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12.06.2013

20:01 Uhr

Ökostrom-Ausbau

Merkels große Energiewende-Reform

Es soll eines der ersten Projekte Merkels nach der Wahl werden: die Reform der Energiewende. SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wirft ihr vor, das Mammutprojekt der Gefahr einer Bruchlandung auszusetzen.

Mit der großen Energiewende-Reform soll es direkt nach der Wahl losgehen. Die Opposition befürchtet eine Bruchlandung. AFP

Mit der großen Energiewende-Reform soll es direkt nach der Wahl losgehen. Die Opposition befürchtet eine Bruchlandung.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will den Ökostrom-Ausbau nach der Bundestagswahl stärker an das Windaufkommen und den Bau neuer Stromleitungen koppeln. „Es muss gelingen, das Tempo des Ausbaus erneuerbarer Energien zu harmonisieren mit dem Tempo beim Netzausbau“, sagte Merkel am Mittwoch bei einem Kongress des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft in Berlin. Eine solche Kopplung dürfte den deutschen Ökoenergie-Ausbau drosseln.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück warf der Bundesregierung Versagen vor. „Die Energiewende könnte eine Art deutsche Mondlandung sein. Derzeit steuert sie aber eher auf eine Bruchlandung zu.“ Zugleich forderte er wie Merkel, den Bau neuer Wind- und Solarparks mit dem Netzausbau zu synchronisieren. Die erneuerbaren Energien müssten rascher marktfähig werden; um kurzfristig die Strompreise zu dämpfen, wolle er die Stromsteuer um 25 Prozent senken. Damit der Höchstspannungsausbau - nötig sei eine Strecke von Moskau bis nach Madrid - beschleunigt wird, will Steinbrück eine Deutsche Netz AG ins Leben rufen, bestehend aus den vier Übertragungsnetzbetreibern und dem Bund.

Merkel betonte, Windenergie sei gerade im Norden sinnvoll. Man könne aber nicht über das ganze Land verteilt überall neue Windräder errichten, egal wie der Wind blase. Wichtig sei, dass die Netze rasch fertig werden, die Windstrom vom Norden in den Süden bringen. Bund und Länder müssten nach der Wahl rasch zu einer Einigung über eine große Reform kommen - auch bei den Kosten.

Einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden kostet die über die Stromrechnung zu zahlende Ökostrom-Förderung bereits 185 Euro pro Jahr.

Kommentare (17)

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12.06.2013, 20:38 Uhr

Find ich toll, daß sie die AfD nach ihrer Wahlniederlage unterstützen will.

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12.06.2013, 20:47 Uhr

" Zu viele CO2-Zertifikate führten zu Verzerrungen an der Strombörse. Dadurch lohnen sich klimaschädliche Kohlekraftwerke mehr als CO2-ärmere Gaskraftwerke."

Und wer zahlt letztendlich die Stromzertifikate? Richtig, der Verbraucher und Steuerzahler.

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12.06.2013, 21:38 Uhr

Um es noch einmal klar und unmissverständlich zu sagen:

Zufallskraftwerke, die darauf angewiesen sind, dass gerade die Sonne scheint oder der Wind in der richtigen Stärke weht, sind untauglich für die Stromversorgung. Es ist vollkommen ausgeschlossen, mit ihnen die Stromversorgung zu sichern. Deshalb sind sie allesamt wertlos und überflüssig.

Es ist ebenfalls sinnlos, auf ausreichende Stromspeicher zu hoffen und Geld in ihre Entwicklung zu stecken. Es ist nämlich kein physikalischer Effekt bekannt, mit dessen Hilfe man Strom in den erforderlichen Größenordnungen und zu realisierbaren Kosten speichern könnte. Es gibt daher keine ausreichenden Stromspeicher und wird sie in absehbarer Zeit auch nicht geben. Nicht geben können!

Von daher sind die kosmetischen Änderungen, die Merkel jetzt vorschlägt, vollkommen unzureichend. Man muss den gesamten Spuk mit den Windmühlen und Solardächern so schnell wie möglich abstellen. Sonst läuft Deutschland auf eine gigantische Katastrophe zu.

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