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11.01.2005

12:34 Uhr

Optimale Vernetzung geplant

Gesundheitskarte kommt erst 2006 flächendeckend

Die elektronische Gesundheitskarte wird erst nach dem Jahr 2006 flächendeckend eingeführt. Es wäre unrealistisch, bis Ende kommenden Jahres eine hundertprozentige Versorgung zu erwarten, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, am Dienstag in Berlin.

HB BERLIN. Köhler sagte weiter, es werde einige Jahre dauern „bis wir die letzte Nordseeinsel ausgestattet haben“. Das Bundesgesundheitsministerium hat eine schrittweise Einführung ab 2006 angekündigt. Tests mit der Karte sollen ab Frühjahr anlaufen. Bis Ende des Jahres soll die Entwicklung abgeschlossen sein.

Krankenkassen, Apotheker, Ärzteverbände und Krankenhäuser gründeten am Dienstag eine Betriebsgesellschaft, die die Entwicklung und Umsetzung der Gesundheitskarte organisieren soll. Entscheidungen in der Gesellschaft, die jeweils zur Hälfte von Leistungserbringern wie Ärzten und Krankenhäusern und Kostenträgern wie den Krankenkassen besetzt ist, sollen künftig mit Mehrheitsbeschluss gefasst werden. Bislang war in den Arbeitsgruppen der Selbstverwaltung Einstimmigkeit nötig, was nach Einschätzung unter anderem der Krankenkassen die Entscheidungen über die Karte deutlich verzögert hat. Die Vorsitzende des Verbands der Angestellten-Krankenkassen (VdAK), Doris Pfeiffer, sagte, es sei davon auszugehen, dass die Kosten der Gesundheitskarte von 1,4 Mrd. € innerhalb von drei Jahren nach der Einführung ausgeglichen seien.

Mit der elektronischen Gesundheitskarte sollen mehr als 80 Mill. Versicherte von gesetzlicher und privater Krankenversicherung, 270 000 Ärzte, 77 000 Zahnärzte, 22 000 Apotheken, 2 000 Krankenhäuser und mehr als 300 Krankenkassen miteinander vernetzt werden. Es handelt sich nach Angaben der Gesundheits-Selbstverwaltung um die größte Informationsvernetzung im Gesundheitswesen weltweit. Die Karte soll zunächst die Ausstellung eines elektronischen Rezepts ermöglichen und die bisherigen Standarddaten über einen Patienten sowie den Zuzahlungsstatus enthalten. Für die Patienten freiwillig ist die Speicherung von Notfalldaten, wie Allergien, sowie die Dokumentation eingenommener Arzneimittel. In den folgenden Jahren soll die Karte zu einer elektronischen Patientenakte weiterentwickelt werden, wodurch dann auch aktuelle Diagnosen, Impfungen und Röntgenbilder abgerufen werden können. Die Krankenkassen erhoffen sich Milliarden-Einsparungen. So sollen die Daten auf den Karten dazu beitragen, dass unter anderem Doppel-Untersuchungen und die Verordnung von miteinander unverträglicher Medikamente vermieden werden.

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