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02.04.2012

15:58 Uhr

Ökonomen warnen

Konjunktur droht der Benzinpreis-Schock

VonDietmar Neuerer

ExklusivDer hohe Benzinpreis wird zum Risiko für die Wirtschaft im gesamten Euroraum. Steigen die Preise weiter, könnte die Konjunktur einbrechen. Ökonomen warnen eindringlich und fordern die Politik zum raschen Handeln auf.

Benzinpreis bedroht die Wirtschaft

Video: Benzinpreis bedroht die Wirtschaft

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BerlinÖkonomen in Deutschland halten angesichts der hohen Benzinpreise einen Konjunktureinbruch für möglich und sehen nun die Politik am Zug, weitere Preissteigerungen zu stoppen. „Ein hoher Ölpreis ist in der Tat Gift für die gesamte Volkswirtschaft“, sagte die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, Handelsblatt Online. „Die erhöhten Kosten für die deutsche Wirtschaft durch die Ölverteuerung gehen schnell in einen zweistelligen Milliardenbetrag, Geld das besser für die finanzielle Unterstützung von alternativen Kraftstoffen eingesetzt werden sollte.“ Ob die konjunkturelle Entwicklung abgewürgt wird, hängt nach Kemferts Einschätzung allerdings davon ab, wie stark der Ölpreis noch steigen und wie lange er hoch bleiben werde. Der vergleichsweise schwache Euro dämpfe derzeit die noch starken Steigerungen.

Pünktlich zur Osterreisewelle hatte der Benzinpreis Rekordhöhen erklommen. Am Freitagmittag lag der Preis für die verbreitetste Sorte Super E5 im bundesweiten Durchschnitt bei 1,704 Euro. Gegenüber dem Tagesdurchschnitt vom Donnerstag bedeutet das einen Anstieg von 1,4 Cent. Diesel verteuerte sich um 0,9 Cent auf 1,531 Euro pro Liter.

Auch der deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hatte bereits gewarnt, die hohen Benzinpreise gefährdeten das Wirtschaftswachstum. „Bei zwei Euro an der Preistafel fängt die Konjunktur an zu knirschen“, sagte DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann der „Bild“-Zeitung. Hohe Anschaffungskosten für Energie und Rohstoffe seien für die Wirtschaft das „Geschäftsrisiko Nummer eins“.

Diese Einschätzung bestätigt auch Thorsten Polleit, Chefvolkswirt der britischen Investmentbank Barclays Capital in Deutschland, der negative Auswirkungen auf den Konjunkturverlauf fürchtet. „Die steigenden Energiepreise bergen in der Tat ein ganz erhebliches konjunkturelles Abschwungpotenzial für den Euroraum“, sagte Polleit Handelsblatt Online. Verschärft wird die Situation seiner Einschätzung nach zusätzlich durch die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die ohnehin bereits inflationär ausgerichtete EZB-Geldpolitik begünstige den Preisauftrieb durch steigende Öl- und Benzinpreise und führe letztlich zu noch höheren Inflationsraten mit der Folge, dass die Kaufkraft nachlasse und die gesamtwirtschaftlichen Ausgaben abgebremst würden.

Dies dürfte für die Euroraum-Konjunktur umso gefährlicher sein, weil sich die Anzeichen für eine Kreditklemme mehren“, sagte Polleit. Der Barclays-Chefökonom wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Wachstum der Bankenkredite im Euroraum bereits abnehme, in inflationsbereinigter Rechnung sogar schrumpfe. „Das spricht dafür, dass der Abwärtsdruck auf die Konjunktur bei weiter steigenden Energiepreisen ganz erheblich ausfallen wird“, warnte Polleit. Wie Kemfert hält auch er ein Eingreifen der Politik für nötig. „Das Herabsetzen der Steuerbelastung für Energie wäre die geeignete Maßnahme, um den Abwärtsdruck auf die Konjunktur zu vermindern“, sagte er. „Sie zielt auch ordnungspolitisch in die richtige Richtung: die Steuer- und Abgabenlast für Bürger und Unternehmer zu senken.“

Kommentare (26)

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Account gelöscht!

02.04.2012, 16:05 Uhr

80% = WucherSteuern sind auf jedem Liter Benzin! Thema erledigt, ganz einfach...das ist die Situation!

Harlemjump

02.04.2012, 16:11 Uhr


zu kurz gedacht!

Die hohen Benzinpreise die wir derzeit haben, sind saisonal bedingt und haben darüber hinaus Ihre Haupt-Ursache in dem Oil-Embargo gegen den Iran und die Angst vor Oil-Knappheit.

Harlemjump

02.04.2012, 16:27 Uhr

... außerdem sind die 80% falsch, denn es sind ziemlich genau 50% inkl. der MwSt.

Also erst informieren, dann meckern :))

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