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28.03.2012

11:26 Uhr

Öffentlicher Dienst

Kompromisssignale im Tarifkonflikt

Verdi und Innenminister Friedrich streben nach eigenen Angaben eine Einigung an. Allerdings hat Gewerkschafts-Chef Bsirske schon jetzt klar gemacht, dass das bisherige Angebot von 3,3 Prozent inakzeptabel sei.

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Vor der am Mittwochnachmittag beginnenden entscheidenden dritten Runde im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber Kompromissbereitschaft signalisiert. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte im Deutschlandradio Kultur: „Für einen Kompromiss gibt es Spielraum, das ist völlig klar.“ Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zeigte sich trotz der bislang weit auseinander klaffenden Positionen zuversichtlich, spätestens am Donnerstag eine Einigung erzielen zu können.

Bsirske sagte, ein Kompromiss müsse sich allerdings auf einem anderen Niveau abspielen als das bisherige Angebot der Arbeitgeber von 3,3 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Bsirske sagte, jahresbezogen bedeute dieses Arbeitgeberangebot einen Lohnzuwachs von 1,77 Prozent, was wegen der Inflation „programmierter Reallohnverlust“ sei. Deshalb gebe es in der bevorstehenden Runde „jede Menge Luft nach oben“. Die bisherige Arbeitnehmerforderung liegt bei 6,5 Prozent mehr Lohn.

Friedrich sagte dem Nachrichtensender N24: „Natürlich wird man sich da noch ein bisschen bewegen müssen auf beiden Seiten, keine Frage“. Er sei aber zuversichtlich, dass Streiks vermieden werden könnten. Im ARD-„Morgenmagazin“ nannte Friedrich als mögliche Richtschnur die Tarifabschlüsse bei den Ländern und bei den Ärzten. Dort wurden Tariferhöhungen mit einer Zwei vor dem Komma abgeschlossen. „Das ist also, glaube ich, in etwa die Größenordnung, bei der man am Ende landen muss“, sagte Friedrich. Falls Verdi das nicht einsehe, werde es aber sicherlich eine Konfrontation geben.

Vor den zweitägigen Verhandlungen in Potsdam hatten die Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber mit bundesweiten Warnstreiks erhöht, an denen sich laut Verdi insgesamt 215.000 Beschäftigte beteiligten.

Von

afp

Kommentare (2)

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JayJay

28.03.2012, 15:00 Uhr

Streik wird wohl die Antwort, auf ein Angebot von einer 2 vor dem Komma sein, (mindestens 3,5 % für 12 Monate, sowas wäre i.O.) wenn nicht werden sich viele von Verdi verabschieden.

Elfimausi

28.03.2012, 18:46 Uhr

Immer dann, wenn es um die Erhöhung der Gehälter im öff. Dienst geht, ist kein Geld vorhanden, weil es vorher mit vollen Händen ausgegeben wurde. Daher kann nur eine 3 vor dem Komma für 1 Jahr akzeptabel sein, ansonsten streikt weiter, ich stehe zu Euch.

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