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29.11.2015

22:15 Uhr

NSU-Prozess

Nach Zschäpe will auch Wohlleben aussagen

Im NSU-Prozess um die Morde des terroristischen „Nationalsozialistischen Untergrunds“ will mit Ralf Wohlleben nun der zweite wichtige Angeklagte sein Schweigen brechen. Nur einer hält weiter an der Taktik fest.

Die Bundesanwaltschaft hält Wohlleben für eine „steuernde Zentralfigur“ im Hintergrund des NSU. dpa

Ralf Wohlleben

Die Bundesanwaltschaft hält Wohlleben für eine „steuernde Zentralfigur“ im Hintergrund des NSU.

MünchenIm Münchner NSU-Prozess will nach Beate Zschäpe auch der wegen Beihilfe zum Mord angeklagte Ralf Wohlleben sein Schweigen brechen. Das kündigten seine Anwälte in einer Erklärung an, die am Sonntag auf einer Facebook-Seite der NPD zu finden war. Einer seiner Verteidiger, Olaf Klemke, bestätigte am Sonntagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit des Dokuments.

Darin heißt es, Wohlleben müsse „einige Dinge klarstellen, um den dreisten Lügen einiger Zeugen und zweier Mitangeklagter“ entgegenzutreten. Damit sind Carsten S. und Holger G. gemeint, die bisher als einzige der fünf Angeklagten im Prozess um die Morde des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ ausgesagt haben.

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Überschrieben ist die Erklärung der Wohlleben-Verteidiger mit den Worten „Der Wahrheit eine Gasse: Ralf Wohlleben wird sein Schweigen brechen“. Wohlleben werde „selbst aussagen“, heißt es darin. Im Briefkopf stehen die Namen seiner drei Verteidiger: Nicole Schneiders, Olaf Klemke und Wolfram Nahrath.

Nach Darstellung der Verteidiger ist „Herr Wohlleben seinen Idealen und politischen Überzeugungen treu geblieben und wird dies auch in Zukunft bleiben“. Daran ändere auch seine Aussage nichts. Sie sei „ein Akt der Notwehr gegen Lügen und Unterstellungen“. Wohlleben soll in den 1990er Jahren der rechtsextremen „Kameradschaft Jena“ angehört haben und war später Funktionär der NDP.

Nebenklage-Anwalt Yavuz Narin sagte, „sollte die Aussage Wohllebens tatsächlich der Wahrheit dienen, wäre sie zu begrüßen“. Er äußerte sich aber skeptisch, dass Wohlleben „alles sagen wird, was er weiß“. Narin vertritt im NSU-Prozess die Frau und die Tochter des in München ermordeten Theodoros Boulgarides.

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