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08.06.2012

02:37 Uhr

Oberster Steuereintreiber

Griechische Steuerzahler könnten ihr Land retten

Als IWF-Chefin Christine Lagarde die Griechen zu Steuerehrlichkeit gemahnt hatte, hat sie in Griechenland große Empörung ausgelöst. Doch der Oberste Steuerfahnder ist ganz ihrer Meinung - und lässt Zahlen sprechen.

Wegen Steuerflüchtlingen, sagt der Oberste Steuerfahnder, fehlen dem Staat bis 15 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Reuters

Wegen Steuerflüchtlingen, sagt der Oberste Steuerfahnder, fehlen dem Staat bis 15 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Der Leiter der griechischen Steuerfahndungsbehörde hat sich der umstrittenen Kritik von IWF-Chefin Christine Lagarde an der Steuermoral der Griechen angeschlossen.
Er stimme Lagarde vollkommen zu, sagte Behördenchef Nikos Lekkas der Tageszeitung „Die Welt“.

Die Steuerflucht in seinem Land belaufe sich auf zwölf bis 15 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. „Wenn wir davon auch nur die Hälfte eintreiben könnten, wäre Griechenlands Problem gelöst.“

Lagarde hatte die Bürger im hoch verschuldeten Griechenland Ende Mai in einem Interview zur Steuerehrlichkeit aufgerufen, um das Land aus der Krise zu führen. Kinder in manchen Regionen Afrikas bräuchten „mehr Hilfe als die Menschen in Athen“, sagte sie. Das Interview hatte in Griechenland eine Welle der Empörung ausgelöst.

Steuerfahndungschef Lekkas rügte, viele Ermittlungen scheiterten an mangelnder Kooperation griechischer Banken. Seine Behörde habe mehr als 5000 Fälle Antrag auf Konteneinsicht gestellt habe, doch nur in 214 Fällen sei diese bisher gewährt worden. In 500 Fällen, die Politiker beträfen, warte die Steuerfahndung seit fünf Monaten auf Auskunft.

Griechenland befindet sich seit Jahren in der Rezession. Im Gegenzug für Milliardenkredite der Europäischen Union und des IWF hatte sich die Anfang Mai abgewählte Regierung aus Sozialisten und Konservativen zu einem drastischen Sparprogramm verpflichtet.

Nach der Wahl, bei der sparkursfeindliche Parteien großen Zuspruch erfuhren, kam keine neue Regierung zustande. Am 17. Juni soll erneut gewählt werden.

Von

afp

Kommentare (24)

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muunoy

08.06.2012, 03:14 Uhr

Wo ist das Problem? Dafür wird doch die nächste Bundesregierung die Besteuerung von Arbeitseinkommen weiter drastisch erhöhen. Und die Schikanen der Finanzbehörden in Deutschland werden auch weiter zunehmen. So kommt das Geld in Griechenland dann doch noch rein.

Account gelöscht!

08.06.2012, 03:16 Uhr

Was brauchen merkel und schäuble eigentlich noch, an argumentativer Unterstützung, um diese unerträgliche griechische Polit-Mafia in die Schranken zu weisen. Jeder Euro der nach dieser Aussage noch aus Deutschen Steuergeldern nach Griechenland fließt, sollte merkel und schäuble privat in Rechnung gestellt- und beide dafür juristisch zur Verantwortung gezogen werden.

Koboldo

08.06.2012, 06:44 Uhr

Die griechischen Zustände sind wirklich dramatisch und es muss auch in Berlin begriffen werden, dass sie nicht durch Geldtransfers geändert werden können. Die Aussagen des griechischen Oberfahnders sind an Deutlichkeit nicht zu überbieten und es zeigt sich, mit unseren Steuergeldern wird die griechische Oberschicht gesponsert und sonst niemand!

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