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11.06.2012

04:18 Uhr

Nulltoleranz-Grenze

Aigner kämpft gegen Lockerung des Gentechnik-Verbots

Die EU will Gentechnik-Produkte künftig erlauben. Dies mache den Lebensmittelkauf für Kunden weniger transparent, moniert die Bundesagrarministerin, und kündigt einen Kampf gegen die neuen Regeln an.

Bundesagrarministerin Ilse Aigner. AFP

Bundesagrarministerin Ilse Aigner.

BerlinBundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) will nach einem Zeitungsbericht eine von der EU-Kommission geplante Lockerung der Regeln für Gentechnik in Lebensmitteln verhindern.

Die EU-Kommission wolle in Zukunft einen gewissen Grad an Verunreinigung durch bisher nicht zugelassene gentechnisch veränderte Pflanzen zulassen.

Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ hat Aigner das Vorhaben der EU jetzt prüfen lassen. Sie sei dabei zu der Erkenntnis gekommen, dass es auf unzulässige Weise die Transparenz und die Wahlfreiheit der Verbraucher einschränkt.

Bisher gelte innerhalb der Europäischen Union die sogenannte Nulltoleranz. In Lebensmitteln darf demnach nicht einmal eine Spur von bisher nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten sein.

Kunden könnten bei einer Änderung der Vorschriften nicht mehr eindeutig erkennen, ob sie wirklich ein gentechnikfreies Produkt kaufen.
Die CSU-Politikern stelle sich damit nicht nur gegen große Teile der Lebensmittelwirtschaft. Sie provoziere auch einen neuen Koalitionsstreit: Die FDP befürworte den Vorstoß der EU.

Von

dapd

Kommentare (6)

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Numismatiker

11.06.2012, 09:04 Uhr

Es wird Zeit, ganz aus der EU (nicht nur aus dem Euro) auszutreten.

Die EU bringt Deutschland nur Nachteile, und zwar in jeder Hinsicht.

fuerTiere

11.06.2012, 14:52 Uhr

Auf der Erde hungern über eine Milliarde Menschen. Gleichzeitig leiden ebenso viele Menschen auf der Welt an krank machender Fettleibigkeit. Die Erntemengen waren noch nie so hoch wie heute, 2008 wurden 2,3 Milliarden Tonnen Getreide weltweit geerntet. Doch nur 47% dieser Ernte dienten der menschlichen Ernährung. Der Rest war Tierfutter, Sprit, industrieller Rohstoff, Abfall.
Gentechnik geht an den Bedürfnissen der Entwicklungsländer vorbei. Die zentralen Probleme sind, neben natürlichen Gegebenheiten, die zutiefst ungerechten Bedingungen des Weltmarktes, Verschuldung durch den Kauf von Agrochemikalien, die wiederum zu Gesundheits- und Bodenschäden führen, oder die ungerechte Landverteilung. Durch Gentechnik-Monokulturen werden jedoch die politischen Probleme ebenso verschärft wie die wirtschaftlichen (Verschuldung) und ökologischen Schäden (Pestizide). Die Probleme, für die die Gentechnik Lösungen anbietet (Schädlinge, Pflanzenkrankheiten), sind in den armen Ländern wenig relevant.
Darüber hinaus ist nur ein verschwindend geringer Teil der angebauten GVO überhaupt für den menschlichen Verzehr gedacht. Gen-Soja, -Mais und -Raps landen zu 80 Prozent in Mastfabriken und Ställen der Industrieländer.

Account gelöscht!

11.06.2012, 15:02 Uhr

Schon wieder die EU
Ich kann es nicht mehr lesen und hören.
Die EU fordert, die EU verlangt, die EU verbietet usw.
Es wird allerhöchste Zeit, dass einmal überprüft wird, wer oder was ist die EU
Und klar, ganz Brüssel ist voller Lobbyisten, die im EU-Parlament ein-und ausgehen und nach deren Wünschen und Forderungen die abgehalfterten Beamten und Politiker tanzen.
Brüssel muß aufgelöst werden, wenn wir wieder normale ordentliche Staaten werden wollen

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