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22.08.2014

18:40 Uhr

NSU-Mordserie

Özdemir für Neuauflage des Bundestagsauschusses

Für den NSU-Ausschuss in Thüringen war die Arbeit der Ermittler bei der Verfolgung der Terrorzelle ein Desaster. Auf einer Sondersitzung fordert die Ministerpräsidentin schonungslose Aufklärung – nicht nur in Thüringen.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) fordert weitere Aufklärung der NSU-Verbrechen. dpa

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) fordert weitere Aufklärung der NSU-Verbrechen.

Erfurt Die Verbrechen der Neonazi-Terrorzelle NSU und die Fehler der Ermittlungsbehörden müssen nach Ansicht von Landtag und Regierung in Thüringen weiter aufgeklärt werden. Das sei die Voraussetzung, um der Vertrauenskrise zu begegnen, „in die uns das Versagen der Behörden gestürzt hat“, sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) am Freitag in einer Sondersitzung des Landtags. Die Regierungschefin bat die Opfer der Terrorzelle NSU, deren mutmaßliche Haupttäter aus Thüringen stammen, um Verzeihung.

„Beschämt muss ich den Angehörigen von Opfern und den Verletzten des Nagelbombenanschlags in Köln bekennen: Unser Land, unsere Gesellschaft, unsere Behörden haben versagt“, sagte Lieberknecht in der Sondersitzung, in der der Abschlussbericht des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses debattiert wurde. Sie sprach von Scham und Trauer und bat um Vergebung.

Im Beisein von Angehörigen der Opfer und Diplomaten aus deren Herkunftsländern Griechenland und Türkei gedachten die Abgeordneten der Menschen, die bei den Anschlägen ermordet oder verletzt worden waren. Jahrelang war es nicht gelungen, die wahren Hintergründe der Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) mit zehn Toten sowie der Sprengstoffanschläge in Köln zu erkennen und die Täter dingfest zu machen.

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir, der ebenfalls die Debatte verfolgte, bescheinigte dem Landtag, mutig vorangegangen zu sein. Auch die Türkische Gemeinde in Deutschland lobte die Arbeit des Ausschusses und forderte auch andere Landesparlamente auf, solche Gremien zur Aufklärung einzurichten - allen voran in Baden-Württemberg.

Özdemir plädierte nicht nur für einen Untersuchungsausschuss in Baden-Württemberg, wo die aus Thüringen stammende Polizistin Michèle Kiesewetter erschossen wurde, sondern auch eine Neuauflage des Bundestagsausschusses: „Ich glaube, dass der Bundestag nicht drumherum kommt, einen neuen Untersuchungsausschuss einzusetzen“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“.

Kommentare (2)

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Herr Thomas Melber

22.08.2014, 18:42 Uhr

Ich sage eher, daß es bis heute nicht gelungen (nicht gewollt -?) ist, die Hintergründe der Taten aufzuklären.

... bürste

22.08.2014, 19:33 Uhr

[i]Auf einer Sondersitzung fordert die Ministerpräsidentin schonungslose Aufklärung – nicht nur in Thüringen. ]/i]

... da haste ... - schonungslose Aufklärung!!

hier:
http://homment.com/Neo-Nazi-Posse


und da kommst`e direkt ins Schleudern - wah?

(lieber dat "Bühnenstück" als Märchengeschichte? - passt viel besser in die,
der TV Glotze präsentierten heilen Welt für Glotzer?)
99% der Immigranten (Ausländermassen) werden in WESTdeutschland untergebracht -
der Grund?
in der Bonner Gesellschaft gab/gibt es ein Zusammengehörigkeitsgefühl ein zusammengehörigkeit ein Volks, ein Gesellschafts-Gefühl - Zusammengehörigkeit der größte Feind des Totalitarismus - denn Gemeinsam ist man Stark!)

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