Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.10.2012

16:51 Uhr

Ökostrom-Umlage

Merkel erwägt höhere Belastung von Firmen

Zahlreiche Firmen sind von den Kosten der Ökostrom-Förderung befreit. Diese Ausnahmen stellt Bundeskanzlerin Angela Merkel nun auf den Prüfstand. Vielen Betrieben könnte in Zukunft eine stärkere Belastung drohen.

Merkel nimmt Firmen bei Ökostrom-Kosten in die Pflicht

Video: Merkel nimmt Firmen bei Ökostrom-Kosten in die Pflicht

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinDie deutsche Industrie wird einen größeren Teil der Lasten für die Energiewende als bislang tragen müssen. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte am Dienstag eine Überprüfung der Firmen-Entlastungen von den Kosten der Ökostrom-Förderung an.

„Auch diesen Teil müssen wir uns noch mal anschauen, ob es eigentlich richtig war, dass wir so viele Unternehmen rausgenommen haben“, sagte Merkel auf dem Deutschen Arbeitgebertag in Berlin. „Denn es sind jetzt mehr als im internationalen Wettbewerb stehen“, betonte Merkel.

Wie man den Stromanbieter wechselt

Anfang

Wer seinen Stromanbieter wechseln will, sollte zunächst seinen Verbrauch ermitteln: Einfach auf der letzten Rechnung den jährlichen Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) ablesen.

Die Suche

Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben die deutschen Verbraucher derzeit durchschnittlich die Wahl zwischen 85 verschiedenen Stromanbietern.

Die Ökostromanbieter

Eine Alternative sind sogenannte Ökostromanbieter. Der Begriff führt jedoch in die Irre, denn diese Unternehmen versorgen ihre Kunden mitnichten mit Energie, die ausschließlich aus regenerativen Quellen stammt. Der Strom besteht aus dem gleichen Mix wie der von den Kunden herkömmlicher Anbieter. Allerdings verpflichtet sich der Ökostromanbieter, mindestens die gleiche Menge Ökostrom ins Netz einzuspeisen, wie vom Kunden wieder entnommen wird.

Der Strommix

Der gesamte Strom in Deutschland - also auch der sogenannte Ökostrom - bestand im ersten Halbjahr 2011 zu 20,8 Prozent aus regenerativen Quellen wie Windkraft, Solaranlagen und Co. Im ersten Halbjahr 2010 waren es noch 18,3 Prozent. Wichtigste erneuerbare Stromlieferanten sind mit 7,5 Prozent Windkraftanlagen, Biomasse ist auf Platz zwei, Photovoltaik auf dem dritten Platz.

Die Auswahl

Bei der Entscheidung für den richtigen Stromanbieter helfen Vergleichsportale wie tarifvergleich.de und wer-ist-billiger.de. Dort gibt man einfach seinen Jahresvertrag ein und die Suchmaschine zeigt die günstigsten Angebote mit den jeweiligen Konditionen.

Die Fallen

Verbraucherzentralen raten davon ab, einen Vertrag abzuschließen, der den Kunden länger als ein Jahr an den Stromanbieter bindet. Danach solle man auf eine kurze Kündigungsfrist von möglichst einem Monat achten. Die Verbraucherschützer warnen zudem davor, Vorauszahlungen zu leisten oder Strompakete, also den Einkauf einer vorab vereinbarten Strommenge, abzuschließen.

Stromausfall

Einen Stromausfall muss jedoch niemand fürchten - selbst, wenn der neue Anbieter pleite geht, sein Geschäft aufgibt, oder den neuen Vertrag kündigt. Das Gesetz garantiert eine Grundversorgung. Wenn sein vertraglich vereinbarter Anbieter ausfällt, wird der Verbraucher unverzüglich zu dem Grundpreis vom örtlichen Anbieter versorgt.

Die Kündigung

Die Kündigung erledigt der neue Stromanbieter, der dazu die Bevollmächtigung von seinem neuen Kunden braucht. Der alte Stromversorger bestätigt daraufhin die Vertragsauflösung und schickt eine Abschlussrechnung. Ein Wechsel dauert bis zum Ende des nächsten Vertragsmonats.

Die Abschlussrechnung

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich von seinem neuen oder alten Anbieter schriftlich mitteilen lassen, ab wann der Wechsel wirkt. An dem Tag sollte man sich den Zählerstand notieren, damit man die Rechnung nachher auch überprüfen kann.

Auch CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt äußerte sich ähnlich wie auch zuvor schon Umweltminister Peter Altmaier. Sie reagierten damit auf Kritik der Opposition, die Ökostrom-Umlage steige wegen zu großer Rücksicht auf die Wirtschaft stark.

Die Ausnahmen von den Kosten der Ökostrom-Hilfen sollen eigentlich nur solchen Firmen zugute kommen, die im internationalen Wettbewerb stehen. Aus dem von FDP-Chef Philipp Rösler geführten Bundeswirtschaftsministerium verlautete, man werde die Ergebnisse einer Überprüfung des Umweltministeriums abwarten und sie dann seinerseits vorbehaltlos prüfen.

EEG-Umlage: Stromversorger schweigen sich über Preiserhöhungen aus

EEG-Umlage

Stromversorger schweigen sich über Preiserhöhungen aus

Die meisten Stromversorger wollen sich nicht zu möglichen Preiserhöhungen klar äußern.

Rösler hatte sich vehement für eine Reform der Ökostrom-Förderung noch in dieser Wahlperiode ausgesprochen und die Industrie-Entlastungen nicht das Hauptproblem genannt.

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

H_Thieme

16.10.2012, 17:27 Uhr

Wann wird denn mal mit solch unkorrekter Berichterstattung "Das bedeutet inklusive Mehrwertsteuer eine Belastung für einen Durchschnittshaushalt von rund 200 Euro im Jahr" aufgehört? Der Verbraucher in Deutschland zahlt die gesamten Kosten der EEG-Stromsubventionierung, zum Teil eben durch die Umlage, zum anderen, noch größeren Teil durch erhöhte Verbraucherpreise der verschiedensten Waren/Produkte und Dienstleistungen. Oder meint etwa jemand, bespielsweise der Zeitungsdrucker würde durch Lohneinbuße die Strom-Mehrkosten der ihm Arbeit gebenden Druckerei ausgleichen, die Kassiererin durch Lohneinbuße für die erhöhten Stromkoasten ihres Geschäftes herhalten können? Nur unser Staat, der kassiert selbst noch auf die Erhöhung Mehrwertsteuer!

blosseinbuerger

16.10.2012, 17:41 Uhr

Wenn ein Unternehmen nicht im internationalen Wettbewerb steht, dann kann und wird es wohl seine Preise erhöhen. Wenn zum Beispiel eine Großbäckerei mehr für Energie zahlen muss, werden die Brötchen teurer. Am Ende landen die Kosten wieder, wie immer, beim Verbraucher. Frau Merkel - toller Plan! Warum werden die Riesenprofite der grünen Abkassierer eigentlich so massiv von der Politik geschützt? Im kommenden Jahr werden so 20 Millarden Euro EEG Umlage kassiert und an das Ökokartell abgeführt. Wann hat diese Ungerechtigkeit ein Ende?

Vicario

16.10.2012, 18:18 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×