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20.01.2012

13:48 Uhr

Orden wider den tierischen Ernst

Guttenberg stürzt Karnevalsverein ins Elend

Der Aachener Karnevalsverein wird an Karl-Theodor zu Guttenberg nicht froh. Der Ex-Minister sagt erneut einen Auftritt bei der Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst ab. Um 15 Uhr äußern sich die Karnevalisten.

Eine Pappmaché-Figur von Karl-Theodor zu Guttenberg vor der Verleihung des karnevalistischen "Orden wider den tierischen Ernst" durch den Aachener Karnevalverein. dapd

Eine Pappmaché-Figur von Karl-Theodor zu Guttenberg vor der Verleihung des karnevalistischen "Orden wider den tierischen Ernst" durch den Aachener Karnevalverein.

AachenNach seiner Comeback-Absage streicht Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zum zweiten Mal in Folge seinen Auftritt beim Aachener Karnevalsverein. Er werde alle Zusagen zu öffentlichen Veranstaltungen wieder zurücknehmen, kündigte Guttenberg in einem Schreiben an. Er bitte um Verständnis.

Der einstige CSU-Hoffnungsträger sollte nächste Woche Samstag bei der Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst die Laudatio auf Ordensritter Ottfried Fischer halten. Der Aachener Karnevalsverein will um 15 Uhr auf einer Pressekonferenz zum Rückzieher Guttenbergs Stellung nehmen. Eigentlich wollte der Verein sich auf die Vorstellung des fertigen Programms für Samstag konzentrieren.

Es wäre der erste öffentliche Auftritt Guttenbergs in Deutschland seit seinem Umzug in die USA gewesen. Guttenbergs Absage ist nun die bereits zweite in Folge. Im vergangenen Jahr hatte er den Karnevalsorden selbst erhalten, ließ sich nach neuerlichen Anschlägen in Afghanistan aber durch seinen Bruder vertreten. Die Plagiatsaffäre war zu dem Zeitpunkt aber schon im Gang.

Für den Aachener Karnevalsverein kommt der Verzicht Guttenbergs vollkommen überraschend. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass er kommt“, hatte eine Sprecherin noch am Freitagmorgen der Nachrichtenagentur dapd gesagt. „Wir wissen nichts.“ Bisher habe es keine persönliche Absage geben. Mit Guttenbergs Bruder stehe man im engen Kontakt.

Fischer ohne Zielscheibe

Mit seiner kurzfristigen Absage entgeht Guttenberg auch Häme und Spott. Kabarettist Ottfried Fischer hatte bereits vollmundig angekündigt, den gefallenen Politstar in seiner Rede hart angehen zu wollen. Guttenberg soll nicht denken, dass er „wieder mit Glanz und Gloria ins bundespolitische Leben einzieht“, sagte Fischer im Interview mit dem Aachener Zeitungsverlag. „Ich werde dafür sorgen, dass er durch mich möglichst keinen Vorteil hat.“

Die Veranstalter müssen nun innerhalb einer Woche Ersatz für Guttenberg finden. Ob er seinen Bruder ein zweites Mal in die Bütt' schickt, war zunächst unklar. Die Karnevalsveranstaltung ist bereits seit mehreren Wochen ausverkauft. Rund 1.400 Gäste, darunter viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Showbusiness, haben sich angekündigt. Die ARD will den traditionellen Akt am 30. Januar ab 20.15 Uhr im Fernsehen übertragen.

Von

dapd

Kommentare (1)

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Ellimohr

20.01.2012, 16:08 Uhr

Recht hat er! Es freut mich sehr, dass Herr zu Guttenberg auf diesen unsympatischen O. Fischer keine Laudatio hält. Selbst so viel Dreck am Stecken (Ehebruch mit Nutten, die ihn dann auch noch beklaut und gefilmt haben etc.), aber lautstark über Herrn zu Guttenberg herziehen.

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