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24.06.2013

18:26 Uhr

Operation „Tempora“

Briten sollen über Glasfaserkabel deutsche Daten abfangen

Der Skandal um die Operation „Tempora“ weitet sich aus. Der britische Geheimdienst soll sich über Glasfaserkabel Zugang zu deutschen Internet- und Telefondaten verschafft haben. Zwei Konzerne halfen offenbar dabei.

Satellitenantennen im britischen Ort Bude: Der Geheimdienst des Königreichs soll deutsche Internetdaten angezapft haben. Reuters

Satellitenantennen im britischen Ort Bude: Der Geheimdienst des Königreichs soll deutsche Internetdaten angezapft haben.

München/BerlinDeutschland wird immer stärker vom Abhörskandal erfasst, den der Whistleblower Edward Snowden aufgedeckt hat. Während Snowden auf der Flucht ist, werden immer mehr Details zu den jüngsten Enthüllungen bekannt. Bei der sogenannten Operation „Tempora“ soll der britische Geheimdienst Glasfaserkabel angezapft haben, durch die Internet- und Telefondaten aus Deutschland geleitet werden. Das berichten die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“) und der „NDR“.

Nach den Recherchen hat der britische Nachrichtendienst Government Communications Headquarters (GCHQ) unter anderem das Glasfaserkabel TAT-14 ausgespäht, über das ein großer Teil der deutschen Übersee-Kommunikation abgewickelt wird. Der deutsche Knotenpunkt für das Kabel ist die Stadt Norden in Ostfriesland, die Daten würden vermutlich in der britischen Küstenstadt Bude abgefangen, schreibt die „SZ“.

Weder die Bundesregierung noch der Auslandsgeheimdienst BND wüssten von der Ausspähaktion der Briten. Angeblich sollen dem britischen Geheimdienst die Telekommunikationskonzerne Vodafone und British Telecommunications behilflich gewesen sein. Vodafone betonte in einer ersten Stellungnahme gegenüber der Zeitung, dass man sich an die Gesetze der Länder halte, in denen man tätig sei.

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Das Glasfaserkabel TAT-14 verbindet Deutschland via Großbritannien mit den USA. Das Kabel wurde 2001 von einem internationalen Konsortium in Betrieb genommen, Deutscher Teilhaber der Datenleitung ist die Deutsche Telekom. Der „SZ“ teilte das Unternehmen mit, „keine Erkenntnisse“ zur Abhöraktion der Briten zu haben.

Die Bundesregierung hat Großbritannien um Aufklärung zu den Berichten über das Abhörprogramm gebeten. Das Innenministerium habe der britischen Botschaft Fragen zu dem Programm „Tempora“ übermittelt, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Ziel des Dialogs sei es, „Aufklärung zu schaffen, was da auf welcher Rechtsgrundlage und in welchem Umfang passiert“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Eine Maßnahme namens ,Tempora' ist der Bundesregierung außer aus diesen Berichten erst einmal nicht bekannt.“

Am Freitag hatte die britische Zeitung „Guardian“ unter Berufung auf Unterlagen des ehemaligen US-Geheimdienstlers Edward Snowden berichtet, die Briten könnten mit einem Abhörprogramm namens „Tempora“ unter anderem bis zu 600 Millionen Telefonverbindungen täglich erfassen. Seibert betonte, die Bundesregierung nehme die Berichte ernst. Es gehe um die Balance zwischen dem Schutz vor terroristischen Straftaten und dem Schutz privater Daten. „Es wird immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit sein“, sagte er.

Kommentare (25)

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Account gelöscht!

24.06.2013, 18:38 Uhr

Und wir regen uns über die Staasi im Osten auf???

Die waren unseren "Freunden" in den USA und UK Wasienknaben, Anfänger!

Ich glaube wir sollten langsam mit der Hetze gegen die DDR aufhören und uns unseren Verbündeten widmen. Mir scheint das ist die größere Gefahr für Freiheit und Demokratie!

In diesem Zusammenhang ist es doch bemerkenswert, wie Merkel die Freihandelszone mit den USA durchpeitscht!

Rechner

24.06.2013, 18:41 Uhr

Briten sollen über Glasfaserkabel deutsche Daten abfangen?

Bloß an der Auswertung hapert es.

Die allermeisten Engländer sind zu dämlich für Fremdsprachen.

Lutz

24.06.2013, 18:47 Uhr

China ist mir momentan lieber als unsere "Freunde".

Da weiß man wenigstens woran man ist!

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