Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.05.2015

11:13 Uhr

OECD-Bericht

Einkommen in Deutschland stark ungleich verteilt

In Deutschland verdienen die obersten zehn Prozent mehr als sechs Mal soviel wie das unterste Zehntel. Damit belegt Europas führende Wirtschaftsnation in einem Vergleich von 34 Ländern nur den 14. Platz.

Während in Deutschland viele Menschen jeden Euro zwei Mal umdrehen müssen, sind den obersten zehn Prozent Geldsorgen ein Fremdwort. dpa

Einkommensungleichheit in Deutschland.

Während in Deutschland viele Menschen jeden Euro zwei Mal umdrehen müssen, sind den obersten zehn Prozent Geldsorgen ein Fremdwort.

BerlinDie Einkommensunterschiede in Deutschland sind nach OECD-Angaben größer als in vielen anderen Industrieländern. Dies geht aus dem neuen Sozialbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, der die Entwicklung in 34 Industrienationen untersucht. In Deutschland verdienen demnach die obersten zehn Prozent der Erwerbstätigen 6,6-mal so viel wie die untersten 10 Prozent, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Analyse.

Für Berechnungen aus den Jahren 2012 und 2013 liegt Deutschland unter den OECD-Ländern im Mittelfeld an Platz 14. Besonders ausgeglichen sind die Einkommen in den nordischen und einigen osteuropäischen Ländern, wie Dänemark, Slowenien, der Slowakei und Norwegen. Eine große Einkommenslücke klafft hingegen in Staaten wie Chile, der Türkei, den USA oder auch Großbritannien.

Während der Jahre der Finanzkrise zwischen 2008 bis 2011 seien die realen Einkommen bei den oberen zehn Prozent leicht angestiegen, im unteren Bereich blieben sie gleich. Anfang der 2000er Jahre hatte es noch einen deutlicheren Anstieg der Ungleichheit in Deutschland gegeben. Trotz Krise wurde dieser Trend aber nicht fortgesetzt - anders als bei der Mehrzahl der OECD-Länder.

In Deutschland wird ein Großteil der Ungleichheit in Löhnen und Einkommen durch Steuer- und Sozialsysteme ausgeglichen, erklärte eine OECD-Sprecherin. Allerdings fordern die Experten in ihrem Bericht zu Deutschland, dass mehr in Bildung investiert und die Sozialversicherung von Menschen in Minijobs und Ähnlichem verbessert werden müsse.

Auch wenn man das Vermögen betrachtet, ist die Ungleichheit in Deutschland größer als im Durchschnitt der dabei 19 untersuchten Industriestaaten. Die reichsten zehn Prozent der Deutschen besitzen laut Bericht 60 Prozent der Nettohaushaltsvermögen, im OECD-Schnitt sind es 50 Prozent. Diese Daten seien aber schlecht zu erfassen.

Von

dpa

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Ich Kritisch

21.05.2015, 12:03 Uhr

Zitat:"In Deutschland verdienen demnach die obersten zehn Prozent der Erwerbstätigen 6,6-mal so viel wie die untersten zehn Prozent"

Wenn ich davon ausgehe, dass etliche der oberen 10% einige Millionen verdienen, so teile ich eine Million mal durch 6,6. Das ergibt dann ca. 150.000,-

Damit würden die unteren 10% noch weit über meinem Einkommen liegen.

Irgendetwas stimmt dann da wohl nicht ...

Account gelöscht!

21.05.2015, 12:47 Uhr

Wer es nicht glauben mag; i.M. wurde und wird jeder Pflichtversicherter in seinem Leben staalich gewollt um nahezu eine halbe Mio EURO ausgeplündert.
Detaillierte Informationen unter www.seniorenaufstand.de. Der Name mag irritieren, aber es sind nicht nur Senioren, sondern sämtliche Pflichtversicherte betroffen. Vor allem entstammen diese Fakten aus Bundesbehörden. Sie wurden lediglich zusammengestellt und für Jedermann verständlich aufbereitet.

Herr Wolfgang Trantow

21.05.2015, 14:13 Uhr

Die Unterschiede sind bewusst, vorsätzlich von unseren Politiekrn gewollt. Einkommenssteigerungen nur noch für Politiker und Manager, Experten. Wer bzw. wann haben Erzieher eine Gehaltssteigerung erfahren, wie sich unsere Politiker laufend nehmen??? Schon unsere meisten Rentner erhalten weniger als die armen "Flüchtlinge", die für ihre Schleusungen noch millionärsartig zahlen können?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×