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11.10.2012

09:50 Uhr

Ordentlicher Überschuss

Sozialversicherungen verzeichnen Milliarden-Plus

Trotz schwacher Konjunktur haben die Sozialkassen im ersten Halbjahr 2012 einen ordentlichen Überschuss erzielt. Einem Medienbericht zufolge soll sich die Finanzlage des Gesundheitssystems aber nochmals verbessern.

In der Pflegeversicherung kam ein Überschuss von 100 Millionen Euro zustande. dpa

In der Pflegeversicherung kam ein Überschuss von 100 Millionen Euro zustande.

Wiesbaden/BerlinTrotz schwacher Konjunktur haben die Sozialkassen im ersten Halbjahr 2012 einen Milliardenüberschuss erzielt. Die Sozialversicherungen verzeichneten von Januar bis Juni dieses Jahres einen Finanzierungsüberschuss von 4,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Das waren 800 Millionen Euro mehr als im ersten Halbjahr 2011.

Die Krankenversicherung verbuchte dabei ein Plus von 2,2 Milliarden Euro, die Rentenversicherung von 1,0 Milliarden Euro. In der Pflegeversicherung summierte sich der Überschuss auf 100 Millionen Euro. In der Arbeitslosenversicherung ergab sich aufgrund der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ein Plus von 1,2 Milliarden Euro.

Insgesamt lagen die Einnahmen der Sozialversicherungen im ersten Halbjahr bei 262 Milliarden Euro, 1,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ursächlich hierfür sei vor allem die wachsende Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter, erklärten die Statistiker.

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Die Finanzlage im Gesundheitssystem wird sich einem Zeitungsbericht zufolge nochmals erheblich verbessern. Nach Berechnungen des Schätzerkreises der gesetzlichen Krankenversicherung wird der Überschuss im Gesundheitsfonds bis Ende des Jahres auf zwölf Milliarden Euro ansteigen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ aus Kreisen Beteiligter erfuhr. Dies seien drei Milliarden Euro mehr als noch bei der letzten Schätzung erwartet.

Für das kommende Jahr rechneten die Fachleute des Gesundheitsministeriums, der Krankenkassen und des Bundesversicherungsamtes mit einem weiteren Anstieg um nochmals drei auf dann 15 Milliarden Euro.

Gründe seien die andauernd gute Beschäftigungslage sowie Gehaltserhöhungen, die sich in höheren Kassenbeiträgen niederschlügen, hieß es demnach. In den Zahlen seien dabei noch nicht die Milliardenüberschüsse der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Die unerwartet guten Zahlen dürften die Debatte über eine Beitragssatzsenkung sowie eine Abschaffung der Praxisgebühr anheizen.

Kommentare (6)

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11.10.2012, 10:25 Uhr

Ist doch keine Kunst! Die Versicherten zahlen doch auch immer mehr selbst. Die Medikamenzenzuzahlungen sind auf Rekordniveau, für Zahnersatz gibts fast nichts mehr.

Erbärmlich, sich dessen noch zu rühmen!

Freeed

11.10.2012, 10:53 Uhr

Ist doch ein guter Zeitpunkt für unsere gierige Ärzteschaft nochmals richtig zuzugreifen. Apotheker und Pharmaindustrie können sich da dann ja gleich mal mit einklinken. Und wenn dann nichts mehr da ist, muß halt der Pflichtversicherte der sich der sogenannten Solidargemeinschaft nicht entziehen kann, mehr direkt zahlen oder zu zahlen. Blos keine richtige Reform und kein Zurückdrängen der Lobby's. Na dann gute Gesundheit.

Beobachter

11.10.2012, 11:42 Uhr

Das Gesundheitssystem ist durch den Beitragszahler überfinanziert. Gleichzeitig liegt das Beitragsniveu auf einem historisch hohen Niveau. Die letzte Beitragserhöhung wurde mit Finanzierungsknappheit begründet. Dieses hat sich nun ins Gegenteil gewendet.
Das Verhalten in der Beitragspolitik ist völlig unverständlich. Die Gefahr besteht, dass die Mittel neue Begehrlichkeiten wecken (Ärzte, Pharmaindustrie) und in einem ineffizienten Gesundheitssystem versickern und so langfrisitig die Kosten weiter stark steigen. Das ist eine Ausbeutung der Beitragszahler durch eine gut organisierte Lobby mit Unterstützung der Politik.
Die Mittel können nicht einfach von Politik und Verwaltung gehortet werden. Deshalb muss es die Pflicht der Politik sein die Überschüsse durch Beitragssenkungen an die Beitragszahler zurückzugeben. Das hätte ach einen positiven Effekt auf die Konjunktur. Hier lässt das FDP geführste Gesundheitsminsterium unverständlicherweise eine Gelegenheit zur Entlastung der Bürger ungenutzt.

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