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21.03.2012

12:54 Uhr

Öffentlicher Dienst

Zehntausende streiken in NRW und Berlin

Zehntausende Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sind in Nordrhein-Westfalen und Berlin in den Warnstreik getreten. Der Nahverkehr wurde lahmgelegt, der Müll nicht abgeholt. Doch die Arbeitgeber bleiben hart.

Verdi-Chef lehnt Angebot ab

Video: Verdi-Chef lehnt Angebot ab

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Düsseldorf/BerlinDie Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen und Berlin Millionen Menschen getroffen. Zehntausende Mitarbeiter traten in Nordrhein-Westfalen in den Ausstand. Sie legten den öffentlichen Nahverkehr im bevölkerungsreichsten Bundesland weitgehend lahm. Das befürchtete Verkehrschaos blieb jedoch aus. Viele städtische Kitas blieben geschlossen. Der Müll wurde nicht abgeholt. Erstmals wurde auch in Berlin gestreikt - allerdings in erheblich kleinerem Umfang.

Eine Woche vor der nächsten Verhandlungsrunde in Potsdam blieben die Fronten aber verhärtet. Die Arbeitgeber wollen ihr bisheriges Angebot trotz der Gewerkschaftsdrohung mit einem Flächenstreik nicht nachbessern. „Wir werden kein weiteres Angebot vorlegen, sondern wir wollen am 28./29. März zu einem Ergebnis kommen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Manfred Hoffmann, im Deutschlandfunk.

Die Arbeitgeber hatten 3,3 Prozent mehr Lohn über zwei Jahre angeboten. Mehr lasse die Finanzausstattung der Kommunen nicht zu. „Wir können auch nicht die Bäume in den Himmel wachsen lassen“, sagte Hoffmann. Es sei „schlichtweg nicht mehr Geld da“.

Zudem wollen die Arbeitgeber laut Hoffmann am Flächentarifvertrag festhalten. Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter sollten nicht für wohlhabende und ärmere Regionen getrennt verhandeln, „weil wir natürlich auch verhindern wollen, dass die Beschäftigten zwischen einzelnen Arbeitgebern pendeln“, sagte Hoffmann. „Es ist ja auch nicht so, dass die Verhältnisse der einzelnen Kommunen immer gleich sind, sondern das unterliegt Veränderungen.“

Verdi fordert für die bundesweit rund zwei Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes 6,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro.

An den NRW-Warnstreiks vor zwei Wochen hatten sich laut Verdi 55.000 Beschäftigte beteiligt. Diesmal sollte die Zahl der Streikenden erhöht werden. In den Großstädten Düsseldorf und Köln sowie in den Ruhrgebietsmetropolen traten Bus- und Straßenbahnfahrer mit Beginn der Frühschicht in den Ausstand. Die Gewerkschaft Verdi sprach von einem erfolgreichen Start des 24-Stunden-Streiks.

In Berlin holte die Stadtreinigung (BSR) den Müll nicht ab. Arbeitsniederlegungen waren auch für Beschäftigte im Kanzleramt, in der Bundestagsverwaltung und in Arbeitsagenturen angekündigt. Anders als in NRW fuhren aber Busse und Bahnen.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

21.03.2012, 12:02 Uhr

OK ist recht, da gibt's nur eins: STREIKEN was das Zeug hält, mal sehen wer den längeren Atem hat!
Seit Jahren stopfen sich die AG und Manager die Taschen voll und die AN sollen schon wieder einen Reallohnverlust akzeptieren ! Ganz klares NEIN !

Besserwisser

21.03.2012, 12:11 Uhr

ich befürworte den streik. haltets diesmal lange durch. der öffentliche nahverkehr ist die hauptwaffe. und wenn ordentlich bei den müllwerkern und in den kitas gestreikt wird, dann werden manche berufstätige frauen mit den känderwsägen vor den ämtern stehen und den ags ordentlich den marsch blasen.

Demokrat

21.03.2012, 12:33 Uhr

Wer Milliarden für Euro Rettungen AUSGIBT und dafür auch noch die Demokratier VERSCHERPPELT ( ESM )der hat kein GELD mehr für das EIGENE VOLK.
Also dem Bsirske und Merkel zeigen wer das VOLK ist STREIKT was das ZEUG HÄLT meine Solidarität HABT IHR

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