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20.11.2014

17:41 Uhr

Oettinger beantwortet Fragen bei Twitter

Der „Web-Kommissar“ lernt chatten

VonLaura Waßermann

Zwölf Antworten in 45 Minuten: Der erste Live-Chat von Günther Oettinger enttäuscht. Der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft bot wenig Erhellendes. Er plauderte übers Wetter, seinen Mantel und seinen „Lobbyisten-Sohn“.

Günther Oettinger: Der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft hat sich heute seinem ersten Live-Chat gestellt.

Günther Oettinger: Der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft hat sich heute seinem ersten Live-Chat gestellt.

DüsseldorfZehn Minuten Verspätung, Sorge um seinen Mantel und nur wenig ausdruckstarke Antworten: Es war der erste Live-Chat Günther Oettingers. Der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft hat sich heute dem Twitter-Publikum gestellt. Unter dem Hashtag #dpalivechat liefen hunderte Fragen ein. Beantwortet hat der „Web-Kommissar“ allerdings nur zwölf – in 45 Minuten, für einige ließ er sich sogar jeweils zehn Minuten Zeit. Eine magere Bilanz.

Beantwortet hat Oettinger die Fragen in einem Chat-Fenster, das auf einigen Nachrichtenseiten eingebaut wurde. Die Fragen liefen über den Hashtag ein, Oettinger und sein Team antworteten im Chat, gleichzeitig jagte die Deutsche Presse Agentur (dpa) die selben Antworten auch über ihren Twitter-Account @dpa_live raus Verwirrung auf allen Seiten.

Das Interesse an Oettinger und seinem ersten Versuch, viral zu gehen, war jedoch auch im Vorfeld groß gewesen. Viele Twitter-Nutzer schickten vorab Fragen, Anregungen und Kommentare zu Oettinger selbst als auch zu seiner Politik.

Wenngleich der Andrang konstruktiver Fragesteller groß war, gab es ebenso zahlreiche Fragen provozierende Art, zum Beispiel:

Die Netz-Satire über den Ex-Ministerpräsidenten Baden-Württembergs kommt nicht von ungefähr: Erst kürzlich geriet er in die Kritik, für das Amt des „Digital-Ministers“ ungeeignet zu sein. Oettinger hatte Prominenten vorgeworfen, so dumm zu sein, Nacktfotos von sich ins Internet zu stellen. In Wahrheit hatte ein Hacker private Archive über die Apple-iCloud von Hollywood-Stars, wie Jennifer Lawrence geknackt und deren intime Fotos publiziert. Dass er sich in diesem Punkt wenig fundiert zeigte, dürfte bei jungen Leuten auf Unmut gestoßen sein.

Es war eine der Fragen, die Oettinger unbeantwortet ließ. Grundsätzlich gab er sich entspannt. Für seine erste Antwort hatte er sich sogar erst einmal zehn Minuten Zeit gelassen. Gestellt wurde sie von dem Online-Chef der Schleswig-Holsteiner Nachrichten.

Oettingers Antwort: Die europäische Union hat für die Mitgliedsländer einen klaren Zeitplan und klare Qualitätsstandards für den Netzausbau festgelegt. Nächste Woche werden wir darüber beraten, ob es aus dem europäischen Haushalt Fördermittel für die Investitionen in neue Netze geben wird. Dafür kämpfe ich. Der Schwerpunkt der Förderung muss die flächendeckende Anbindung der ländlichen Räume sein.

Kommentare (1)

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Herr Martin Wienand

20.11.2014, 19:01 Uhr

Mein Gott, was für ein Blödsinn!

Interessant ist, ob er seinen Job kann (wobei ich bei Oettinger sowieso die allergrößten Zweifel hege, egal was er grade macht).

Ob er Chatten kann, ist so was von egal. Sind wir hier auf einem dämlichen Social Media Forum?

" . . lieferte er der Netzgemeinde . . .".

Sind wir hier auf irgendeinem Kirchentag oder so etwas?

Gleich dürfen wir noch Wunderkerzen schwenken.

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