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01.12.2014

14:29 Uhr

OECD

Jeden dritten EU-Migrant zieht es nach Deutschland

Nicht nur die Zahl der Zuwanderer in Deutschland, auch Beschäftigung und Qualifikation der Zuwanderer sind im vergangenen Jahr gestiegen. Nach den USA ist Deutschland das zweitbeliebteste Einwanderungsland weltweit.

Eine Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge: In 2013 kam Deutschland auf voraussichtlich 465.000 dauerhafte Zuwanderer. dpa

Eine Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge: In 2013 kam Deutschland auf voraussichtlich 465.000 dauerhafte Zuwanderer.

BerlinMit dem Boom der Einwanderung nach Deutschland haben einer OECD-Studie zufolge auch Beschäftigung und Qualifikation der Zuwanderer zugenommen. Mit voraussichtlich 465.000 dauerhaften Zuwanderern im Jahr 2013 sei Deutschland der zweitgrößte Magnet nach den USA, erklärte die Industriestaaten-Organisation am Montag.

Erste Zahlen lassen für 2014 eine noch größere Zunahme erwarten. Über 56 Prozent der Zuwanderer, die weniger als fünf Jahre in Deutschland lebten, seien in Beschäftigung. Im Jahr 2000 seien es dagegen knapp 48 Prozent gewesen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte vor einem Integrationsgipfel in Berlin, bei der Berufsausbildung von Migranten sei manches zu verbessern.

Der Zuwanderungsrekord des Jahres 2013, als dem Statistischen Bundesamt zufolge so viele Menschen zuwanderten wie seit 1993 nicht, dürfte 2014 noch übertroffen werden. Nach Reuters vorliegenden Zahlen wanderten von Januar bis März unter dem Strich 107.200 Menschen nach Deutschland zu. Das war ein Anstieg im Vergleich zum ersten Quartal 2013 um rund 37 Prozent.

Die größten Gruppen kamen aus Rumänien (20.900), Polen (12.600) und Italien (9700). Rumänien könnte Polen als wichtigstes Heimatland der Zuwanderer überholen. Ein Grund dafür dürfte die volle Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus dem südosteuropäischen Land sein.

Anders als die Statistikbehörde erfasst die OECD die dauerhafte Zuwanderung: Das sind alle Migranten, die mindestens ein Jahr geblieben sind. Ihre Zahlen sind Schätzungen auf Grundlage der ersten zehn Monate. Das deutsche Statistikamt erfasst dagegen beispielsweise auch Saisonarbeiter, die nach wenigen Monaten Deutschland wieder verlassen.

„Wir stellen allerdings fest, dass die EU-Migranten nicht nur häufiger kommen, sondern auch länger bleiben“, sagte der OECD-Experte Thomas Liebig der Nachrichtenagentur Reuters. Der Anstieg in der dauerhaften Migration sei deshalb besonders bedeutsam.

Kommentare (7)

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Herr Markus Bullowski

01.12.2014, 13:51 Uhr

Migration innerhalb der EU ist ein fairer und gegenseitig ausgehandelter Deal und ich finde das voll ok. Nur illegale Migration, z.B. aus 3. Welt-Ländern nach Europa stört mich massiv. Am besten die Grenzen nach außen dicht machen, und innerhalb Europas Arbeitnehmerfreizügigkeit.

Herr Carsten Härtl

01.12.2014, 14:13 Uhr

"Über 56 Prozent der Zuwanderer (...) seien in Beschäftigung" wird uns da als Erfolg verkauft. In der Annahme, dass die übrigen 44% nicht alles Kinder und arbeitsunfähige Ehepartner sind, sehe ich diese Quote als Desaster. Einwandern in die Sozialsysteme sollte weder von außerhalb noch von innerhalb der EU möglich sein.

Frau Margrit Steer

01.12.2014, 14:36 Uhr

Herr Bullowski
Sie kennen offensichtlich die Lge nciht.
Die Mehrheit der europ. "Einwanderer" kommen nicht zum Arbeiten, sondern weil es in Deutschland so gute Sozialsysteme gibt

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