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25.08.2014

16:57 Uhr

Öffentliche Unternehmen

Lüders beklagt Frauenmangel

Christine Lüders spricht sich für mehr Frauen in den Führungsetagen öffentlicher Unternehmen aus. Die Antidiskriminierungsbeauftragte findet, der Staat mache sich andererseits unglaubwürdig.

Christine Lüders beklagt den Frauenmangel an der Spitze öffentlicher Unternehmen. dpa - picture-alliance

Christine Lüders beklagt den Frauenmangel an der Spitze öffentlicher Unternehmen.

Frankfurt/MainDie Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Christine Lüders, hat den Frauenmangel an der Spitze öffentlicher Unternehmen beklagt. „Der Staat macht sich unglaubwürdig, wenn er von der Privatwirtschaft Quoten fordert, selbst als Arbeitgeber aber seine Hausaufgaben nicht macht“, sagte Lüders der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). Nur 25,1 Prozent der Mitglieder in deren Aufsichtsgremien seien weiblich. Bund, Ländern und Kommunen legte Lüders daher „verbindliche Selbstverpflichtungen mit Kontrollen und Sanktionen“ ans Herz.

Als Vorbild könnten Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern dienen. Dort könnten die Aufsichtsbehörden Einstellungen und Beförderungen verhindern, wenn Frauen in zu geringer Zahl vertreten seien, sagte Lüders der Zeitung. „Wenn von Zielvorgaben bei der Gleichstellung abgewichen wird, drohen dort Sanktionen.“ Die große Koalition im Bund will insbesondere Aktiengesellschaften Frauenquoten für die Führungsebenen vorschreiben.

Fragen und Antworten zur Frauenquote

Ein Drittel Frauen in Aufsichtsräten ab 2016. Ist das ein Durchbruch?

Ja und Nein. Es hat auf jeden Fall einen symbolischen Wert nach dem jahrelangen, teils erbitterten Streit. Allein die Union stritt sich intern vehement, die Frauenquote war unter anderem ein Anlass für das Zerwürfnis der CDU-Ministerinnen Ursula von der Leyen und Kristina Schröder. Leyen wollte eine feste Quote für Aufsichtsrat und Vorstände. Schröder brachte eine Flexi-Quote für Unternehmen ins Spiel, deren gesetzliche Verankerung scheiterte allerdings an der FDP. Gestaltungsmacht in Unternehmen haben allerdings vor allem Vorstände - und hier darf sich auch nach dem Kompromiss jedes Unternehmen eigene Zielgrößen geben.

Wer konnte sich nun durchsetzen - Union oder SPD?

Die SPD hatte zuletzt vorgeschlagen, in Aufsichtsräten den Anteil weiblicher Führungskräfte stufenweise auf bis zu 40 Prozent im Jahr 2021 zu erhöhen und favorisierte für Vorstände eine feste Quote. Die Union wollte eine 30-Prozent-Quote für Aufsichtsräte erst 2020. Die SPD kann den früheren Zeitpunkt für sich verbuchen, die Union wiederum, eine feste Quote für Vorstände verhindert zu haben. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagte, der Beschluss trage „in wesentlichen Punkten die Handschrift der Union“. SPD-Parteivize Manuela Schwesig reklamierte dies auch für die SPD. So laufen Koalitionsverhandlungen.

Wie ist der Stand heute in den Wirtschaftsetagen?

Die Zahl der Frauen in den Führungsetagen der 160 börsennotierten Top-Unternehmen in Deutschland wächst nur sehr langsam. Zwölf Jahre nach der Selbstverpflichtung der Wirtschaft, mehr Frauen in Aufsichtsräte und Vorstände zu berufen, liegt ihr Anteil nach Angaben der Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) bei 11,7 Prozent (Stand 15. September 2013). In den Aufsichtsräten beträgt danach der Frauenanteil 17,4 Prozent, bei den Vorständen 6,1 Prozent. 37 der 160 Unternehmen haben seit Januar 2011 erstmals in ihrer Geschichte eine Frau in die Kontrollgremien berufen, einige auch in die Chefetage. Bei 31 dieser Top-Unternehmen gibt es allerdings in der Führungsetage noch immer keine einzige Frau.

Wie reagieren die Unternehmen?

Nach außen gelassen: Beim Autobauer Daimler beispielsweise sind bereits fünf von 20 Aufsichtsratsmitgliedern Frauen. Drei davon sitzen auf der Seite der zehn Arbeitgebervertreter: „Das entspricht dort bereits dem Anteil von 30 Prozent“, sagte eine Sprecherin am Montag. „Wir erfüllen die Quote also momentan schon nahezu.“ Europas größter Autobauer Volkswagen müsste den Frauenanteil in seinem Aufsichtsrat dagegen spürbar erhöhen. Von den insgesamt 20 Mitgliedern in dem Kontrollgremium sind bisher erst drei weiblich; zwei auf Kapital- und eines auf der Arbeitnehmerseite.


Von

afp

Kommentare (5)

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Herr Alfred E. Neumann

25.08.2014, 18:21 Uhr

Intelligenz kann man nicht erzwingen!

Verteidigungsministerin von der Leyen macht es vor!
Bundeswehr eine Truppe von Babysittern, ich verteidige mein Land erst wenn mein Baby von zwölf Offizieren bewacht wird!

Dumm ist dumm und wird immer dumm bleiben!

Herr Wolfgang Trantow

25.08.2014, 18:36 Uhr

Wieder wird nur gefordert! Warum weigert man sich Qualität, echte, zu fordern, zu verlangen, gesetzlich fest zu legen? Lese ich Wirtschaftsberichte usw. über Experten, stelle ich ferst, Experten sind nur Versager die von den Politikern noch mit Boni hbelohnt werden . BER z.B.. Warum werden Experten nicht zur Wiedergutmachung verpflichtet??

Herr Billyjo Zanker

25.08.2014, 19:50 Uhr

.....hat den Frauenmangel an der Spitze öffentlicher Unternehmen beklagt.

Ich beklage den Frauenmangel am Hochofen und bei der Straßenreinigung oder Müllabfuhr. Was da beklagt wird ist wichtigtuerisches Rosinen picken

Wer die Voraussetzung dafür mitbringt sollte den Job ausfüllen und nicht nach Geschlechtern gesiebt werden.

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