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27.07.2012

23:28 Uhr

Nürburgring-Desaster

Ecclestone will Nürburgring-Chefs treffen

Formel-1-Tycoon Ecclestone möchte der Krisenrennstrecke Nürburgring helfen. Die SPD gibt derweil zu, dass die Steuerzahler doch noch bluten könnten. Die CDU will den Landesrechnungshof einschalten.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. dapd

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone.

Nürburg/MainzFormel-1-Chef Bernie Ecclestone interessiert sich für den angeschlagenen Nürburgring und will die Verantwortlichen treffen. „Möglicherweise schon sehr bald“, versicherte der 81-jährige Brite in einem Interview der „Bild“-Zeitung (Freitag). „Wir wollen sehen, ob wir ihnen helfen können.“ 2013 soll eigentlich der deutsche Grand Prix auf dem Nürburgring stattfinden. Hinter dessen Zukunft steht wegen der Insolvenz der Besitzgesellschaft allerdings ein dickes Fragezeichen. Die rheinland-pfälzische CDU-Landtagsopposition will nun den Rechnungshof einschalten. Gläubiger der landeseigenen Nürburgring GmbH wehren sich unterdessen dagegen, dass die Gesellschaft ihre Finanzprobleme in Eigenregie angehen kann.

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Der Sprecher der Sanierungsexperten im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, Pietro Nuvoloni, sagte: „Wir begrüßen ausdrücklich das Interesse von Herrn Ecclestone.“ Zuerst müsse es aber eine Einigung mit den gekündigten Rennstrecken-Betreibern Jörg Lindner und Kai Richter über ihren Abzug geben, um Rechtssicherheit zu erlangen. Beide hatten Interesse an einem neuen Bieterverfahren für den Eifel-Ring bekundet. Das Land Rheinland-Pfalz hatte beiden Betreibern wegen ausstehender Pacht gekündigt.

Der Antrag für eine Prüfung des Rechnungshofs soll nach dem Willen der CDU-Fraktion in der Sondersitzung des Mainzer Landtags zum Nürburgring-Desaster am kommenden Mittwoch beschlossen werden. „Eine Prüfung durch dieses Gremium wird sicher weiteres Licht in die Affäre bringen. Möglicherweise ergeben sich auch Anhaltspunkte für strafrechtlich Relevantes“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Hans-Josef Bracht.

Die CDU vermutet, dass die frühere SPD-Alleinregierung von Ministerpräsident Kurt Beck schon vor der Landtagswahl im März 2011 die Gefahr einer Pleite kannte, aber der Öffentlichkeit verschwieg. Die „Süddeutsche Zeitung“ zitierte am Donnerstag aus einem internen Gutachten vom Juli 2010, das bereits damals Verluste von fast 200 Millionen Euro bis 2020 voraussagte. Das Infrastrukturministerium wies die Kritik am Freitag zurück. Landtag und Öffentlichkeit seien schon deutlich vor der Landtagswahl umfassend über die Ergebnisse des Gutachtens informiert gewesen. Zudem habe dieses „der Nürburgring GmbH eine positive Prognose erstellt“.

Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hatte bislang betont, dass die Investitionen am Ring die Steuerzahler nicht belasten würden. Nun sagte SPD-Generalsekretär Alexander Schweitzer im SWR-Fernsehen: „Es ist tatsächlich davon auszugehen, dass wir am Ende mit dem Landeshaushalt in Verantwortung gehen müssen.“ Schweitzer gab zu: „Natürlich sind Fehler gemacht worden.“

Unterdessen hat die Hotelkette Dorint, die Schadenersatz von der Nürburgring GmbH fordert, Widerspruch gegen eine sogenannte Insolvenz in Eigenverwaltung eingelegt. Dies teilte sie nach Angaben ihres Anwalts dem Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler mit. Dorint-Anwalt Clemens Antweiler bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Wirtschaftswoche“.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

28.07.2012, 05:22 Uhr

wenn geld da ist um spanische banken mit zig mrd am leben zu erhalten sollte der Nürburgring kein problem sein.

auf der anderen seite scheint es unsere politiker auch nicht zu stören das unsere straßen oft nur noch am zerbröseln sind (brechen einach kaputt).
scheinbar bedeutet ihnen die eigene region nix.

Charly

28.07.2012, 08:41 Uhr

"Ecclestone will Nürburgring-Chefs treffen"

Warum ist diese Ratte immer noch nicht im Käfig?

Oelblase

28.07.2012, 09:31 Uhr

Wieso ist Ecclestone eine Ratte ??!

Ecclestone hat ein Lebenswerk vorzuweisen: die Formel 1.

Gribkowsky ist hingegen, genauso wie Ackermann/Jain ein eckelhafter Krimineller, der nichts erreicht hat, ausser den Staat zu plündern.

Ich habe letzte Woche den Grand Prix am Hockenheimring besucht. Und ich kann Ihnen sagen, dass die Menschen in der Region sich damit zu 100% identifizieren und dass es kein Verlustgeschäft ist.

Ackermann/Jain/Gribkowsky und wie sie alle heißen mögen, haben durch Cross-Border-Leasing Verträge, Zinsmanipulationen und Falschberatung Europa an den Rand des Abgrunds gebracht. Das sind die wahren Ratten und eine davon ist nun im Knast gelandet. Hoffentlich werden Ackermann/Jain wegen der Libor-Affäre der Ratte Gribkowsky in den Knast folgen und dort ordentlich die Seife aufheben, bis das Geld, das Vater Staat denen in den Hintern geschoben hat, durch den ganzen Dickdarm gewandert ist, um dann über die Speiseröhre durch den Mund auszuscheiden.

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