden, sind normale, unschuldige Menschen. Das geht aus neuen Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden hervor.

Protest beim Public Viewing während der Fußball-WM.  Die meisten Überwachten landen eher zufällig im Netz der NSA. dpa

Protest beim Public Viewing während der Fußball-WM. Die meisten Überwachten landen eher zufällig im Netz der NSA.

WashingtonNeun von zehn Menschen, deren Internetkommunikationen der US-Geheimdienst NSA abgefangen hat, sind gewöhnliche Bürger. Das geht nach einem Bericht der „Washington Post“ aus einem Datensatz hervor, den der Enthüller Edward Snowden der Zeitung zur Verfügung gestellt hat. Demnach hat eine Auswertung von rund 160.000 E-Mails, Chats, Fotos und Dateien ergeben, dass der weitaus größte Teil der ausgespähten Internetnutzer keine ausländischen Zielpersonen der Überwachungsaktion waren. Sie seien schlicht in das Netz geraten, das die NSA für eine andere Person ausgeworfen habe.

Davon betroffen seien sowohl US-Bürger als auch Ausländer, heißt es in dem Bericht der „Washington Post“ vom Sonntag weiter. Demnach enthalten die Dokumente Hinweise, die zur Ergreifung mehrerer Terrorverdächtiger geführt hätten, sowie unter anderem auf ein geheimes ausländisches Atomprojekt, das doppelte Spiel eines vermeintlichen Verbündeten und aggressive Hacker. Viele andere der in den Jahren 2009 bis 2012 abgefangenen Kommunikationen hätten dagegen einen „intimen, gar voyeuristischen“ Inhalt. Sie handelten etwa von Liebe, Liebeskummer, sexuellen Seitensprüngen, Gesundheitsproblemen und Geldsorgen.

Laut „Washington Post“ war bislang unbekannt, dass sich der frühere Geheimdienstmitarbeiter Snowden auch im Besitz von Inhalten abgefangener Unterhaltungen befindet. In dem von Snowden ausgelösten NSA-Skandal ging es bislang vor allem um das massenhafte Sammeln von Verbindungsdaten. Diese sogenannten Metadaten zeigen unter anderem an, wer wen anruft und wie lange ein Gespräch dauert.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Uwe Hans

07.07.2014, 08:03 Uhr

Snowden - ein Desinformant.
Wirf dem Hund einen Knochen hin und er stürzt sich daruf.
Was wirklich in der NSA abgeht übertrifft unser aller Vorstellungskraft.

Herr Manfred Zimmer

07.07.2014, 13:26 Uhr

"Neun von zehn Ausgespähten sind normale Bürger"

Schönes Wortspiel!
Der zehnte Bürger ist also nicht normal. Dann sind ja alle Politiker abgehört worden. Bekannt wurde allerdings nichts. Was hätte denn auch heraus kommen können? Selbst unserer Kanzlerin wird dies nicht unterstellt.

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