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21.04.2016

08:09 Uhr

Open Data

Her mit unseren Daten!

VonDaniel Delhaes, Dana Heide, Katharina Slodczyk, Helmut Steuer, Thomas Hanke

Navigationshilfen, Wetter-Apps, Umzugshilfen: Mit Daten, die Behörden erheben, lassen sich zahlreiche Produkte entwickeln – wenn sie frei zur Verfügung stehen. Doch Deutschland zögert. Andere Staaten zeigen, wie es geht.

Nicht viele staatliche Stellen geben bisher ihre Daten frei. dpa

Datenkabel

Nicht viele staatliche Stellen geben bisher ihre Daten frei.

Berlin, London, Stockholm, ParisBeim Thema offene Daten muss Deutschland noch einiges aufholen. Nur den elften Platz belegt das Land beim am heutigen Donnerstag veröffentlichten Open-Data-Barometer, ein Ranking der gemeinnützigen World Wide Web Foundation von insgesamt 92 Nationen, das misst wie offen die Staaten mit ihren Verwaltungsdaten umgehen.

Den ersten Platz belegt wie beim vorangegangenen Ranking auch, Großbritannien. Auf dem zweiten und dritten Rang sind die USA und Frankreich. Ehemals eines des Vorzeigeländer ist Schweden um sechs Plätze auf den neunten gerutscht. Und auch Deutschland hat sich verschlechtert: Beim vergangenen Ranking kam es immerhin noch unter die Top Ten. 

Dabei hatte sich die Große Koalition schon gleich zur Beginn der Legislaturperiode vorgenommen, den Zugang zu öffentlichen Daten zu verbessern. Doch derzeit passiert reichlich wenig. Dabei ist das Potenzial für neue Geschäfte riesig, wie die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung jüngst in einer Studie ausgelotet hat. Navigationshilfen, Wetter-Apps, Umzugshilfen – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Das Potenzial liege allein in Deutschland zwischen 12,1 Milliarden Euro (wenn der Staat Open Data nur langsam ausbaut) und 131,1 Milliarden Euro pro Jahr – wenn der Staat „Open Data als Kernkomponente einer nationalen Strategie“ begreift. Das Pikante: Die Stiftung steht der Partei nahe, der auch der zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) angehört.

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Die Behörden besitzen unzählige Daten, die vielfach nützlich sein könnten – wären sie frei zugänglich. Deutschland hinkt bei Open-Data hinterher. Diese Aufgabe soll Chefsache im Kanzleramt werden.

Die Stiftung fordert, dass Open Data endlich zur Chefsache erklärt wird – also notfalls vom Kanzleramt in die Hand genommen wird. „Ich sehe kein politisches Commitment für das Thema“, kritisiert auch Christian Heise, Vorstand bei der gemeinnützigen Open Knowledge Foundation, die sich für offene Daten einsetzt.

Auch andere Studien kommen zu dem Schluss, dass in der Bereitstellung öffentlicher Daten ein großes Potenzial liegt – und die EU-Kommission setzt ebenfalls auf den Zukunftsmarkt mit den Daten. In Deutschland fordern Politiker aller Parteien nun im Handelsblatt, bei der Bereitstellung von öffentlichen Daten das Tempo zu erhöhen.

Andere Staaten gehen längst viel offensiver mit ihren Verwaltungsdaten um, wie der Blick nach Großbritannien, Schweden und Frankreich zeigt.

Kommentare (5)

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Herr Clemens Keil

21.04.2016, 08:25 Uhr

 Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Account gelöscht!

21.04.2016, 10:11 Uhr

Ich finde das gut. Ich werde gerne überwacht. Schreibe auch hier zu jedem Thema meine Kommentare.
Post auch jeden Ausflug,Essen ,Freizeit.......in den sozialen Medien

Herr J.-Fr. Pella

21.04.2016, 10:21 Uhr

Auch ich lasse mich gerne üerwachen.
Meine Frage lautet: Wer hat diesen Artikel gesponsert?

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