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11.05.2015

16:19 Uhr

Offshore-Windpark

Gabriel nimmt Nordsee-Windpark in Betrieb

Über 300.000 Haushalte kann der neue Offshore-Windpark Nordsee-Ost mit Strom versorgen: Jetzt wurde er von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel offiziell eingeweiht – allerdings ohne die Energieminister der G7-Staaten.

Der Bundeswirtschaftsminister spricht beim Treffen der G7-Energieminister im Rathaus in Hamburg. Das Treffen steht unter dem Motto „Energie als Waffe? - Konsequenzen für die künftige Gasversorgung durch die Ukraine/Russland-Krise“. dpa

Sigmar Gabriel

Der Bundeswirtschaftsminister spricht beim Treffen der G7-Energieminister im Rathaus in Hamburg. Das Treffen steht unter dem Motto „Energie als Waffe? - Konsequenzen für die künftige Gasversorgung durch die Ukraine/Russland-Krise“.

HelgolandIn Abwesenheit der anderen Energieminister der G7-Staaten hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) einen der größten Offshore-Windparks vor der deutschen Küste in Betrieb genommen. Eigentlich sollte die Einweihung am Montag einen Höhepunkt des Ministertreffens in Hamburg bilden, aber Gabriel erschien ohne die G7-Amtskollegen auf der Plattform HelWin Alpha.

Mit der installierten Leistung von 295 Megawatt können jährlich rund 320.000 Haushalte mit Strom versorgt werden – der RWE-Windpark Nordsee-Ost steht rund 35 Kilometer von Helgoland entfernt. Gabriel will im Rahmen des G7-Energieministertreffens für den deutschen Weg mit dem Ausbau erneuerbarer Energien als Modell für weniger Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdgas aus Russland werben.

Nach der Inbetriebnahme waren Beratungen der Minister in Hamburg geplant – die Russland-Krise hat die Sorge vor Unsicherheiten bei der Gasversorgung verstärkt. Der Windpark ist schon seit Dezember fertig und lief zuletzt im Probebetrieb.

Offshore: Projekte in Megadimensionen

Gewicht

Das Gesamtgewicht einer Anlage kann laut der Stiftung Offshore Windenergie schnell 1000 Tonnen übersteigen. Dabei stehen die Anlagen auf bis zu 900 Tonnen schweren Fundamenten. Allein die Gondel (Maschinenhaus) könne zwischen 300 und 400 Tonnen wiegen.

Gigantische Maße

Allein die im Testfeld Alpha Ventus installierten 5-Megawatt-Anlagen haben einen Rotordurchmesser von bis zu 125 Metern und eine Gesamthöhe von mehr als 170 Metern über dem Meeresgrund. Neuere Anlagen der Leistungsklasse von 6 Megawatt erreichen laut Stiftung Offshore Windenergie Rotordurchmesser um die 150 Meter.

Kosten

Der Bau eines Windparks auf hoher See ist um einiges komplexer als der einer Anlage auf dem Land. Doch binnen sechs Jahren konnte die Branche ihre Kosten halbieren. Beim neuen Offshore-Windpark „Borssele“ in den Niederlanden liegen die Gesamtkosten pro Megawattstunde bei 87 Euro.

Der Strom aus den 48 Windanlagen wird zu einer Umspannstation geleitet und dort von einer Spannung von 33 Kilovolt auf 155 Kilovolt umgewandelt. Von dort fließt der Strom zur Konverterplattform HelWin alpha des Netzbetreibers Tennet und wird von Wechsel- zu Gleichstrom transformiert.

Das ist notwendig, um beim Weitertransport des Stroms über rund 100 Kilometer an Land die Verluste gering zu halten. An Land wird der Gleichstrom in Büttel wieder in Wechselstrom umgewandelt und in das Stromnetz eingespeist.

Von

dpa

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