Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.01.2010

17:19 Uhr

Nun auch Oettinger

Wenn Schwarz-Gelb zum YouTube-Opfer wird

VonAndreas Rinke

Noch sind keine 100 Tage um, aber eine Bilanz kann die schwarzgelbe Regierung bereits jetzt ziehen: Noch nie hat sich eine Bundesregierung derart intensiv mit der englischen Sprache beschäftigen müssen wie das Team von Angela Merkel. Nun stolperte auch der künftige EU-Energiekommissar Günther Oettinger über das „Tee äitsch“.

Günther Oettinger: „Everyssing hangs togesser with everyssing.“ Reuters

Günther Oettinger: „Everyssing hangs togesser with everyssing.“

BERLIN. Schon am Tag nach dem Wahlsieg im September 2009 sorgte ein übernächtigter Guido Westerwelle für Furore, weil er einem BBC-Reporter partout keine Frage auf Englisch beantworten wollte. Jetzt mokiert sich die halbe Republik über den noch amtierenden baden-württembergischen Ministerpräsidenten, den künftigen EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU). Denn ein Video auf „YouTube“ entlarvte wochenlang erbarmungslos, wie schlecht sein Englisch noch Anfang Dezember bei einem Vortrag in Berlin gewesen war. Das Gelächter über den schwäbelnden Politiker hallt noch immer nach.

Nun galt bisher die fachliche Einigung von Ministern und Kommissaren als vorrangig, nicht das Abschneiden im Vokabeltest – weshalb in Berlin eher unerfahrene Jung-Politiker wie Familienministerin Kristina Köhler unter Beobachtung standen. In der schwarzgelben Regierung wittert man deshalb mittlerweile sogar eine Verschwörung. Die ständigen Zweifel an der Sprachfähigkeit kratzen schließlich am Kompetenzimage der Unions- und FDP-Riege. Wie kann, so stichelte die Opposition genüsslich, ein Mann Außenminister werden, der kein Englisch reden will? Wieso, so frotzeln dieselben, schickt die Bundeskanzlerin einen Mann nach Brüssel, dem offensichtlich die Aussprache englischer Worte Probleme bereitet? Tatsächlich hinterlässt einen das Video leicht konsterniert.

Allerdings offenbaren die „YouTube“-Filmchen auch die Probleme des Mediums. Denn auch wenn Westerwelle dort mit einem Film aus früheren Jahren vorgeführt wird und ihm der Spitzname „Westerwave“ angehängt wird – mittlerweile kann er gut Englisch, wahrscheinlich besser als die meisten Journalisten, die über ihn schreiben. Fast genüsslich hielt er noch im Dezember einen Vortrag vor dem American Council in Berlin – fehlerfrei und frei gesprochen auf Englisch. Nur klebt der Verdacht der Sprachunfähigkeit wie eine Klette.

Politiker begleitet immer das erste Image, das sich von ihnen prägen lässt. Längst werden Englisch-Nachhilfekurse mit Verweis auf den FDP-Chef angeboten. Da hilft auch kein Verweis darauf, dass alle Außenminister vor ihm zu Beginn ihrer Amtszeit viel schlechter sprachen als er. Westerwelle bleibt nur, mit dem Thema in Hintergrundkreisen und öffentlich sportlich und selbstironisch umzugehen. Aber wie sehr den Perfektionisten die Annahme seiner Unfertigkeit doch ärgert, zeigt, dass er kaum einen Presseauftritt im Ausland auslässt, um demonstrativ Englisch zu reden. Mal scherzt Westerwelle dabei mit den Gastgebern, mal mit den Journalisten. Immer ist die Botschaft dieselbe: Seht her, ich kann es doch.

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

samy

26.01.2010, 21:59 Uhr

Himmel noch einmal,

der Mann kann kein Englisch und wird es wohl kaum in einem Monat gelernt haben, oder was will dieser Artikel stellenweise suggerieren.

ist das schlimm, wenn es mit der Sprache nicht so klappt?

Ja!
Den jemand der qualifizierte aber arbeitslose Facharbeiter in Talkshows mit Niedriglöhnen abspeisen will und Jugendlichen die PiSASTUDiE unter die Nase hält, der MUSS einen englischen Text doch mindestens mal verständlich VORLESEN können.

Alles andere ist total unglaubwürdig und lächerlich.

aruba

26.01.2010, 22:24 Uhr

Guten Tag,.....Haette sein Gesinnungsgenosse Filbinger und seine braunen Kumpane damals den Krieg gewonnen waere Deutsch ja auch Weltsprache geworden. Dieser Wicht ist dem Teufel zu dumm. besten Dank.

WS

26.01.2010, 22:55 Uhr

mir kennet aelles, blos koi hochdeitsch - haha

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×