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05.12.2011

15:15 Uhr

OECD-Studie

Ungleichheit nimmt in Deutschland drastisch zu

Hohe Gehälter wachsen in Deutschland stärker als niedrige - und das in einem Ausmaß, wie in kaum einem anderen europäischen Land. Nur Finnland und Schweden haben einen größeren Schub Richtung Ungleichheit zu verzeichnen.

Eurocent Münzen in Frankfurt am Main. ap

Eurocent Münzen in Frankfurt am Main.

BerlinDie Einkommensungleichheit in Deutschland ist nach einer OECD-Studie in den vergangenen Jahren erheblich stärker gewachsen als in den meisten anderen Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Nur Finnland und Schweden hätten innerhalb Europas einen noch größeren Schub in Richtung Ungleichheit verzeichnet, teilte das Berliner Büro der OECD am Montag mit.

Doch während die beiden nordischen Länder noch immer zu den ausgeglichensten Gesellschaften zählen, rangiert Deutschland innerhalb der OECD nur noch im Mittelfeld. In den 80er und 90er Jahren war dagegen die Ungleichheit in Deutschland relativ niedrig.

Wie die Studie ergab, verdienten etwa im Jahr 2008 die obersten zehn Prozent der deutschen Einkommensbezieher mit im Durchschnitt 57.300 Euro etwa achtmal so viel wie die untersten zehn Prozent mit 7400 Euro. In den 90er Jahren habe das Verhältnis noch bei sechs zu eins gelegen. Der OECD-Durchschnitt ist neun zu eins.

In Deutschland ist demnach besonders stark das Phänomen ausgeprägt, dass die bereits hohen Haushaltseinkommen deutlich stärker anstiegen als die kleinen Einkommen. Insgesamt nahmen in den vergangenen zwanzig Jahren pro Jahr die Haushaltseinkommen im Schnitt um 0,9 Prozent zu. In der untersten Einkommensklasse betrug die Steigerung jedoch lediglich 0,1 Prozent, während die reichsten zehn Prozent ihr Einkommen jährlich um 1,6
Prozent steigern konnten.

Hauptursache für die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich ist der Studie zufolge in der gesamten OECD die Entwicklung der Löhne und Gehälter, die 75 Prozent des Haushaltseinkommens ausmachen. Die Lohnschere zwischen den obersten und untersten zehn Prozent ging der Studie zufolge in den vergangenen fünfzehn Jahren in Deutschland um ein Fünftel weiter auf.

Auch die zunehmende Teilzeitbeschäftigung habe ihren Anteil an der wachsenden Ungleichheit. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten erhöhte sich seit 1984 demnach von knapp drei auf mehr als acht Millionen Menschen. Weniger arbeiten demnach vor allem Geringverdiener: Während diese vor zwanzig Jahren im Schnitt noch auf tausend Arbeitsstunden im Jahr kamen, kommen sie jetzt nur noch auf 900 Stunden. Menschen aus oberen Einkommensklassen arbeiten dagegen unverändert 2250 Stunden.

Von

afp

Kommentare (5)

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Nachwuchs

05.12.2011, 18:53 Uhr

Dies ist ein Erfolg unserer Politiker. Sie wollt5en unbedingt die Ungleichheit. Begonnen hat alles mit dem Sozialdemokraten Schröder.

Account gelöscht!

05.12.2011, 19:37 Uhr

Ich bin Ende des letzten Jahrhunderts ins Ausland gegeangen, zum arbeiten.
Das war der Schritt in meinem Leben welchen ich jederzeit wiederholen würde.
Denn letzten Endes kommt die Arbeit nicht zu mir, sondern ich muss mich zur zur Arbeit bemühen.
Daher kann ich die Menschen nicht verstehen welche nur am jammern sind. Sicherlich gibt es Personen welche für Ihre Misere nichts können. Aber das gilt nicht für alle.

Unsere Politiker haben auf alle Fälle ganze Arbeit geleistet.

Peer-Bilderbeger

05.12.2011, 19:51 Uhr

Stimmt, wer wirklich Lesitung erbringen will, ist flexibel. Und Geld ist noch flexibler.

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