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13.03.2012

15:30 Uhr

Öffentlicher Dienst

Verdi kündigt neue Streikwelle an

Mit neuen Streikplänen im öffentlichen Dienst setzt die Gewerkschaft Verdi Bund und Kommunen unter Druck. Die Arbeitgeber hatten bei den Tarifverhandlungen 3,3 Prozent mehr Lohn angeboten, Verdi verlangt mehr.

130 000 Beschäftigte haben an den Warnstreiks in der vergangenen Woche teilgenommen. dpa

130 000 Beschäftigte haben an den Warnstreiks in der vergangenen Woche teilgenommen.

PotsdamDie Gewerkschaft Verdi erhöht in den Tarifverhandlungen für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen den Druck. Verdi-Chef Frank Bsirske kündigte am Dienstag nach der zweiten Tarifrunde in Potsdam eine neue Warnstreikwelle an.

Das am Montag vorlegte erste Angebot der Arbeitgeber bezeichnete er im Hinblick auf Höhe, Laufzeit und Struktur als nicht akzeptabel. „Es programmiert Reallohnverlust“, sagte Bsirske. Der Deutsche Beamtenbund kündigte an, in der kommenden Woche sei mit einer massiven Ausweitung der Warnstreiks zu rechnen.

Verdis erklärtes Ziel ist ein Kaufkraftzuwachs, nachdem die Angestellten im öffentlichen Dienst in den vergangenen Jahren Reallohnverluste hinnehmen mussten. Dies aber verweigern die Arbeitgeber. „Wir werden jetzt die Antwort aus den Betrieben geben müssen, um die Arbeitgeber dazu zu bewegen, ihre Position zu bedenken“, sagte Bsirske. Ohne deutliche Zugeständnisse drohe ein großer Arbeitskampf im öffentlichen Dienst.

Die Arbeitgeber hatten eine Entgeltsteigerung um 3,3 Prozent über 24 Monate in zwei Stufen angeboten. Zudem sollte es eine Einmahlzahlung in diesem Jahr von 200 Euro geben. Die Gewerkschafter fordern Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent, mindestens aber ein Plus von 200 Euro im Monat.

In der vergangenen Woche hatten sich nach Gewerkschaftsangaben von Montag bis Freitag rund 130.000 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt. Verdi-intern wurde dies als starkes Signal gewertet, das den hohen Mobilisierungsgrad unter den Arbeitsnehmern belege.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Rene

13.03.2012, 17:29 Uhr

Wer streikt, muss nicht arbeiten und bekommt danach vom Steuerzahler sogar noch mehr Geld. Eine lohnende Sache so ein Streik.

Wieso Fleiß an den Tag legen, mit faulem Streik läßt sich offensichtlich mehr erreichen.

Nachwuchs

13.03.2012, 18:59 Uhr

Die Arbeitgeber wagen es ca 3% anzubieten und nehmen sich monatlich ca 360 Euro(letzte Politikererhöhung)! Dies sollen 3% sein? Griechen erhalten mehr. Sind Deutsche unsere Politiker so wenig wert? Welche Menschenverachtung bzw. Hass auf Deutsche spricht aus diesem Verhalten?

Account gelöscht!

14.03.2012, 15:02 Uhr

@ Rene
Von wegen! Wer streikt, wird in aller Regel vom Arbeitgeber ausgesperrt. Was zur Folge hat, dass es für die Zeit der Aussperrung keinen Lohn gibt. Streikgeld erhalten nur Gewerkschaftsmitglieder und ersetzt meist nur ~60 % des Lohnverlustes. Da kann ein per Streik erzwungener höherer Tarifabschluss auch schnell von den Streikverlusten aufgefressen werden.

Im übrigen solltest Du noch mal über den Zusammenhang von Arbeitgebermacht + Arbeitnehmervertretung + Tarifverhandlungen + Streik nachdenken.
Schaue Dir bitte mal die gewerkschaftlichen Errungenschaften seit Beginn des letzten Jahrhunderts an - und frage Dich dann, ob das jeder Einzelne ohne Bündelung der Interessen in einer Gewerkschaft und ohne die gewerkschaftlichen Durchsetzungsinstrumente für sich erreicht hätte.

Bleibt als letztes: Wer kein Mitglied der Gewerkschaft ist, aber jedes Jahr die Tariferhöhung kassiert, lebt von den Erfolgen derjenigen die dafür bezahlt und sich engagiert, möglicherweise dafür gestreikt haben.
Wer also schmarotzt hier bei wem?

mfg
ARK

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