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06.07.2015

17:28 Uhr

NSU-Prozess

Zschäpe bekommt vierten Pflichtverteidiger

Der Poker hat ein Ende: Die mutmaßliche NSU-Terroristin Zschäpe wird im NSU-Prozess einen vierten Verteidiger bekommen. Zuvor hatte sie versucht ihrer Anwälte zu diskreditieren. Das Verhältnis bleibt dennoch gestört.

Er ist Nummer Vier

Das ist der neue Pflichtverteidiger von Beate Zschäpe

Er ist Nummer Vier: Das ist der neue Pflichtverteidiger von Beate Zschäpe

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MünchenDie mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe bekommt einen vierten Pflichtverteidiger. Das Oberlandesgericht München habe ihn mit Beschluss vom Montag zum weiteren Verteidiger bestellt, teilte der Münchner Rechtsanwalt Mathias Grasel am Nachmittag mit.

Zschäpe habe ihn selbst darum gebeten, für sie tätig zu werden. Zschäpes Verhältnis zu ihren bisherigen Verteidigern gilt nach mehr als zweijähriger Prozessdauer und über 200 Verhandlungstagen als belastet.

Zuletzt war sie mit dem Antrag gescheitert, ihre Verteidigerin Anja Sturm abberufen zu lassen.

Die Angeklagten im NSU-Prozess

Beate Zschäpe

Die 38-Jährige tauchte 1998 gemeinsam mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt unter, um einer drohenden Festnahme zu entgehen. Die drei Neonazis aus dem thüringischen Jena gründeten eine Terrorgruppe und nannten sich spätestens von 2001 an „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Zeugen beschreiben Zschäpe als gleichberechtigtes Mitglied; unter anderem soll sie das Geld verwaltet haben. Nach dem Tod ihrer Kumpane am 4. November 2011 setzte Zschäpe die gemeinsame Wohnung im sächsischen Zwickau in Brand und verschickte die Bekennervideos mit dem „Paulchen Panther“-Motiv. Am 8. November stellte sie sich der Polizei in Jena. Seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft, mittlerweile in München – und schweigt.

Ralf Wohlleben

Der ehemalige Thüringer NPD-Funktionär mit Kontakten zur militanten Kameradschaftsszene soll Waffen für das Trio organisiert haben. Der 38-Jährige wurde am 29. November 2011 verhaftet und sitzt in U-Haft. Nach Ansicht der Ermittler wusste er von den Verbrechen – er ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt.

Carsten S.

Der 33-Jährige hat gestanden, den Untergetauchten eine Pistole mit Schalldämpfer geliefert zu haben. Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um die „Ceska“, die bei den Morden verwendet wurde. Er löste sich kurz darauf aus der Szene, lebte ab 2001 in Nordrhein-Westfalen und legte nach seiner Verhaftung im Februar 2012 ein umfangreiches Geständnis ab. Ende Mai kam er wieder auf freien Fuß. Er ist wie Wohlleben wegen Beihilfe zum Mord angeklagt.

André E.

Der gelernte Maurer (33) war seit dem Untertauchen 1998 einer der wichtigsten Vertrauten des Trios und soll die mutmaßlichen Rechtsterroristen zusammen mit seiner Frau regelmäßig besucht haben. Die Ermittler hielten ihn zunächst für den Ersteller des Bekenner-Videos. Als Zweifel daran aufkamen, ordnete der Bundesgerichtshof im Juni seine Freilassung an. E. ist als mutmaßlicher Unterstützer der Gruppe angeklagt.

Holger G.

Der 38-Jährige gehörte wie Wohlleben und die drei Untergetauchten zur Jenaer Kameradschaft. Er zog 1997 nach Niedersachsen um. G. spendete Geld, transportierte einmal eine Waffe nach Zwickau und traf sich mehrfach mit dem Trio. Er überließ Böhnhardt einen Ersatzführerschein sowie 2001 und 2011 seinen Pass. Von Überfällen und Morden will er nichts gewusst haben. Nach der Verhaftung im Januar 2012 kam er Ende Mai wieder auf freien Fuß. Auch G. ist als mutmaßlicher Unterstützer der Gruppe angeklagt.

Grasel kann Zschäpe nun ab sofort an der Seite der anderen drei Rechtsanwälte verteidigen. Der Prozess wird am Dienstag mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Zschäpe ist unter anderem wegen Beihilfe zu den zehn Morden angeklagt, die der rechtsextremen Terrorzelle NSU vorgeworfen werden

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Wolfgang Trantow

06.07.2015, 19:20 Uhr

Vier Verteidiger für diese Frau auf unsere Kosten? Da bleibt für Kitas nichts übrig. Woher hat die Frau soviel Geld oder sind das Abzockerrechtsanwälter, die sich das Geld von Internetnutzer holen?

Herr Teito Klein

07.07.2015, 09:30 Uhr

Es sind ja nur Steuergelder
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Da kann man einer Terrorbraut auch mal vier "Rechtsverdreher" gönnen.
Nach Sturm, Stahl und Heer kommt jetzt auch ein vierter hinzu.
Er ist zwar ein Novize und wird nur zuhören, aber er macht es auf Steuerzahlers Kosten.

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