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18.07.2017

17:15 Uhr

NSU-Prozess

Beweisaufnahme beendet, Plädoyers beginnen am Mittwoch

Zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge, Dutzende Banküberfälle: Mehr als vier Jahre dauerte die Beweisaufnahme im Terrorverfahren gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Komplizen. Jetzt ist die Beweisaufnahme beendet.

NSU-Prozess

Plädoyers beginnen – wie geht es dann weiter?

NSU-Prozess: Plädoyers beginnen –  wie geht es dann weiter?

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MünchenMehr als vier Jahre nach Beginn des NSU-Prozesses sollen an diesem Mittwoch die Plädoyers in dem Mammutverfahren beginnen. Das hat das Oberlandesgericht München am Dienstag bekanntgegeben. Als erste Partei soll die Bundesanwaltschaft plädieren. Bundesanwalt Herbert Diemer hatte mitgeteilt, er sei dafür vorbereitet: „Wir können morgen beginnen.“ Das Plädoyer der Anklage werde schätzungsweise 22 Stunden dauern.

Von 1998 bis zum November 2011 lebte die Hauptangeklagte Beate Zschäpe mit den beiden Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund. Die Männer sollen während dieser Zeit zehn Menschen ermordet haben, neun davon aus rassistischen Motiven. Sie sollen zudem zwei Sprengstoffanschläge mit vielen Verletzten verübt und Dutzende Banken überfallen haben.

Zschäpe ist als drittes und einzig überlebendes Mitglied des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ wegen Mittäterschaft an allen Verbrechen angeklagt. Ihr droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Bis zum Beginn der Sommerpause solle die Bundesanwaltschaft ihre Schlussvorträge beenden, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl am Dienstag. Letzter Verhandlungstag ist der 1. August. Dann sind in Bayern Sommerferien.

Erst im September sollen dann die Plädoyers der anderen Prozessparteien folgen. Zunächst sind die Nebenkläger an der Reihe und zum Schluss die Angeklagten.

Das Gericht hatte am Dienstag letzte Anträge der Verteidigung abgelehnt. Dazu gehörte die Forderung nach einem neuen psychiatrischen Gutachten über den Zustand Zschäpes. Am Nachmittag erklärte Götzl die Beweisaufnahme in dem Mammutprozess für beendet.

In den vergangenen Jahren hatte der Münchner Senat 815 Zeugen angehört und 42 Sachverständige befragt. Nach Schätzung des Gerichts kostete jeder der bisher 373 Verhandlungstage rund 150 000 Euro.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Enrico Caruso

18.07.2017, 17:49 Uhr

Alle Zeugen, die etwas Erhellendes zu diesem Fall hätten beisteuern können, sind mittlerweile unter ungeklärten Umständen umgekommen. Die Plädoyers können also beginnen.

Herr Günther Schemutat

19.07.2017, 11:12 Uhr

Nach vier Jahren Verhandlung und hunderte Ungereimtheiten was die Tatmithilfe des Staates betrifft, braucht die Staatsanwaltschaft 22 Stunden Anklage um Beate Tschäpe
Lebenslang in das Gefängnis zu stecken. ? Wenn das NSU Trio sich aus Rassenhass 9 Schwarze ausgesucht hätten , dann wäre der Prozess innerhalb von einem Jahr oder kürzer beendet worden. So waren die Opfer überwiegend Türken und da stehen 5 Millionen Türken hier und 70 Millionen in der Türkei aber vor allem Erdogan dahinter. Das lässt ja wie wir jeden Tag sehen , die Politik auf Eiern gehen.

Dieser Prozess wird als der verlogene Prozess des Jahrzehnts in die Geschichte eingehen.

Die Opfer bleiben Opfer , aber sie hätten die richtige Wahrheit verdient. Aber kein Schauprozess der von allen Seiten geführt wurde.

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