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16.10.2011

11:19 Uhr

Nur noch 16 Prozent

Grüne sinken in der Wählergunst

Die Grünen haben ein Problem: Die SPD geht immer mehr auf Distanz zu Künast und Co. Kurz nachdem eine Regierungsbeteiligung in Berlin geplatzt ist, brechen nun auch die Umfragewerte ein. Verbitterung macht sich breit.

Für die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, könnte es derzeit besser laufen. dpa

Für die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, könnte es derzeit besser laufen.

Berlin/HamburgDie Grünen sind in der Wählergunst bundesweit auf den schlechtesten Wert seit März abgestürzt. Im repräsentativen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich im Auftrag der Zeitung „Bild am Sonntag“ erhebt, erreichen sie nur noch 16 Prozent. Das ist ein Minus von einem Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche und sogar sieben Prozentpunkte weniger, als noch im Mai dieses Jahres.

SPD und Grüne sehen vor dem Hintergrund des Zerwürfnisses in Berlin eine Koalition im Bund skeptischer als früher. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte dem „Spiegel“ laut einer Vorabmeldung vom Sonntag: „Wir wissen, dass Zwangsgemeinschaften hysterische Folgen haben.“ Er fügte hinzu: „Es gibt kein rot-grünes Lager.“ Die SPD müsse den Ehrgeiz haben, bei der nächsten Bundestagswahl stärkste Partei zu werden. Das könne sie schaffen.

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises der SPD, Garrelt Duin, verlangt: „Im nächsten Wahlkampf muss rot pur wahrnehmbar sein. Es darf nicht mehr darum gehen, sich einem Partner zu unterwerfen, und es darf keine Automatismen geben.“ Duin kritisierte die Neigung der Grünen zu Protesten gegen große Bauprojekte: „Fast jeder Abgeordnete kann von solchen Projekten in seinem Wahlkreis berichten, bei denen es diese Art Konflikt mit den Grünen gibt, weil sie mal wieder dagegen sind.“

Die Grünen wehren sich und werfen der SPD vor, Bündnisse mit der CDU anzustreben. „Bei der SPD scheint sich die Sehnsucht nach einer Koalition mit der Union zu vergrößern, nach dem münteferingschen Motto: Hauptsache, wir regieren, und Opposition ist Mist“, sagte Parteichefin Claudia Roth dem Magazin. Die Fraktionsvorsitzende Renate Künast sagt, sie nehme „zur Kenntnis, dass die SPD sich alles offenhält“. So wie die CDU die Grünen mit dem Wort Dagegen-Partei bekämpfe, inszenierten die Sozialdemokraten sich als angebliche Infrastrukturpartei.

Die FDP hat im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt hinzu gewonnen. Die Liberalen kommen jetzt auf vier Prozent, würden damit aber den Wiedereinzug in den Bundestag verpassen. Stabil bei neun Prozent liegt weiterhin die Piratenpartei.

Unverändert sind auch die Werte für Union (32 Prozent), SPD (28 Prozent) und Linkspartei (7 Prozent). Die sonstigen Parteien landen insgesamt bei vier Prozent.

Von

dapd

Kommentare (7)

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Tabu

16.10.2011, 11:32 Uhr

Die Grünen agieren und präsentieren sich auf der politischen und menschlichen Bühne wie Dikataturen und Unterdrücker.
Nur ihre Meinung ist up to date.
Die Linken werden weiter sinken, Gott sei Dank.

Maxwell

16.10.2011, 11:36 Uhr

Ich hoffe das diese Großkotzige SPD endlich wieder einen auf den deckel bekommt.Viele wenn nicht fast alle probleme mit der Eu und den Verträge stammt aus der Rot Grünnen Koalition oder Großen.

Account gelöscht!

16.10.2011, 11:45 Uhr

Der Anfang vom Niedergang. Parallelen zur FDP (BuWa 16%, aktuell in Umfragen ca. 4%) sind offensichtlich. Wann immer sich eine der kleineren Parteien als omnipotent darstellt, wenden sich die Wähler ab.
Trotz aller gegenteiliger Meinungen sind die Grünen die Partei, deren Wähler das höchste Einkommen haben. Akademiker im Staatsdienst, Künstler, Musiker etc. fern jeder ökonomischen Realität.

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